Brumm,brumm,britzel, brumm....

Grundlagen der Tontechnik, Literatur- und Linktips

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juppy
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Re: Brumm,brumm,britzel, brumm....

Beitragvon juppy » 21.08.2014, 23:33

prinzipal hat geschrieben:Ich stelle mir das momentan noch so vor, daß ich am Ende den ganzen Mix dann durch eine DI-Box laufen lasse. Gut/schlecht

Gute Idee, aber:

Der Ausgang des Mischpultes sollte eigentlich schon symmetrisch sein?
Da macht eine DI-Box eigentlich wenig Sinn.
Viele DI-Boxen verringern obendrein den Ausgangspegel, sodaß damit die
folgende Endstufe nicht mehr ausreichend ausgesteuert werden könnte.

prinzipal
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Re: Brumm,brumm,britzel, brumm....

Beitragvon prinzipal » 22.08.2014, 01:35

Mix meinte ich hier nicht im Sinne von "nach dem Mischpult", sorry. Sozusagen, was ich dem Tonmenschen dann für seinen Mixer übergebe.

Hab mich jetzt nochmal intensiv belesen. Der Teufel steckt im Detail...: Die Unterschiede zwischen passiver und aktiver DI-Box waren mir so nicht klar, auch daß einige aktive DI Boxen gar nicht soo gut die Masse trennen (steht zumindest so im Netz). Werd mir noch paar passive besorgen (Palmer).

Noch eine Frage zu "Groundlift": wenn letztlich alle Geräte an genau einer Steckdose angeschlossen sind, sollte doch damit nur "ein Erdungspunkt" vorhanden sein, oder? (Damit also keine Brummschleife aufgrund verschiedener Erdpotentiale?)

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juppy
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Re: Brumm,brumm,britzel, brumm....

Beitragvon juppy » 22.08.2014, 02:13

prinzipal hat geschrieben:Mix meinte ich hier nicht im Sinne von "nach dem Mischpult", sorry.
Sozusagen, was ich dem Tonmenschen dann für seinen Mixer übergebe.

Du meintest also nur einen "Submix aller Keyboards"?
Damit liegt die volle Kontrolle über die Mischung bei Dir, und Du
nimmst aber dem FOH-Mischer Möglichkeiten von Korrekturen.

Es besteht aber immer noch das Risiko, daß Du dir Einstreuungen
zwischen Deinen Instrumenten und dem Keyboardmischer einfängst.

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Re: Brumm,brumm,britzel, brumm....

Beitragvon prinzipal » 22.08.2014, 09:22

Der "Submix" wäre noch ein eigenes Thema. Momentan summiere ich die Keys lediglich und gehe dann durch die (hochwertigen!!) Stereoeffekte, weil ich kein Mischpult gefunden habe, wo der FX-Regler genauso arbeitet, wie der "mix"regler an den Effektgeräten. (Und ich aber mit einer Hand beim Spielen genau diesen Mix verändern können muß, ohne daß Änderung am Volumen stattfinden).

Mein ganzes (neues) Set-up war und ist bis jetzt ein hochspannendes Thema, auch in Bezug auf Midi, Synchronisation etc....Vieles davon löst man dann in stundenlanger Vertiefung zuhause, aber die Störquellen im Livebetrieb kann ich leider nicht simulieren.:-)

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Re: Brumm,brumm,britzel, brumm....

Beitragvon sleepytomcat » 22.08.2014, 16:23

Wegen der Frage zum "groundlift":

Groundlift bedeutet nichts anderes, als das die Bezugserde des Set-up vom Erdpotential der Stromversorgung getrennt wird. Bei vielen Tongeräten wird die Bezugserde mit der Erde der Stromversorgung (Schutzleiter) zusammengelegt. Die Bezugserde des Set-up ist z. B. die Schirmung der Kabel. Niemals sollte der Schutzleiter der Stromversorgung abgetrennt werden (das ist KEIN groundlift!).

s. hierzu auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Groundlift-Schalter

Das alle Geräte über EINE Steckdose/Steckdosenleiste auf EINEN Netzanschluss laufen sollte selbstverständlich sein.
Der Kater

Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.
— Albert Einstein —
Elektrische Geräte kennen 3 Zustände:
eingeschaltet, ausgeschaltet, kaputt
— Wau Holland —

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Re: Brumm,brumm,britzel, brumm....

Beitragvon juppy » 22.08.2014, 20:35

sleepytomcat hat geschrieben:Das alle Geräte über EINE Steckdose/Steckdosenleiste auf EINEN Netzanschluss laufen sollte selbstverständlich sein.

