Seit gestern gab es einige Probleme bei der Anmeldung. Es erschienen etwas kryptische Fehlermeldungen.
Jetzt funktioniert wieder Alles.
Der Grund war: Der Provider hat heimlich still und leise die PHP Version von Version 5.6 auf 7.2 geändert.
Wir haben dies temporär wieder rückgangig gemacht.
Allerdings werde ich in den nächsten Tagen noch mal einen Update der Forensoftware
machen und ich hoffe dass alles problemlos läuft.
Hin und wieder kann es während dem Upgrade Prozess zu einer Nichterreichbarkeit
bzw. Fehlermeldungen kommen.

Monitore Wandabstand

Grundlagen der Tontechnik, Literatur- und Linktips

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ThomasT
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Monitore Wandabstand

Beitragvon ThomasT » 06.02.2011, 16:49

Hallo,

Die Frage ist, wie weit von der Vorderwand sollten Monitorboxen aufgestellt werden.

Ich behaupte (in der Hoffnung auf Widerspruch oder Bestätigung):
Je näher an der Wand, desto besser.
Reflexionen von der Vorderwand führen zu Kammfiltereffekten. Je näher an der Wand desto mehr verschieben sich diese in den Höhenbereich und sin dunkritisch, da die Boxen nach hinten wenig hohe Frequenzen abstrahlen und durch vergleichsweise einfachen dünnen Absorber eliminiert werden können.
Der Nachteil - und womöglich der Grund, warum viel gegenteiliger Meinung sind - ist die Bassanhebung. Die sehe ich aber eher gelassen und teilweise sogar als Vorteil an. Die meisten leiern in ihre Stereoanlage +10dB Bassanhebung rein. Da stören 3dB im Studio nicht. Und wenn doch verfügen viel Monitore über eine Bassabsenkung.

Kurz: je näher an der Wand desto mehr kommt es dem Ideal der "flush-mounted"-Monitore (gibt dafür btw. auch ein schönen deutschen Begriff?)

Erst bei mehreren Metern Abstand von der Wand ist es wieder ok. Hier steht der Monitor dann praktisch im Freifeld. Die Kammfiltereffekt sind im sehr tiefen Bereich.


Siehe auch.
http://www.genelec.com/learning-center/ ... estanding/

Hier wird meine Meinung bestätigt. Der 5cm Mindestabstand von der Wand wid mit Lüftung zur Kühlung und Bassreflexöffnung begründet.

Gruß Thomas

pkautzsch
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Beitragvon pkautzsch » 06.02.2011, 21:24

"flush mounted" würde ich mit "bündig (in die Wand eingebaut)" übersetzen.

In der Tat haben viele Studiolautsprecher diesen oft sogar zweistufigen Baßabsenkungs-Schalter für Aufstellung in Wand- oder gar Ecken-Nähe. Die Absenkung (Grenzfrequenz etc) sollte natürlich auf den jeweiligen Lautsprechertyp angepaßt sein.
Man kann sich auf diese Weise auch mehr oder weniger elegant den von einer Box wiedergegebenen Frequenzbereich nach unten erweitern.

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Cutter
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Beitragvon Cutter » 07.02.2011, 02:03

Ich will keiner widersprechen, aber trotzdem würde ich empfehlen:
Möglichst weit weg von der Wand.

Probier´s mal aus, frei im Raum ´klingt´ ein Monitor viel flacher. (objektiever)
Logisch, weil der Hersteller nicht wissen kann, wie Deine Wände aussehen,
deshalb werden sie auch im Freifeld (Reflexionsfreien Raum) getestet und abgeglichen.

LG,

Evert

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Hannes_F
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Beitragvon Hannes_F » 07.02.2011, 13:26

Meine Meinung:

Jeder vom Lautsprecher beschallte Wandteil strahlt eine Kugelwelle ab (Intensität ist abhängig vom Abstand, Wandbeschaffenheit und effektiver Fläche).

Daher ist es am Besten, wenn große Teile der Vorderwand im "Schallschatten" liegen, also nicht bestrahlt werden - das erreicht man durch Einbau in die Wand (was im Englischen als "baffled mounted", "flush mounted" oder auch fälschlicherweise als "soffit mounted" bezeichnet wird").

Was wir da tun ist, die "effektive Fläche" klein zu machen. Die effektive Fläche eines Wandelements ist am größten, wenn es senkrecht zur Schallausbreitung steht und null, wenn es genau parallel dazu steht.

