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Einige Fragen zu Audiorestauration

Grundlagen der Tontechnik, Literatur- und Linktips

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DnbDaice
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Einige Fragen zu Audiorestauration

Beitragvon DnbDaice » 23.03.2016, 13:07

Hallo an Alle!

Ich hoffe ich bin in diesem Forum richtig :)

Um mich kurz vorzustellen:

Mein Name ist Felix Rauchwarter und ich studiere aktuell Medientechnik im 6. Semester. In meiner abschließenden Bachelorarbeit möchte ich gerne das Thema Audiorestauration behandeln.
Um einen Überblick zur gegenwärtigen Situation zu erhalten wende ich mich an euch.

1. Was sind die größten Probleme die ihr in diesem Bereich habt? (z.B.: Clipping, Rauschen, Räumlichkeit, Brummen..etc.

2. Welche Programme haben sich bei euch bewährt?

Ich bin auf eure Antworten gespannt. (Es wäre auch sehr hilfreich, falls jemand andere Gruppen oder Plattfomen kennt)

PS.: Wenn es möglich wäre, würde ich mich freuen wenn ihr mir zu restaurierendes Material (an felix.rauchwarter@gmx.at) zukommen lassen könntet damit ich einen Arbeitspool habe

Liebe Grüße,
Felix

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tillebolle
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Re: Einige Fragen zu Audiorestauration

Beitragvon tillebolle » 23.03.2016, 14:52

Hallo Felix,

herzlich willkommen! Ich denke, hier bist Du richtig.

1.) Ich mache überwiegend Livemitschnitte von klassischen Konzerten. Daher geht es mir v.a. darum, unerwünschten "Beifang" wie Huster, Stuhlknarzen, Handyklingeln, Raumrauschen etc. zu minimieren.

2.) Ich nutze dazu Izotope RX4.

Es gibt von Izotope ein Tutorial und begleitendes Audiomaterial (https://www.izotope.com/en/support/support-resources/guides/), an dem man sehr gut üben kann.

Viele Grüße
tillebolle
SchöneTöne - Phonographie
http://www.schönetöne.com

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Wilfried
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Re: Einige Fragen zu Audiorestauration

Beitragvon Wilfried » 23.03.2016, 15:24

DnbDaice hat geschrieben:Was sind die größten Probleme die ihr in diesem Bereich habt?


Die grössten Probleme liegen vor der eigentlichen Softwarebearbeitung.

Nämlich:
1.) Suchen nach der ersten Bandgeneration. Kann Monate bis Jahre dauern.
2.) Lose freitragende Bandwickel. Schonmal 1000 m Bandsalat auf Spule gebracht? Macht richtig Spaß.
3.) Klebrige Klebestellen. Mach mal 150+ neu. Incl. Reinigung der neuen Klebestellen - Strafarbeit.
4.) Bänder, die Kleben, wo dann nur mehrfaches sorgfältiges Ausbacken hilft. Das geht noch. Kostet nur viel Zeit.
5.) Azimuteinstellung. Eines der geringeren Probleme.
6.) Verringerung des Kopiereffekts durch mehrmaliges Umspulen, falls das Band nicht zu brüchig ist.

Dann bei der SW-Bearbeitung:
1.) Schwankendes Intermodulationsraushen. Sehr schwer zu beseitigen.
2.) Manchmal: Finden einer Stelle ohne Nutzsignal. Zwecks Rauschprobenentnahme.
3.) Bandquietschen - Am Besten mitsingen. :roll:
4.) Tonaussetzer (dropouts) - Ganz übel. Manchmal findet man im Material eine identische Stelle, die halbwegs einwandfrei ist.
Da helfen manchmal Mehrfachkopien des Ausgangsmaterials. Oder die 2. Generation.
Da ist dann die Beseitigung von Knaksern, Rauschen, Brummen und Bandsättigungseffekten vergleichsweise einfach.
Braucht nur ganz viel Zeit und Geduld.

Sowas ist immer ein Gutelaunekiller. Stabile Psyche sollte man haben.
If you can't fix it with a hammer, you've got an electrical problem.

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Wilfried
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Re: Einige Fragen zu Audiorestauration

Beitragvon Wilfried » 23.03.2016, 17:51

Nochwas.

Die Kosten. Riesiges Problem.
Faustregel: Mindestens 1 Stunde pro fertiger Minute.

Bei einem Stundensatz von 40 EUR pro Stunde (Handwerkermeistertarif)
erledigen sich übrigens die meisten Anfragen der Art "Kannst du mal schnell..."
If you can't fix it with a hammer, you've got an electrical problem.

DnbDaice
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Re: Einige Fragen zu Audiorestauration

Beitragvon DnbDaice » 31.03.2016, 14:46

tillebolle hat geschrieben:2.) Ich nutze dazu Izotope RX4.

Es gibt von Izotope ein Tutorial und begleitendes Audiomaterial (https://www.izotope.com/en/support/support-resources/guides/), an dem man sehr gut üben kann.
tillebolle


Vielen Dank, Probleme sind notiert :)

Schaue ich mir genauer an :)

Wilfried hat geschrieben:Die grössten Probleme liegen vor der eigentlichen Softwarebearbeitung.


Okay danke für deine Antwort :)
Ich hatte bis jetzt noch nicht das Vergnügen mit Bändern zu Arbeiten (Weder Recording noch Aufbereitung) hört sich aber ganz schön mühsam an :shock:
Ich habe beschlossen die Digitalisierung wegzulassen bzw nur kurz anzuschneiden, da dies eine eigene Arbeit abdecken würde :mrgreen:
Ich will mich eher auf aktuelle Probleme und deren beseitigung konzentrieren :)

Wilfried hat geschrieben:Stabile Psyche sollte man haben.

Bis jetzt funktioniert alles noch recht gut :mrgreen:

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Re: Einige Fragen zu Audiorestauration

Beitragvon LoboMixx » 31.03.2016, 21:42

Vor etlichen Jahren habe ich mal einige Tonbänder und Kassetten digitalisiert für einen Kunden. Da das Material insgesamt sehr gut war, sowohl aufnahmetechnisch als auch vom Erhaltungszustand gab es für mich nur wenig nach zu bearbeiten. Allenfalls etwas Entrauschen, überlange Pausen kürzen (es handelte sich um ungeschnittene Live-Aufnahmen) und natürlich Tracks setzen.
Da das aber nicht unbedingt der Normalfall ist und es schnell so ausarten kann wie @Wilfried es beschrieben hat, biete ich diese Dienstleistung gar nicht offiziell an.

Ansonsten fallen bei mir die "üblichen" Störer an wie sie @tillebolle aufgezählt hat und wie sie bei Live-Mitschnitten auch kaum vermeidbar sind. Zuletzt hatte ich noch einen kräftigen Nieser im Auftakt des Dirigenten und damit im ersten Akkord des Orchesters und einen zu Boden fallende Geigen-Dämpfer und einen Bleistift im Orchester selber.
Mein Werkzeug dafür ist das Modul "Spectral Cleaning" aus Samplitude Pro X2 mit dem ich auch für diesen Zweck ausreichend gut klarkomme. Wenn der Störer in die Generalpause fällt (gar nicht so selten) oder in die Pause zwischen zwei Sätzen ist es einfacher und vom Ergebnis her sauberer, ganz normal zu schneiden.

Gruß, Jürgen


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