Das ist eine Idealvorstellung, die man in eigenen Räumlichkeiten umsetzen kann.

Weder bei "on location recording" noch bei Beschallung kann man das voraussetzen.

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Re: Brumm,brumm,britzel, brumm....

Beitragvon tillebolle » 26.08.2014, 14:15

Wilfried hat geschrieben:Bin sonst nicht so der Freund von schon vorher geplanten möglichen Rückgaben.
Aber in diesem schwierigen Fall würde ich ausnahmsweise von dem 30 Tage Rückgabeangebot Gebrauch machen.

Slightly OT, aber trotzdem:
Ich finde das Gejammer der Online-Versender über hohe Rücklaufquoten unangemessen. Immerhin haben diese einen immensen Kostenvorteil durch den Verzicht auf Ladenfläche und Verkaufspersonal. Und außerdem wird die Rücksendemöglichkeit ja auch sehr intensiv beworben.
Ich bestelle auch nicht wild irgendwas, wovon ich schon weiß, dass ich es zurückschicke, und ich würde auch keine Mikros für eine Aufnahmesession bestellen, um sie anschließend zurückzuschicken. Aber wenn ich ernsthaft interessiert, aber noch unsicher bin habe ich da keine Skrupel.

Viele Grüße
tillebolle
SchöneTöne - Phonographie
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Re: Brumm,brumm,britzel, brumm....

Beitragvon Wolfus » 26.08.2014, 16:27

Dann bleibe ich mal eben kurz off topic:

Wir hatten sogar mal den Fall, dass uns vom Versender am Telefon im Vorfeld ausdrücklich angeboten wurde, eine PA-Box(!) doch senden zu lassen, zu testen und bei Nichtgefallen einfach zurückzusenden. Was wir am Ende vollständig so gemacht haben, denn wir waren nach dem Hörtest nicht zufrieden. Alles andere wäre die Katze im Sack gewesen.

Es kann natürlich auch ziemlich krassen Missbrauch geben, das will ich nicht abstreiten.
'Though nothing shows, someone knows. I wish that one was me. (Procol Harum, Quite Rightly So)

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Re: Brumm,brumm,britzel, brumm....

Beitragvon prinzipal » 20.12.2014, 19:53

nur zu oft, erfährt man in Foren nicht den Ausgang eines Falles, oder wie oder welche Dinge sich in dem speziellen Fall bewährt haben.

Deshalb mal hier ein Statusbericht von meinem "Fall":-)

Nach der Geschichte hab ich mir einen Furman AC-210 A E Power Conditioner gekauft und eine Palmer PLI-02 (also eben einen wirklich passiven Übertrager in ordentlicher Domension (!), im gegensatz zu den meist vor Ort vorhandenen aktiven DI-Boxen, die wohl nicht immer vollkommen galvanisch trennen).

Beides zusammen hat großartig bei einem Folgekonzert funktioniert: der Trennübertrager hat Brummen beseitigt und dank des Furmann,der mehrmals beim Equipmentaufbau "angeschlagen" hat (sprich: ausgegangen ist), konnte dem Tonverantwortlichen klargemacht werden, daß bei seiner "Anlage" etwas nicht stimmt, statt bei meiner........ Das fand ich am bemerkenswertesten, quasi Beweislastumkehr ;-) In der Folge mußte der an seinen Kabeln und Netzteilen rumfummeln und nicht ich an meinen.
Für mich hieß das, eine deutliche Stressreduzierung! Zeit ist beim Aufbau unglaublich kostbar und die sofortige Klarstellung, daß nicht das eigenen Equipment Problemverursacher ist, mehr als Gold wert beim Stresshändling.

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Re: Brumm,brumm,britzel, brumm....

Beitragvon juppy » 20.12.2014, 23:26

prinzipal hat geschrieben:Für mich hieß das, eine deutliche Stressreduzierung!
Zeit ist beim Aufbau unglaublich kostbar und die sofortige Klarstellung,
daß nicht das eigenen Equipment Problemverursacher ist, mehr als Gold
wert beim Stresshändling.

Das kennt wahrscheinlich jeder, der nicht (nur) in der abgeschlossenen
Umgebung seines Studios arbeitet.
Richtig stressig wird's, wenn der "Partner" verspricht, die Signale weiter
zu leiten, einen bis kurz vor dem Soundcheck warten läßt, und dann erst
die Probleme zu erkennen sind.
Das hat bei einer Video-Liveproduktion schon dazu geführt, daß ich wä-
rend des Soundchecks komplett alles doppelt mikrofoniert habe, um vom
Videoton für die Beschallung völlig autark zu sein.
Da standen dann für Video monströse Bändchenmikros für die Konzert-
aufzeichnung und kleine CMC54 auf aktiven Rohren für die Beschallung
am Vibraphon ...

