Aktuelle Studie zu "MP3"

Grundlagen der Tontechnik, Literatur- und Linktips

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hafi69
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Aktuelle Studie zu "MP3"

Beitragvon hafi69 » 18.12.2016, 13:49

Ein Kollege machte mich auf Folgendes aufmerksam:

In Kürze:
https://techxplore.com/news/2016-12-compression-format-timbre-music-loss.html

Komplett:
http://www.aes.org/tmpFiles/elib/20161218/18523.pdf

Ich kommentiere das jetzt mal nicht weiter...

Schöne Feiertage!

LoboMixx
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Re: Aktuelle Studie zu "MP3"

Beitragvon LoboMixx » 18.12.2016, 15:00

Hab´s mal überflogen und meine erste Frage war: wie stark wurden die MP3-Dateien komprimiert?

Dazu habe ich den folgenden Abschnitt gefunden:

Compressed sounds were encoded and decoded using
the LAME MP3 encoder [49]. Instrument sounds were
compressed with three different bit rates. As a preliminary
step, we listened to the sounds compressed at different bit
rates and judged that 112 Kbps sounds were the lowest bit
rate that sounded nearly indistinguishable from the origi-
nal sounds. Sounds at 32 Kbps had obvious artifacts. We
selected 56 Kbps as an intermediate bit rate, representing
medium quality between indistinguishable and obvious ar-
tifacts (i.e., some artifacts). Though these particular bit rates
may not be as common in practice, they are representative
of the basic levels of compression. These three bit rates also
gave near-perfect (for 32 Kbps), intermediate (for 56 Kbps),
and near-random (for 112 Kbps) discrimination results in
a previous discrimination study of these MP3-compressed
musical instrument sounds [40], meaning listeners in that
study could nearly always notice a difference between the
original sound and a 32 Kbps compression, sometime no-
tice a difference for 56 Kbps, and were unable to reliably
notice a difference for 112 Kbps.


Schon vor langem, seit ich mich mit MP3 beschäftige, habe ich beschlossen, nicht mit weniger als 192 Kbps zu komprimieren, da mir schon bei 112 Kbps gelegentlich und bei kritischen Klängen Störungen (Verzerrungen, Artefakte) im Klang auffielen (Klassik-Aufnahmen), von Datenraten noch darunter ganz zu schweigen. 192 Kbps scheint mir da doch einen akzeptablen "Sicherheitsabstand" zu bieten" wobei die Datenmenge immer noch klein genug bleibt.
Also wundert mich es in keiner Weise, wenn bei der für die Studie gewählten Rate von 56 Kbps "Verluste" im Klang auftreten, wie aufschlussreich.

Leider kann man Datenreduktionsraten unter 112 Kbps bei MP3 nicht verbieten (und sollte es natürlich in einer freien Welt auch nicht!), aber wer diese nutzt ist selber schuld, wenn es sch..lecht klingt :opa:
Andererseits: es soll ja Musik geben, die auch bei nur 32 Kbps nicht schlechter klingt als im Original :twisted:
Und leider hören bekanntlich viele Menschen sowieso nicht mehr richtig hin :-x

A propos MP3:
Ich habe mir erlaubt, hier eine MP3-Datei in eigener Sache anzuhängen (hier leider nur mit 112 Kbps, da die Datei sonst zu groß geworden wäre) mit der ich allen hier hier im Forum die hier vorbei schauen einen kleinen Weihnachtsgruß senden möchte.
In einer eigenen Bearbeitung eines bekannten Weihnachtslieds lasse sozusagen die Lichter am Weihnachtsbaum einen leicht angeschrägten Bossa tanzen (ebenfalls von mir mittels Playback eingespielt).

Viel Vergnügen und eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit!
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Re: Aktuelle Studie zu "MP3"

Beitragvon juppy » 19.12.2016, 02:17

Warum hat man in der Studie die Komprimierungen mit höheren Datenübertragungsraten außen vorgelassen?

Wie LoboMixx schreibt, 192 Kbps sind für den gemeinen Konsumenten unter Berücksichtigung der Wiedergabekomponenten kaum noch vom Original zu unterscheiden, bei noch höheren Übertragungsraten werden Unterschiede allenfalls noch im direkten Vergleich wahrnehmbar.

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hafi69
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Re: Aktuelle Studie zu "MP3"

Beitragvon hafi69 » 19.12.2016, 08:24

Offenbar ging es den Machern dieser "Studie" doch nur darum darzulegen welche Phantasieattribute ihre Probanten bestätigen können,
wenn man die Datenrate nur absurd niedrig ansetzt. Bei reellen (angemessenen) Datenraten treten solche Effekte gar nicht erst auf.

Für mich ist das Wissenschaft auf Kirmesniveau: Mangels relevanter Fragestellung kein praktischer Nutzen, und selbst wer sich dafür interessiert wie 20 Teilnehmer auf grottenschlechte Audioqualität reagieren hat am Ende nichts überprüfbares gelernt.

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Re: Aktuelle Studie zu "MP3"

Beitragvon tillebolle » 19.12.2016, 12:51

LoboMixx hat geschrieben:Ich habe mir erlaubt, hier eine MP3-Datei in eigener Sache anzuhängen (hier leider nur mit 112 Kbps, da die Datei sonst zu groß geworden wäre) mit der ich allen hier hier im Forum die hier vorbei schauen einen kleinen Weihnachtsgruß senden möchte.
In einer eigenen Bearbeitung eines bekannten Weihnachtslieds lasse sozusagen die Lichter am Weihnachtsbaum einen leicht angeschrägten Bossa tanzen (ebenfalls von mir mittels Playback eingespielt).

Viel Vergnügen und eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit!

Hübsch! Aber leider aufgrund der 112 Kbps nicht heroisch genug :lol:

Frohe Weihnachten!
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LoboMixx
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Re: Aktuelle Studie zu "MP3"

Beitragvon LoboMixx » 19.12.2016, 23:04

tillebolle hat geschrieben:Hübsch! Aber leider aufgrund der 112 Kbps nicht heroisch genug :lol: ...

Da bin ich aber durchaus beruhigt. Heroismus hatte ich gar nicht hinein gepackt, ist also auch diesbezüglich nix verloren gegangen.
Sollte eher lustig sein und ich hoffe, dass der Spaß beim Komprimieren nicht gelitten hat :lol:


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