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Wahrnehmungsfrage...

Grundlagen der Tontechnik, Literatur- und Linktips

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prinzipal
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Wahrnehmungsfrage...

Beitragvon prinzipal » 18.11.2014, 12:10

Ich habe derzeit ein Phänomen, was ich mir nicht erklären kann:

Ausgangssituation: Pianosounds (fender Rhodes, Wurlitzer etc.) und dazu ein Echoeffektgerät, dessen "Mix" ich einstellen kann.

Wenn ich zuhause spiele, ist dann eigentlich ziemlich konkret ein Mixbereich zwischen Original/Effektanteil gefunden, der musikalisch gewünscht ist.

Spiele ich live über Amp, höre ich kaum die Echos, bzw. sie gehen unter und ich "regele" den Effektanteil hoch. Die gleichzeitig mitgeschnittene Aufnahme (direkt vom Mischpult, also nicht akustisch!) offenbart aber, das eigentlich der Effektanteil viel zu hoch gewesen sein muß.

Wie kann es sein, daß aus einem Signalgemisch im Livebetrieb ausgerechnet so etwas wie Echoeffekte, von der Wahrnehmung "geschluckt" werden?.... Wenn ein Amp an sich nicht soo klar wie eine Hifi-anlage reagiert und überträgt, müßte doch alles insgesamt diffuser sein, nicht aber nur so ein Effekt?

Wo schicke ich nun meine Analysegedanken entlang? Maskierungseffekte?
Jemand schon mal ähnliches erlebt?

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Wolfus
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Re: Wahrnehmungsfrage...

Beitragvon Wolfus » 18.11.2014, 15:06

Das kann u.a. liegen an:

* der Lautstärke
* dem Umgebungegeräusch
* Hall und (Beschallungs-) Echos, z.B. Leaking der PA

Vor allem die letzten beiden genannten Einflüsse können den Effekt maskieren. Gerade, wenn wie so oft im akustischen Nachhall der Bass lange stehen bleibt und/oder angehoben ist (Verdeckung).
'Though nothing shows, someone knows. I wish that one was me. (Procol Harum, Quite Rightly So)

prinzipal
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Re: Wahrnehmungsfrage...

Beitragvon prinzipal » 18.11.2014, 18:50

Vielen Dank, für die Anregung!

Ja, in der Tat gab es sehr starke Umgebungsgeräusche (Wasserrauschen, Sprudel etc.). Die Maskierung durch Bassmulm sollte dort nicht gegeben sein gewesen, aber das ist ein vorzüglicher Hinweis für evtl. Kirchenkonzerte o.ä..

Ich ziehe daraus auch die Schlußfolgerung: je leiser die Aufführungssituation, desto dezenter müssen/dürfen Effekte sein.

Und 2. heißt daß demnach auch, die Frequenzgänge der Maskierungsgeräusche zu beachten und ggbfs, die Effekte daraufhin abzustimmen. Wieder etwas dazugelernt, wo man im Livebetrieb eigentlich fast keinen Fokus drauf hat.

LG

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tgoerne
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Re: Wahrnehmungsfrage...

Beitragvon tgoerne » 19.11.2014, 17:50

den gleichen Effekt der Maskierung findet man bei der Mischung einer Mehrspuraufnahme: stellt man z.B. das Delay für Stimme oder Instrument "solo" ein bis man eine gute Balance gefunden hat, dann ist das Effektsignal (das ja u.U. einen erheblich geringeren Pegel als das Direktsignal hat) im Mix möglicherweise überhaupt nicht zu hören. Ggf muss man das Effektsignal dann dynamisch mischen, um auf den Rest der Musik zu reagieren (...was man live lieber nicht machen möchte ;-) )

Gruß, TG


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