Solange der Partner nicht WDR oder so ähnlich heißt, muß man immer
mit einer (bösen) Überraschung rechnen.

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Re: Brumm,brumm,britzel, brumm....

Beitragvon RainerG » 21.12.2014, 11:58

juppy hat geschrieben:Solange der Partner nicht WDR oder so ähnlich heißt, muß man immer
mit einer (bösen) Überraschung rechnen.



Das Problem liegt häufig daran, daß der Hausmeister zum "Tonmeister" wird...!


Grüße
RainerG
Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur wieder auf (Quelle unbekannt).
Siege wenn Du kannst, verliere wenn Du mußt, aber kapituliere nie! (André Kudelski).
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Re: Brumm,brumm,britzel, brumm....

Beitragvon tillebolle » 21.12.2014, 12:40

Ich erinnere mich mit Schrecken an einen Beschallungsjob vor vielen Jahren:

Der offenbar völlig ahnungslose Veranstalter/Bandmanager hatte "8 Mikrofone" bestellt. Die Band erwies sich dann als Tanz-Act mit 8-köpfiger (!) Perkussionstruppe. Dazu kam ein Videoproduktionsteam, das gerne sendefähigen Ton aus dem Beschallungspult haben wollte. :roll:
Um den Abend vor ausverkaufter Halle zu retten habe ich dann doch das große FOH-Pult aus dem LKW gezerrt. Weil dadurch natürlich alles viel länger dauerte und die Video-Heinis nur Brumm kriegten (weil sie, wie sich später herausstellte, ihren Strom aus irgendeiner Wandsteckdose bezogen) war ich am Ende der überforderte Trottel mit dem kaputten Equipment.

Heute weiß ich, dass man solche Idioten einfach nur auflaufen lassen muss.

Viele Grüße
tillebolle
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Holger
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Re: Brumm,brumm,britzel, brumm....

Beitragvon Holger » 21.12.2014, 13:08

Hi Kollegen,

was ich bei solchen Jobs auch als Ursache dafür erlebt habe, ist die mangelnde, bzw. mangelhafte Kommunikation.

Ich sehe bei Solchen Projekten nach Möglichkeit zu, so früh wie möglich den Kontakt zum FOH-Kollegen zu bekommen um sich abzustimmen, was auch gerne angenommen wird. Dann läuft es vor Ort in aller Regel sehr entspannt.

Viele Grüße

Holger

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juppy
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Re: Brumm,brumm,britzel, brumm....

Beitragvon juppy » 22.12.2014, 02:25

RainerG hat geschrieben:Das Problem liegt häufig daran, daß der Hausmeister zum "Tonmeister" wird...!

Das ist leider ein Pauschalurteil ...

Es waren durchaus kleine "professionelle" (Video- wie auch Ton-)Unternehmen,
bei denen ich auf Probleme gestoßen bin. Auch das Arbeitsmaterial war mitunter
aus einer Preisklasse, die für die Hobbyfraktion nicht mehr finanzierbar ist (z.B.
Royer-Bändchen für Video ...).

Holger hat geschrieben:was ich bei solchen Jobs auch als Ursache dafür erlebt habe, ist die mangelnde bzw. mangelhafte Kommunikation.

Ich sehe bei solchen Projekten nach Möglichkeit zu, so früh wie möglich den Kontakt zum FOH-Kollegen zu bekommen, um sich abzustimmen, was auch gerne angenommen wird. Dann läuft es vor Ort in aller Regel sehr entspannt.

Das eine wie das andere trifft zu ...

Doch im "Wanderzirkus" fehlt oft genug die Möglichkeit, sich entsprechend abzu-
stimmen, gerade bei Kollegen aus dem Bereich Video scheint es mir, daß sie mit
den Grundlagen und Problemen der Tontechnik wenig vertraut sind. Manches wird
mit dem Pragmatismus "wird schon gut" überspielt ...

Oft genug wird man mit der Überraschung konfrontiert, daß da noch mehr statt
finden soll als einem bei Auftragsannahme mitgeteilt wurde.

Genauso, wie mancher Musiker gerne ihren LapTop im technical rider anzugeben
vergessen. Aber auf solche Eventualitäten ist man immer vorbereitet ...


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