Pegelunterschiede beim Sinuston

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fluffycloud
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Pegelunterschiede beim Sinuston

Beitragvon fluffycloud » 27.01.2016, 17:16

Ich höre jeweils die rechte dann linke mit einem Sinuston ab und habe einen pegelunterschied von 3db.
wenn beide boxen gleichzeitig laufen würden könnte ich es verstehen, weil es evtl zu phasenverschiebungen kommt, aber so.
bei white noise hingegen sind sie fast gleich.
Woran könnte das liegen?

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Re: Pegelunterschiede beim Sinuston

Beitragvon 22fuzzi » 27.01.2016, 19:42

Folgender Test:
Es handelt sich um eine Stereo Abhöre - oder?
wenn du beide gleichzeitig abhörst (den Sinus auf beiden Lautsprechern wiedergibst), wo lokalisierst du den Sinus?
Und nun das selbe mit Noise.

Wie hast du den Pegelunterschied von 3dB gemessen?
-> heisst, eine Seite ist doppelt so laut als die andere.

LG johannes

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Tomte
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Re: Pegelunterschiede beim Sinuston

Beitragvon Tomte » 28.01.2016, 00:08

Pegel gemessen? Je nach Frequenz ist der Ort der Mikrofonkapsel sehr entscheidend für den gemessenen Pegel bei einem Sinuston. Schon kleine Reflexionen gegenüber können da viel machen.

fluffycloud
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Re: Pegelunterschiede beim Sinuston

Beitragvon fluffycloud » 28.01.2016, 11:59

Ja gemessen. Komisch ist auch wenn ich die Lautstärke beim Interface langsam hochdrehe erst eine Box präsenter ist, gebe ich mehr hinzu kommt die andere nach.

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juppy
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Re: Pegelunterschiede beim Sinuston

Beitragvon juppy » 28.01.2016, 12:20

Ganz banale Ursache, die mir dazu einfällt: Gleichlauf der Kanäle des Pegelstellers.

3 dB Abweichung zwischen den Kanälen bei einem Stereopotentiometer (bzw. zwei
einzelnen Monopotis für L & R) im analogen Teil des Interfaces würden mich nicht
überraschen.

Gleicher Effekt auch, wenn Du die Lautstärke digital in der DAW bzw. Software
einstellst?

Ansonsten können auch Raumeinflüsse Einfluß auf die Messung haben (wie bereits
erwähnt). D.h., Du solltest für eine Messung den einen Lautsprecher exakt an die
selbe Position stellen wie den anderen.

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RainerG
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Re: Pegelunterschiede beim Sinuston

Beitragvon RainerG » 28.01.2016, 13:44

Messungen an einer Abhöre im Raum sollte man immer mit Rosarauschen machen. Bei Sinustönen bilden sich Stehwellen im Raum die das Ergebnis verfälschen. Da kann es sein, daß wenn das Meßmikrofon nur um ein paar Zentimeter verschoben wird, etwas ganz anderes heraus kommt.
Ansonsten kann - wie es juppy schreibt - es durchaus sein, daß der Gleichlauf der Potentiometer schlecht ist. Insbesondere im untersten Drehbereich ist der Gleichlauf oft mangelhaft.
Ich habe hier bei meiner Ahöre VCA-Verstärker (Lawo DW 990 V /2), da kann ich mit einem einfachen Potentiometer alle Kanäle exakt gleichlaufend steuern.

Grüße
RainerG
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Re: Pegelunterschiede beim Sinuston

Beitragvon fluffycloud » 28.01.2016, 15:59

RainerG hat geschrieben:Messungen an einer Abhöre im Raum sollte man immer mit Rosarauschen machen. Bei Sinustönen bilden sich Stehwellen im Raum die das Ergebnis verfälschen. Da kann es sein, daß wenn das Meßmikrofon nur um ein paar Zentimeter verschoben wird, etwas ganz anderes heraus kommt.
Ansonsten kann - wie es juppy schreibt - es durchaus sein, daß der Gleichlauf der Potentiometer schlecht ist. Insbesondere im untersten Drehbereich ist der Gleichlauf oft mangelhaft.
Ich habe hier bei meiner Ahöre VCA-Verstärker (Lawo DW 990 V /2), da kann ich mit einem einfachen Potentiometer alle Kanäle exakt gleichlaufend steuern.

