Seit gestern gab es einige Probleme bei der Anmeldung. Es erschienen etwas kryptische Fehlermeldungen.
Jetzt funktioniert wieder Alles.
Der Grund war: Der Provider hat heimlich still und leise die PHP Version von Version 5.6 auf 7.2 geändert.
Wir haben dies temporär wieder rückgangig gemacht.
Allerdings werde ich in den nächsten Tagen noch mal einen Update der Forensoftware
machen und ich hoffe dass alles problemlos läuft.
Hin und wieder kann es während dem Upgrade Prozess zu einer Nichterreichbarkeit
bzw. Fehlermeldungen kommen.

Teuer = gut? Beyerdynamic vs. Schoeps etc.

Grundlagen der Tontechnik, Literatur- und Linktips

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TMichels
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Einfach und gut

Beitragvon TMichels » 16.02.2010, 18:22

Hallo alle,

ich habe mir einen "Aufnahme-Balken" gebaut, mit dem ich gleichzeitig eine AB (bis 100 cm), eine ORTF- und eine M/S Anordnung "fahren" kann.
Da ich bekennender Hobbyist bin, habe ich mich auf einen recht guten Kompromiß zwischen Qualität der Komponenten UND Preis eingelassen.
Als M/S habe ich ein AKG C 394 (CE 300 + CK 94) und ein AKG C 392 verwendet. Für ORTF sind es zwei Neumänner KM 184 und als AB Mikrofone AKG Perception 170.
Das ist alles sehr weit weg von Schoeps und DPA und wie sie sonst noch heißen mögen.

Zugegeben. Beim Perception 170 hört man schon, daß es nicht die Spitzenmodelle sind. Gerade zu den höheren Frequenzen hin fehlt es an Transparenz und Luftigkeit. Doch die werden demnächst wohl gegen höherwertige Mikrofone ausgetauscht, sobald genügend Geld da ist.


Mit dieser Anordnung habe ich mal einen "shoot-out" mit einer sehr amtlichen Bestückung machen dürfen. 2 x TLM 103 als ORTF, 2 x U 87 als Groß AB, einem Decca Tree (TLM 50 ?) und zwei Schoepse CCM 4 als Stütze für die Solisten (Chor), in einem großen Saal in Köln.

Das Ergebnis ist sehr leicht vorhersagbar :-D

Doch wenn ich dagegen den finanziellen Aufwand betrachte, weiß ich, daß mein "Amateur-Zeugs" genau für diese Klientel geeignet und ausreichend ist. Gerne hätte ich auch amtliches Zeugs, doch solange ich nicht im Lotto gewonnen habe, werde ich damit weitermachen (müssen).

Meine Erfahrung ist, daß man durch Akuratess und Pingeligkeit bei der Wahl des Standpunktes der Mikrofone und ihrer Ausrichtung, vieles (lange nicht alles !) wettmachen kann. Gerade die Beachtung der Abweichungen von den theoretischen Kennlinien der Mikrofon-Systeme bringt den entscheidenden Schritt nach vorn.
Mit den Mikrofonen von namhaften Herstellern hat man etwas mehr "Spielraum". Wenngleich auch für diese die Gesetze der Akustik genau so gelten wie für die preiswerten.

JA! die Aufnahme mit dem amtlichen Zeugs war schon deutlich präziser und JA! es hat sich insgesamt deutlich besser angehört. Doch würde diesen Aufwand (mehrere Kilometer Kabel verlegen, itterativ eine gute Mikroposition suchen, noch mehr Kabel verlegen und hinterher tagelang mischen) niemand betreiben, wenn er dafür einen "Anerkennungshonorar" bekäme.

Die Amateure, die ich bisher aufnehmen durfte, waren hinterher mit dem Ergebnis zufrieden und als die "Rechnung" kam, auch noch. Die ersten "Folgebeauftragungen" stehen ins Haus und darauf bin ich stolz.

Ich unterscheide mich deutlich von den werten KollegInnen, die damit Ihre Brötchen verdienen müssen. Das will ich auch, bewußt. Denn ich habe nicht die Zeit und die Muße es ihnen gleich zu tun. Vom Material her ganz zu schweigen. Denn ich habe noch einen anderen Job und der verschlingt manchmal mehr Zeit, als der Tag Stunden hat.

So mache ich ein paar Aufnahmen, habe meinen Spaß dabei und wenn es besser werden soll, wende ich das "Gelbe-Seiten-Prinzip" an. Einfach jemanden fragen, der sich damit richtig auskennt und das amtliche Zeugs hat.
Komischerweise werden viele Hobbyisten-Musiker wieder realistischer, wenn sie die ersten Angebote von Profis bekommen. "Was? Sooooo teuer ist das? Ne, das können wir uns aber nicht leisten...." und so weiter.