Falls das aber nicht möglich ist, ist eine Montage mit 5 cm Abstand nicht die nächst beste Möglichkeit. Denn jetzt haben wir eine Schallquelle, die aus sehr kurzem Abstand auf eine Wand feuert (und die steht weitgehend senkrecht zur Schallausbreitung).

Miss mal, wie viel Bass hinter Deinem Monitor auftritt, es ist enorm (denn die Basswellen kriechen per Beugung um das Lautsprechergehäuse herum). Alles, was aus der hinteren Hälfte des Lautsprechers im Bassbereich rauskommt, knallt direkt gegen die Wand und macht heftige Kammfiltereffekte. Einen Absorber zu bauen, der das wegschluckt ist nicht einfach ... und kostet auch wieder Platz.

Schöne Grüße
Hannes

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Beitragvon pkautzsch » 07.02.2011, 14:52

Hannes_F hat geschrieben:Falls das aber nicht möglich ist, ist eine Montage mit 5 cm Abstand nicht die nächst beste Möglichkeit. Denn jetzt haben wir eine Schallquelle, die aus sehr kurzem Abstand auf eine Wand feuert (und die steht weitgehend senkrecht zur Schallausbreitung).

Miss mal, wie viel Bass hinter Deinem Monitor auftritt, es ist enorm (denn die Basswellen kriechen per Beugung um das Lautsprechergehäuse herum). Alles, was aus der hinteren Hälfte des Lautsprechers im Bassbereich rauskommt, knallt direkt gegen die Wand und macht heftige Kammfiltereffekte. Einen Absorber zu bauen, der das wegschluckt ist nicht einfach ... und kostet auch wieder Platz.


Zur Entstehung eines Kammfiltereffektes gehört ja auch die Verzögerung. Nehmen wir einmal an, eine 30 cm tiefe Lautsprecherbox steht 5 cm vor der Wand, Membran in den Raum hinein abstrahlend. Welche Wege zum Zuhörer nimmt denn "der Baß" da? 1. Direkte Verbindung Membran-Hörer; 2. Membran - Beugung um die Box - Reflexion an der Wand - Hörer; 3. Membran - Seitenwand - Hörer; 4. Membran - Rückwand - Hörer. Dazu noch diverse Umwege mit mehreren Reflexionen, die wir hier der Einfachheit halber ignorieren.
Punkt 3 und 4 haben wir mit typischen "Raumakustik-Lösungen" halbwegs im Griff: Diffusität, Absorption. Punkt 1 wollen wir ja möglichst unbehindert. Punkt 2 ist das, wo HannesF sagt, wir müßten mit heftigen Kammfiltereffekten rechnen. Der Wegunterschied zwischen Weg 1 und Weg 2 beträgt 2 x (30cm + 5 cm) = 70 cm. Daraus läßt sich ja leicht die niedrigste Auslöschungsfrequenz berechnen: es sind je nach Lufttemperatur ca. 245 Hz. Wie stark oder schwach ist denn da die Richtwirkung des Lautsprechers? (Antwort: kommt auf den Lautsprecher an...)
Die theoretische Pegelverdopplung bei ca. 490 Hz wird vermutlich (wiederum je nach Lautsprecher) bereits nicht mehr auftreten, da der Lautsprecher hier deutlich gerichtet abstrahlt. Gehen wir von einem Abstand Wand-MEMBRAN von 5 cm aus, sind wir mit Sicherheit oberhalb des relevanten Frequenzbereichs.

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Beitragvon ThomasT » 07.02.2011, 16:01

@pkautzsch:

Genau das waren meine Überlegungen.

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Hannes_F
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Beitragvon Hannes_F » 08.02.2011, 01:09

Jahaa .... das klingt erst mal nicht unlogisch. Futter fürs Nachdenken.

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Beitragvon Hannes_F » 09.02.2011, 12:31

OK, Eure Logik hat mich überzeugt. Nah dran ist gut.

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Beitragvon ThomasT » 10.02.2011, 15:28

Praktisch ausprobiert?

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JP
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Beitragvon JP » 10.02.2011, 16:26

Das würde mich auch interessieren... Ich bin hier momentan auch am modifizieren, kann aber einen unmittelbaren Wandkontakt aus praktischen Gründen nicht realisieren (u.a. weil sich Fenster an der Front befinden). Wie sieht eigentlich das Reflektions bzw. Absorbtionsverhalten moderner Doppelglasfenster aus? U.U. sollte das ja günstiger als eine massive Wand sein...
Ich bin aber momentan auf Grund von (quick and dirty) Meßergebnissen wieder etwas in den Raum gezogen. Das Wasserfalldiagramm bzw. der Frequenzgang waren zwar ausgeglichener (ab 100 HZ aufwärts), die ETC-Werte (frühe Reflektionen) aber in meinem Fall deutlich stärker.

