Mischpult Versus DAW

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MarkusP
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Re: Mischpult Versus DAW

Beitragvon MarkusP » 10.02.2017, 08:23

Hallo auch,

soweit es mir bisher "passiert" ist, werden die Faderbewegungen mit der Maus bei scharfgeschalteter Automation auch geschrieben.

Gruß aus Berlin

MarkusP.

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loopbreaker
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Re: Mischpult Versus DAW

Beitragvon loopbreaker » 10.02.2017, 09:44

Danke!

Ich automatisiere das Meiste mit der Maus.
Meist will ich nur bei einen Regler eine Kleinigkeit machen, dann drück ich in Cubase beim Plugin auf das "w" (automation write),
Play, bewege den Regler mit der Maus, Stop...: Fertig
Bis ich mir den Regler auf einen Controller gemappt hätte, hab ich das Meiste schon mit der Maus erledig...

Aber bei mehrere Reglern gleichzeitig, und auch von der Haptik und so, sind Controller Hammer...

LG
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tillebolle
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Re: Mischpult Versus DAW

Beitragvon tillebolle » 10.02.2017, 10:10

manjak hat geschrieben:
tillebolle hat geschrieben:Für die "Feinabmischung" zu Hause nutze ich einen Avid Artist Mix Controller und bin ganz zufrieden damit. Allerdings gibt es möglicherweise für Dich einen Nachteil: Die Fader fahren ja die programmierten Volumenkurven motorisiert sehr schön mit, aber sobald man einen Fader berührt wird er freigegeben und man ändert die Volumenwerte sofort manuell. Möglicherweise gibt es auch Geräte, die etwas "störrischer" sind und den Fader erst mit sanfter Gewalt freigeben, oder Geräte, bei denen man das entsprechend einstellen kann. Das würde ich mal nachprüfen.


Wegen der Sinsibilität mache ich mir da eher weniger Gedanken, ich nutze seit fast 40 Jahren eine Klappdeckeluhr, bei man die Zeiger mit den Finger abtastet. Bisher habe ich die feinen und kleinen Zeiger noch nie verschoben und ich denke, dass ich auch mit den Motorfadern zurechtkommen werden.

Was mir dazu gerade noch einfällt: Die Faderkappen der Controller sind aus Metall und reagieren auf Berührung. Möglicherweise könntest Du einen Teil der Kappe mit Tesa abkleben und dann darauf die Faderbewegungen zur Kontrolle "mitfahren", ohne sie zu beeinflussen. Du sagst zwar, das sei für Dich kein Problem, aber ich kann mir schon vorstellen, dass diese Art von haptischer Rückmeldung für Dich hilfreich wäre.

Viele Grüße
tillebolle
SchöneTöne - Phonographie
http://www.schönetöne.com

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Thomas K
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Re: Mischpult Versus DAW

Beitragvon Thomas K » 18.02.2017, 12:46

manjak hat geschrieben:Moyn Zusammen,

ich habe mal eine rein praktische Frage. Bei der Nachbearbeitung einer Aufnahme ist es erfahrungsgemäß notwendig bei der einen oder anderen Passage eine Stütze etwas anzuheben bzw. abzusenken oder anderweit zu bearbeiten. Ich mache das aktuell über meine DAW am Computer, indem ich den Part als Objekt heraustrenne, den Pegel nachregele und dann die Stellen wieder verklebe. Das ist natürlich immer mit einem gewissen Aufwand verbunden, wobei ich mir dafür inzwischen Routinen programmiert habe um das zu vereinfachen.

Es gibt hier wohl auch einen Ansatz, dass über eine Mixerkonsole zu bewerkstelligen. Die Aufnahmespuren liegen dabei auf dem Mixer und können über die Fader geregelt werden, wobei natürlich auch Einstellungen wie EQ, Hall etc. beeinflusst werden können. Das Ergebnis wird auf einer Stereospur mitgeschnitten und der Mix faktisch on the fly durchgeführt. Das ist im Prinzip weniger aufwendig, weil man hier nicht die Spuren auftreten, bearbeiten und später wieder verkleben muss und man kann natürlich mehrere Kanäle parallel über die Fader steuern.