Die werten KollegInnen verdienen ihr Geld. Und womit?
Mit allem Recht!

Nur das wollen viele nicht einsehen. Denn der Sohn vom Chorleiter, der hat da so einen Computer mit einem Musik-Programm. Damit kann man auch mehrere Spuren aufnehmen und der Herr Schmitz hat noch zwei Mikrofone mit Stativ. Dann lötet Herr Meyer noch zwei Adapter und dann nehmen wir mit dem Computer auf.
Hinterher hört man den Computer auf der Aufnahme lärmen, das permanente Brummen bekam man nur weg, indem man den Barriton "opferte" und die Übersteuerungen muß man halt hinnehmen. Live is live.

... und diesen Leuten soll man begreiflich machen, daß es sich deutlich besser anhören würde, wenn man Neumänner, Schoepse, Beyers und DPAs in Stellung bringt?

Da wünschen wir allen Beteiligten viel Spaß beim Film. :-D

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Re: Einfach und gut

Beitragvon d_fux » 17.02.2010, 08:35

TMichels hat geschrieben:Als M/S habe ich ein AKG C 394 (CE 300 + CK 94) und ein AKG C 392 verwendet. Für ORTF sind es zwei Neumänner KM 184 und als AB Mikrofone AKG Perception 170.(...)
Mit dieser Anordnung habe ich mal einen "shoot-out" mit einer sehr amtlichen Bestückung machen dürfen. 2 x TLM 103 als ORTF, 2 x U 87 als Groß AB, einem Decca Tree (TLM 50 ?) und zwei Schoepse CCM 4 als Stütze für die Solisten (Chor), in einem großen Saal in Köln.
Das Ergebnis ist sehr leicht vorhersagbar :-D

Und Du meinst, den Unterschied allein mit der Mikrofonauswahl erklären zu können, ohne die Mikrofonierung mit einzubeziehen? Bei Deinem Setup fehlen schon mal die Stützen. Und sind bei beiden Aufnahmen alle 3 Stereosysteme zusammengemischt worden?

Nur das wollen viele nicht einsehen. Denn der Sohn vom Chorleiter, der hat da so einen Computer mit einem Musik-Programm. Damit kann man auch mehrere Spuren aufnehmen und der Herr Schmitz hat noch zwei Mikrofone mit Stativ. Dann lötet Herr Meyer noch zwei Adapter und dann nehmen wir mit dem Computer auf.
(...)
... und diesen Leuten soll man begreiflich machen, daß es sich deutlich besser anhören würde, wenn man Neumänner, Schoepse, Beyers und DPAs in Stellung bringt?

Würde es gar nicht, zumindest wenn Du denen die Mikros in die Hand gibst. Die stellen sie dann auch auf die Orgelempore, um den Chor im Altarraum aufzunehmen, haben sie immer schon so gemacht, klingt so "natürlich"....

D.

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Beitragvon Erdie » 17.02.2010, 17:07

ORTF mit Großmembran? Ist das nicht etwas suboptimal? :hmm:

Dann hätte ich doch besser die TLM103 als Stützen genommem. Ich frage mich, ob man die Qualität der Mikrofone so vernünftig vergleichen kann. Ich vermute, die TLM würden in ORTF Anordung einen Blindvergleich mit so manchem billigerem Pärchen verlieren.

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Beitragvon d_fux » 17.02.2010, 18:46

Erdie hat geschrieben:ORTF mit Großmembran? Ist das nicht etwas suboptimal? :hmm:

Aber sicher nicht verboten...
Denk mal an die versch. GM-Stereomikros (für MS oder XY) von AKG und Neumann... BIS hat nur mit zwei U87 o.ä. einige sehr gut klingende CDs aufgenommen (z.B. Duruflé-Requiem).

Und ich hab auch schon Kugel-AB mit zwei C 414 B-TL (nicht TL-II) gemacht...

Streng nach Lehrbuch ist langweilerlich... 8-)

D.

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Beitragvon Tonanfänger » 18.02.2010, 13:21

Wie ist denn die Auflösung der Cembalo Samples?
Bin gespannt was da rauskommt.