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Beitragvon pkautzsch » 10.02.2011, 23:42

JP hat geschrieben:Das würde mich auch interessieren... Ich bin hier momentan auch am modifizieren, kann aber einen unmittelbaren Wandkontakt aus praktischen Gründen nicht realisieren (u.a. weil sich Fenster an der Front befinden). Wie sieht eigentlich das Reflektions bzw. Absorbtionsverhalten moderner Doppelglasfenster aus? U.U. sollte das ja günstiger als eine massive Wand sein...

Je fester die Scheibe ist, und je dichter der Rahmen abschließt, desto schallhärter sollte sie sein, denn sie kann schlicht und ergreifend weniger stark schwingen. Es ist doch so: alles, was eine Scheibe durchläßt, wird nicht reflektiert. Ein dünnes Fenster im Altbau ist bauakustisch schlechter und raumakustisch besser als ein dickes Doppelglasfenster.

Ich bin aber momentan auf Grund von (quick and dirty) Meßergebnissen wieder etwas in den Raum gezogen. Das Wasserfalldiagramm bzw. der Frequenzgang waren zwar ausgeglichener (ab 100 HZ aufwärts), die ETC-Werte (frühe Reflektionen) aber in meinem Fall deutlich stärker.

Läßt sich sagen, woher die stärkeren Reflexionen kamen? Seitenwände oder Front?

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Beitragvon JP » 11.02.2011, 11:10

Hallo Peter,

pkautzsch hat geschrieben:Es ist doch so: alles, was eine Scheibe durchläßt, wird nicht reflektiert.

So würde ich das auch einschätzen.:wink: Genauere Infos dazu habe ich aber leider nicht gefunden.

Läßt sich sagen, woher die stärkeren Reflexionen kamen? Seitenwände oder Front?

Ich nehme mal an von der Front. Wenn ich so nah wie möglich an die Front gehe, nehmen die Welligkeiten im Bassbereich zu, der restliche Frequenzverlauf wird aber deutlich linearer. Ich schließe daraus, daß die stärkeren Reflektionen ausschließlich durch tiefe Frequenzen bedingt sind. Das ETC-Diagramm wird leider nicht frequenzselektiv angezeigt. Dazu bedarf es weitere Messungen, die nicht den gesamten Bereich von 20k bis20Hz abdecken. Sobald ich dazu komme, bin ich hoffentlich schlauer.

Gruß

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Beitragvon pkautzsch » 11.02.2011, 11:58

JP hat geschrieben:Wenn ich so nah wie möglich an die Front gehe, nehmen die Welligkeiten im Bassbereich zu, der restliche Frequenzverlauf wird aber deutlich linearer. Ich schließe daraus, daß die stärkeren Reflektionen ausschließlich durch tiefe Frequenzen bedingt sind.


Naheliegende Vermutung: Stärkere Ausprägung stehender Wellen, wenn die Lautsprecher in der Nähe der "Druckmaxima" sind?

Es fragt sich, was das kleinere Übel ist: ein allgemein mäßig welliger Frequenzverlauf bis ganz hinunter, oder ein relativ linearer Frequenzverlauf über einen weiten Bereich und im Baß einige starke Unterschiede. Ich glaube, daß es einfacher ist, wenige stark ausgeprägte Überhöhungen in den Griff zu bekommen.

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Beitragvon Hannes_F » 11.02.2011, 19:36

ThomasT hat geschrieben:Praktisch ausprobiert?


Die Logik ist so erschlagend, da erübrigt sich jedes Ausprobieren!


Scheeeerz ...!

Also, ich habe
1. kein schlechtes Gewissen mehr, wenn ich meine Lautsprecher so nah an die Wand stelle, wie ich tue (habe dazwischen aber trotzdem Akustikzeugs)

2. einmal ausprobiert was passiert, wenn ich den Monitor direkt vor die nackte, kalte, unbehandelte Ziegelwand stelle (brrr). Hat mich nicht so richtig überzeugt, es wird im Frequenzgang doch ganz schön wellig und das ETC wird dadurch auch nicht schöner. Bei mir jedenfalls.

Insofern: Gut zu wissen!

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Beitragvon ThomasT » 14.02.2011, 11:08

Und was ist mit der stärkeren Anregung der Raummoden? Schliesslich stehen die Boxen an der Wand im Druck-Maximum der jeweiligen Mode.


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