Grüße
RainerG


Diese Potentiometer sind im Interface verbaut.
Werde ich mal ein neues Interface holen

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juppy
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Re: Pegelunterschiede beim Sinuston

Beitragvon juppy » 28.01.2016, 16:34

fluffycloud hat geschrieben:Diese Potentiometer sind im Interface verbaut.
Werde ich mal ein neues Interface holen

Da wirst Du wahrscheinlich vom Regen in die Traufe kommen.

Gute Potis mit einem Gleichlauf innerhalb von 2 dB sind teuer,
und auch dieser Wert dürfte sich bei einer Dämpfung von mehr
als 40 dB deutlich verschlechtern.
Selbst wenn im Geräteprospekt geschrieben steht, daß "alps"
verbaut wurde, ist das noch lange kein Garant, daß der Her-
steller auch die teuersten alps einsetzt ...

Hier kannst Du dir die Daten von ALPS-Potis anschauen und
dich von der Richtigkeit meiner These im Einleitungssatz
überzeugen:

http://www.alps.com/products/e/category ... meter.html

Die Alternative dazu ist die von RainerG aufgezeigte Variante
mit dem LAWO DW990, der zwei VCAs auf einer Europa-Karte
beherbergt, die sich mit einem Poti ansteuern lassen.

Oder einem speziellen IC, das diese Aufgabe erfüllt, entweder
digital oder mit einer Spannung gesteuert. Ad hoc fällt mir
jedoch nur der TDA1524a ein. [1]

Egal, ob LAWO DW990 oder Spezial-IC, beides muß erst einmal
zu einem funktionsfähigen Gerät zusammengesetzt werden.

Wenn Du schreibst, daß bei höheren Lautstärkeeinstellungen
der leisere Lautsprecher "aufholt", dann wäre vielleicht auch
ein PAD zwischen Interface und Lautsprecherverstärker eine
Option, sodaß Du den Lautstärkesteller des Interfaces nur im
Bereich des besseren Gleichlaufs nutzt.[2]

Was hindert dich daran, die Abhörlautstärke in der Audio-
software einzustellen und das Interface auf maximalen
Ausgangspegel?


[1] Dieses IC aus den 80er Jahren dürfte nicht mehr so ganz
auf dem Stand der Technik sein und war eher für Consumer-
Produkte (Autoradio, Ghettoblaster etc.) gedacht:
http://cache.nxp.com/documents/data_she ... 4A_CNV.pdf

[2] Ein PAD wären pro Kanal 2 oder drei Widerstände, die
man problemlos in einem Stecker einlöten könnte, sofern
es sich nicht um 3,5 mm Stereoklinkenstecker handelt.

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Re: Pegelunterschiede beim Sinuston

Beitragvon fluffycloud » 29.01.2016, 11:22

Wenn ich mir einen Potentiometer kaufen würde, wüsste ich garnix damit anzufangen.

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Re: Pegelunterschiede beim Sinuston

Beitragvon juppy » 29.01.2016, 14:06

@ fluffycloud:

Ich wollte Dir nur aufzeigen, daß mit einem neuen Interface / DA-Wandler Dein Problem
wahrscheinlich nicht gelöst ist, wenn die Ursache in den Lautstärkestellern liegt. Auch
nicht in einer höheren Preisklasse, solange der Ausgangspegel analog über Potis einge-
stellt wird. Vielleicht habe ich nur etwas zu weit ausgeholt ...

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Re: Pegelunterschiede beim Sinuston

Beitragvon fluffycloud » 29.01.2016, 22:14

juppy hat geschrieben:@ fluffycloud:

Ich wollte Dir nur aufzeigen, daß mit einem neuen Interface / DA-Wandler Dein Problem
wahrscheinlich nicht gelöst ist, wenn die Ursache in den Lautstärkestellern liegt. Auch
nicht in einer höheren Preisklasse, solange der Ausgangspegel analog über Potis einge-
stellt wird. Vielleicht habe ich nur etwas zu weit ausgeholt ...


Ja hast etwas weit ausgeholt :-P
Da mir das Know How fehlt muss ich es so stehen lassen.
Werde ich wahrscheinlich auch nicht der einzige sein.
Würde ein Monitorcontroller dieses Problem beheben??