Den Vorteil des ersten Verfahrens sehe ich einfach darin, dass ich mir mein Ergebnis gern später noch einmal anhöre und dann vielleicht feststelle, dass die ein oder andere Anpassung doch etwas anders sein sollte und dann nur die Stelle noch einmal dezidiert anpassen kann, Beim zweiten verfahren müsste ich dann den ganzen Durchlauf noch einmal machen, natürlich in der Hoffnung, dass ich dann alles richtig aussteuere, was ich für schwierig halte.

Bei einer Liveshow oder einer Rundfunkübertragung kann ich natürlich Verfahren 2 sehr gut nachvollziehen, aber bei einem Mitschnitt von einem Konzert, das ich hinterher in Ruhe in meinem stillen Kämmerchen bearbeite, sehe ich eher den Vorteil beim ersten Verfahren. Wesentlich für mich ist, dass ich im Bereich U-Musik gar nicht aktiv bin, sondern es ausschließlich mit E-Musik zu tun habe (man verzeihe mir die etwas Plumpe auf GEMA-pragmatik basierende Unterscheidung).




Wir macht Ihr Profis das?
Geht Ihr über den PC ohne Mixer oder setzt Ihr einen Mixer ein?
Gibt es möglicherweise noch einen anderen und einfacheren Weg?

Viele Grüße
Manfred


Hallo Manfred,

ich melde mich mal wieder zu Wort.
Ich kenne diese Diskussion gut, auch ich stand vor der Frage, wie man es am Besten macht.
Nun habe ich mir vor 4 Jahren ein X32 compact Digitalpult zugelegt, welches ich mittlerweile mit 2x S16 Stageboxen und zur Zeit mit bis zu 20 Mikrofonen betreibe.
Bei der Bearbeitung dieser Mehrpuraufnahmen (erst Mehrspurschnitt, dann Mischung, dann Master) wollte ich einerseits auf die Haptik meines (teuer gekauften) Pultes zurückgreifen und auch die Resourcen (EQ/Hallräume etc.) dieses Pultes nutzen, andererseits wollte ich eine Faderautomatisierung, wie sie zunächst einmal nur die DAW bietet. Die Nutzung des Pultes als DAW-Controler kam für mich nicht in Frage, da sie für meine DAW im Pult nur ungenügend implementiert ist und ich eben auch die kompletten Ressourcen des Pultes nutzen wollte.
Die Lösung für mein Problem fand Patrick Gilles Maillot, ein Mitstreiter, der sich in der Behringer X32 community durch die Programmierung von tools zur kostenlosen Nutzung sehr verdient gemacht hat,
Das so entstandene Tool ermöglicht das reproduzierbare Schreiben einer Mischkurve sämtlicher Pultparameter in eine Datei, wobei die Timeline (Midi TC) der DAW dabei den Master darstellt. Ein editieren der Mischkurven ist jederzeit möglich, die Anzahl der jeweils gewünschten Parameteränderungen ist dabei frei wählbar. Hat man auf diese Art und Weise die Mischung Stück für Stück optimiert, steuert die Datendatei bei der Erzeugung des 2Spur-Masters alle Mischparameter on the fly. Ich spiele also aus der DAW alle Spuren simultan zu und zeichne den 2Spur-Master wieder in der DAW auf. Die originale Mehrspuraufzeichnung ist bei mir immer 24bit, das Pult arbeitet in 40bit Fließkommaarithmetik, die DAW in 32bit Flieskommaarithmetik. Die Mischung einmal komplett durch das Pult zu schicken ist also mit keiner wahrnehmbaren Qualitätsverschlechterung verbunden.
Bei der Definition des "Pflichtenheftes" für dieses tool war die Problematik zu bedenken, dass das X32 keine touchsensitiven Fader besitzt, die gefundene Lösung ist trotzdem sehr praxistauglich.
Das alles setzt natürlich ein Pult der X32-Serie voraus.
Mittlerweile habe ich mich bei der Mischung dazu entschieden, nicht mehr einen internen Hall des Pultes sondern hochwertige Hallplugins in meiner DAW zu nutzen. Auch dieses ist problemlos möglich, da das Pult über die Möglichkeit verfügt, die Latenzen des DAW-Plugins auszugleichen.

LG Thomas
Thomas


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