Im Übrigen wollte ich etwas beisteuern zum Testen von Mics:

ich stehe gerade am Anfang meiner Mikrofonentscheidung habe habe die grosse Qual der Wahl. Die ganzen Reviews und Testergebnisse helfen und helfen auch wieder nicht.
Eine besondere Erfahrung möchte ich hervorheben:

Beim Blindtest falle ich oft auf ein weit günstigeres Mikrofon herein. Meistens klingt das billigste irgendwie am Gefälligsten für meine Ohren. Woran liegt das?
Ich glaube, dass der Grund daher kommt, dass im Allgemeinen die Musik auch eher komprimiert und über schlechte Anlagen wiedergegeben wird.
Man hat sich sozusagen an den "schlechten" Sound gewöhnt.

Die Soundsamples der besseren Mikrofone sind bei genauerer Betrachtung immer besser, wohlgemerkt ohne Blindtest. Sie bilden eine viel höhere Auflösung und bringen mitunter schlechte Klangeigenschaften des Musikinstrumentes, der Stimme usw. deutlicher ans Tageslicht.
Dadurch erhält man im Blindtest oft UNGEFÄLLIGERE Ergebnisse, die dann erst mal nicht überzeugen können.
Das bessere Mikrofone sowohl was das Equipment, die Wiedergabe und auch die Hörgewohnheiten angeht einfach wesentlich mehr Know How vom Tontechniker erfordert, wird oft nicht bedacht und auch bei der Aufstellung und dem gesamten Handling dieser besseren Mikrofone mitunter vernachlässigt.

Mit anderen Worten, was nützt es ein teures Mikrofon einzusetzen, wenn weder Raum, noch Equipment, noch Musiker, noch eigene Recording Erfahrung auch nur annähernd auf selben Niveau sind?
Kurioser weise sind in den "normalen" Studios auch alle Mikros von "unten bis oben" vertreten, weil sie irgendwie auch den Entwicklungsstand - und Prozess der Techniker widerspiegeln.

Stimmt das so?

Grüße

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Beitragvon Erdie » 18.02.2010, 14:40

d_fux hat geschrieben:Und ich hab auch schon Kugel-AB mit zwei C 414 B-TL (nicht TL-II) gemacht...


DAS sehe ich auch als weit weniger kritisch an. Schließlich sind beide Mikrofone parallel ausgerichtet. (Oder bist Du da auch vom Standard abgewichen?)

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Beitragvon d_fux » 18.02.2010, 22:02

Erdie hat geschrieben:DAS sehe ich auch als weit weniger kritisch an. Schließlich sind beide Mikrofone parallel ausgerichtet. (Oder bist Du da auch vom Standard abgewichen?)

:pfeif:

Bild

Vielleict war's auch Niere, weiß nicht mehr. Klang aber gut.

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Beitragvon Hannes_F » 03.03.2010, 20:20

Musikmeister hat geschrieben:Aus langjähriger Erfahrung ist mir bekannt, dass in Tontechnikerkreisen in denen Schoeps-, Neumann-, Sennheiser- und DPA-Mikrofone für hochstehende klassische Aufnahmen verwendet werden, niemand auf Beyer-Mikrofone zugreift. Darum ist es erstaunlich, dass es "verschiedene vertrauenswürdige" Quellen geben soll, die Neumann- und Beyer-Mikrofone hörmäßig vergleichen. Beyer gehört sicher nicht ganz in diese Studio-Oberliga, wie meine Nachfragen in den Tonmeisterinstituten in Detmold und Berlin gleichermaßen eindeutig ergaben.


Nachdem ich mich nun einige Zeit etwas näher mit Mikrofondaten beschäftigt und auch etliche selbst getestet habe, fällt folgendes auf:

Wenn man von Herstellern kommunizierte technische Daten und reale Messwerte miteinander vergleicht, gibt es zwei Gruppen von Herstellern:

1. Die, deren Daten stimmen. Zur dieser Gruppe gehören

Schoeps, Sennheiser, DPA, Neumann, Audio-Technica

2. Die, die ihre Daten schönschwindeln. Zu dieser Gruppe gehören

viele andere ...

Da ist der Rauschabstand schnell mal 3 dB größer angegeben als tatsächlich vorhanden. Sagt jedenfalls das Professional Audio Magazin, und meine eigenen Beobachtungen stimmen damit überein.

Es ist schon auffällig, dass die Liste Nr. 1 fast identisch mit Tonmeisters Aufzählung ist.

Eine Ausnahme in positiver Richtung ist allerdings Beyerdynamic. Die von PA ermittelten Rauschwerte sind für die MC900-Reihe 2 bis 4 dB besser als die angegebenen Spezifikationen (!). :roll:
Warum die das wohl machen?


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