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Re: Pegelunterschiede beim Sinuston

Beitragvon juppy » 30.01.2016, 01:59

... ich wüßte nicht, welcher Monitorcontroller aus dem großen Angebot die beiden Kanäle
nicht über ein Stereopoti, sondern über ein digital oder spannungsgesteuertes Stellglied
führt, um derartige Gleichlaufprobleme zu umgehen.

Die billigen und erst recht die "passiven" bestimmt nicht ...

Wenn Dir der Ausgang des Interfaces generell zu laut ist, würde ich - wie schon erwähnt -
ein PAD bzw. Dämpfungsglied in die Kabel zum Lautsprecherverstärker einfügen.
Dann kannst Du den Lautstärkesteller des Interfaces wenigstens in dem Bereich benutzen,
in dem der Gleichlauf beider Kanäle akzeptabel ist.

Für symmetrische (XLR-) Verbindungen findet man bei ebay verschiedene Angebote, z.B.:

Cordial CDG20 Dämpfungsglied 20dB Neutrik Festadapter XLRfemale <> XLRmale
http://www.ebay.de/itm/Cordial-CDG20-Da ... Sw0e9UwTqQ
Das Datenblatt dazu findet man hier:
http://katalog.cordial.eu/media//produk ... 20CKKL.pdf

Einfacher und billiger PAD mit 20 dB (mit Widerständen aufgebaut)
http://www.ebay.de/itm/XLR-IN-LINE-Ausg ... SwD0lUkGW5

MA-123 Einstellbares Dämpfungsglied f. sym. Mikros 10/20/30 dB,
(vermutlich auch mit Widerständen aufgebaut)
http://www.ebay.de/itm/MA-123-Einstellb ... SwaNBUfaOA

Preiswerter wird's, wenn man selber löten kann und diese Widerstände, zwei oder drei,
je nachdem, ob sym. oder unsym., in die Kabel(-stecker) zum Endverstärker einbaut.

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Re: Pegelunterschiede beim Sinuston

Beitragvon pkautzsch » 30.01.2016, 12:33

Wenn am Interface der Ausgangspegel zu hoch ist (in dem Bereich, wo beide Kanäle gleich laut kommen), wieso sollte man dann eigentlich eine Dämpfungsschaltung in den Kabelweg bauen? Kann man nicht einfach die Verstärkung in der Endstufe bzw. den "Aktivboxen" leiser drehen? (Und: wäre das nicht sowieso sinnvoller?

Da der Pegelunterschied mit rosa Rauschen aber nicht auftritt, glaube ich eher an die Erklärung mit den raumbedingten Auslöschungen beim Sinus.
Daß die eine Box erst später "kommt", kann auch an einem verschmutzten Poti liegen.

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Re: Pegelunterschiede beim Sinuston

Beitragvon fluffycloud » 30.01.2016, 12:47

pkautzsch hat geschrieben:Wenn am Interface der Ausgangspegel zu hoch ist (in dem Bereich, wo beide Kanäle gleich laut kommen), wieso sollte man dann eigentlich eine Dämpfungsschaltung in den Kabelweg bauen? Kann man nicht einfach die Verstärkung in der Endstufe bzw. den "Aktivboxen" leiser drehen? (Und: wäre das nicht sowieso sinnvoller?

Da der Pegelunterschied mit rosa Rauschen aber nicht auftritt, glaube ich eher an die Erklärung mit den raumbedingten Auslöschungen beim Sinus.
Daß die eine Box erst später "kommt", kann auch an einem verschmutzten Poti liegen.



Mit White Noise habe ich einen Unterschied von etwas mehr als 1 db, aber ich denke das kommt in der Preisklasse häufiger vor

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Re: Pegelunterschiede beim Sinuston

Beitragvon juppy » 31.01.2016, 21:47

pkautzsch hat geschrieben:... eine Dämpfungsschaltung in den Kabelweg bauen?
Kann man nicht einfach die Verstärkung in der Endstufe bzw. den "Aktivboxen" leiser drehen?
Und: wäre das nicht sowieso sinnvoller?

Lach, ... manchmal übersieht man die einfachsten Möglichkeiten und Lösungen.
Wobei HiFi-Endverstärker häufig keine Möglichkeit bieten, den Pegel einzustellen.


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