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Dithering mit Logic Pro9/Waveburner

Tipps, Tricks und "Kochrezepte" für den guten Ton

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paco de colonia
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Dithering mit Logic Pro9/Waveburner

Beitragvon paco de colonia » 23.09.2012, 19:11

Hallo,

ich nehme mit Logic Pro 9 mit 24/44.1 auf.
Die Dateien bounce derzeit in Logic ohne Dithering.
Anschließend importiere ich in Waveburger und dithere mit dem Pow-R1 Dithering Algorythmus unmittelbar
beim Brennvorgang.

Bei anspruchsvollem Musikmaterial gefällt mir das Ergebnis (auf CD) nicht.

Gibt es einen Trick, wie ich methodisch besser vorgehe?
Ich möchte keine Dutzende von CD´s verschleißen, um alle erdenklichen Möglichkeiten durchzuspielen.

So könnte ich z.B. bereits in Logic Pro mit dem Apogee AV22 dithern,
oder in Waveburner vorab den Mix beim bouncen dithern und beim Brennvorgang das Dithering ausschalten.

Den Brennvorgang mache in in geringstmöglicher Geschwindigkeit, als Brenner nutze ich das interne Laufwerk
meines 2 Jahre alten Macbookpro.
Als Rohlinge verwende ich die Tevion CD-R´s vom Aldi, habe aber noch keine Alternativen durchprobiert.

Gibt es eine Möglichkeit, in Logic oder in Waveburner mit einem anderen Algorythmus zu dithern und kein kleines Vermögen wie beim Weiss Saracon dafür auszugeben?

Ich werde das Gefühl nicht los, das es zwischen Aufnahme und gebrannter CD ein- oder mehrere "Nadelöhre" gibt, die ich noch nicht kenne :-(
Wer kann mir helfen?

Viele Grüße
Paco

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JP
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Re: Dithering mit Logic Pro9/Waveburner

Beitragvon JP » 23.09.2012, 20:03

Die erste Frage, die ich mir stellen würde: braucht es denn überhaupt Dithering?
Wenn schon genug Grundrauschen auf der Aufnahme vorhanden ist, reicht das oft schon um das Quantisierungsrauschen zu verdecken.
Evt. hilft dir auch ein Noiseshaping des Dithers...
Einfach ausprobieren. Du mußt ja dafür nicht zwangsläufig eine CD brennen.

SRC ist der wesentlich kritischere Schritt, aber den nimmst du ja nicht vor....

Was gefällt dir den klanglich nicht? Hörst du das Originalmaterial und die CD über den selben DA-Wandler ab?

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Tonzauber
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Re: Dithering mit Logic Pro9/Waveburner

Beitragvon Tonzauber » 23.09.2012, 20:24

Zwei Tips aus der Praxis:

- Brenne beider höchsten Geschwindigkeit die Dein Rohling bzw Dein Brenner zulassen. Alles andere ist Unsinn.
Die Rohlinge die heute normal am Markt erhältlich sind, sind alle auf hohe Brenngeschwindigkeiten optimiert, sodass man bei langsamen Brenngeschwindigkeiten ein schlechteres Ergebnis erzielt. Ausserdem spielt natürlich bei langsamen Geschwindigkeiten die Unwucht des Systems eine wesentlich höhere Rolle als bei hohen.
Es ist leider ein nicht auszurottender Mythos dass langsames Brennen besser wäre als schnelles. Das stimmte in den Anfangstagen als es immer wieder zu Abrissen des Datenstromes kam. Seit Einführung von "Burnproof" oder ähnlichem ist es allerdings nicht mehr notwendig.

- Dithering: Ich weiß, ich würde dafür von zahlreichen Masteringgurus wahrscheinlich am liebsten auf den Scheiterhaufen gestellt werden, aber in den meisten Fällen ist Dithering schlichtweg unnötig. Dithering soll ein wahlloses Kippen des Least Significant Bits (LSB) und damit auftretende Quantisierungs-Verzerrungen vermeiden. Also bei den 16 Bit einer CD irgendwo bei -85dB und darunter.
Bei so gut wie jeder Aufnahme die bei normalen Pegeln in normalen Räumen gemacht wird, entsteht aber so viel "natürliches" Rauschen in der Signalkette, dass man selten in Verlegenheit kommt wirklich die minimale Aussteuerungsgrenze auch nur annähernd zu erreichen.
Dieses Rauschen entsteht aus dem Raumgeräusch, dem Geräusch dass die Musiker durch Athmung bzw. Gewandrascheln bei Bewegungen veruraschen, geht über das Rauschen der Mikrofone und Verstärker bis zum Rauschen der Analogschaltung der A/D Wandler.
Tonzauber - einfach klassisch
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Re: Dithering mit Logic Pro9/Waveburner

Beitragvon Bertelmann » 23.09.2012, 22:40

Ich bin auch der Meinung, Dithering ist überbewertet.

Hier Beispiele, die an anderer Stelle bereits gepostet wurden:

http://www.youtube.com/watch?v=BYTlN6wjcvQ ab ca. 32 min. und bzgl. bit reduction ab ca. 45 min.

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Re: Dithering mit Logic Pro9/Waveburner

Beitragvon hafi69 » 24.09.2012, 12:59

...auch noch mal von mir:

Dithering wird maßlos überbewertet (genau wie Jitter).
Für mich spielt das schon deshalb keine Rolle, weil ich meistens keine 24Bit-Datein erzeuge.
Bouncing aus der DAW mache ich meist direkt auf das Ziellformat 16/44.1.

Und um es noch mal ganz klar festzustellen:
Weder Rohlinge noch Brenner noch Brenngeschwindigkeit wirken sich auf den "Klang" aus.
Interessant ist da ferner höchstens folgendes:
http://de.wikipedia.org/wiki/Compact_Disc#Fehlerkorrektur_und_Fehlerverdeckung

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Re: Dithering mit Logic Pro9/Waveburner

Beitragvon Erdie » 24.09.2012, 14:30

Tonzauber hat geschrieben:Ausserdem spielt natürlich bei langsamen Geschwindigkeiten die Unwucht des Systems eine wesentlich höhere Rolle als bei hohen.


Auch wenn ich in allen anderen Punkten zustimmen würde, habe ich hier meine Zweifel. Die Kraft steigt unzweifelhaft mit der Winkelgeschwindigkeit. Wie sich das auf die Auslenkung der federnd aufgehängten Mechanik auswirkt, hängt sicher von deren Eingenfrequenz und Dämpfungseigenschaften ab. Es wird eine Frequenz geben, bei der die orthogonal zur Drehachse auftretende Elongation minimal wird. Ob das wirklich die maximale Frequenz ist? Schwer zu glauben .. wir brauchen mehr Daten.

Verzeiht meine Klugscheisserei :opa:

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Re: Dithering mit Logic Pro9/Waveburner

Beitragvon Wolfus » 25.09.2012, 16:24

Dann mache ich beim Klugscheißen mal mit (man hat ja so seine Hobbies) :pfeif: :


Die Unwucht erzeugt sogar Kräfte, die quadratisch zur Umdrehungsgeschwindikeit sind.

Daher übrigens bitte niemals (asymmetrische) Aufkleber beim Betrieb auf den Disks lassen!

Bei Tests der c't war es auch von kurzem regelmäßig so, dass langsames Brennen die Chancen erhöhte, dass auf einem fremden Laufwerk das Ergebnis abspielbar ist.
'Though nothing shows, someone knows. I wish that one was me. (Procol Harum, Quite Rightly So)


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