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Frage zu interauralen Signaldifferenzen beim parallelen Schalleinfall

Grundlagen der Tontechnik, Literatur- und Linktips

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alex
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Re: Frage zu interauralen Signaldifferenzen beim parallelen Schalleinfall

Beitragvon alex » 10.06.2015, 10:31

Stefanos Ioannou hat geschrieben:Ich würde mich freuen wenn Du auch die Lösungen postest.


Und ich würde mich freuen, wenn Rainer sich damit noch ein wenig Zeit lässt.
Ist ja sonst kein richtiges Vergnügen mehr, die Lösungswege auszutüfteln ... :opa:

Grüße, alex
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Re: Frage zu interauralen Signaldifferenzen beim parallelen Schalleinfall

Beitragvon Stefanos Ioannou » 10.06.2015, 11:24

alex hat geschrieben:
Stefanos Ioannou hat geschrieben:Ich würde mich freuen wenn Du auch die Lösungen postest.


Und ich würde mich freuen, wenn Rainer sich damit noch ein wenig Zeit lässt.
Ist ja sonst kein richtiges Vergnügen mehr, die Lösungswege auszutüfteln ... :opa:

Grüße, alex


Natürlich erst in ein paar Tagen...wenn ich jetzt schon die Lösungen hätte wär ich sowieso dazu verführt die einfach zu lesen statt zu lösen.

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RainerG
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Re: Frage zu interauralen Signaldifferenzen beim parallelen Schalleinfall

Beitragvon RainerG » 10.06.2015, 12:31

Hallo Kollegen,

Selbstverständlich könnt Ihr die Lösungen der Klausuren bekommen, ich stelle sie dann hier ein. Ich möchte aber erst noch ein paar Tage warten, damit Ihr Euch mal selbst testen könnt. Denn: Wenn man die Lösung gleich hat ist man erfahrungsgemäß immer geneigt zu "spicken" (wollen doch ehrlich sein: Das geht auch mir so!).
Die Studenten wollten bei den Hausübungsaufgaben auch immer sofort die Endergebnisse haben. Aber das habe ich ihnen strikt verweigert, weil sie dann erfahrungsgemäß erst gar nicht anfangen etwas zu bearbeiten.
Ich habe denen immer gesagt: "Wenn Ihr später von Eurem Chef eine Aufgabe bekommt und nach der Lösung fragt wird er Euch antworten 'wenn ich die Lösung hätte, bräuchte ich Ihnen die Aufgabe nicht zu stellen' , und bei der Klausur habt Ihr auch kein Endergebnis vorab."
Mein Prinzip dabei war immer: Fördern durch fordern, aber niemand überfordern.

Übrigens: Die Hilfsmittel die bei den Klausuren erlaubt waren: Für beide Leistungsteile (A und V) je 2 beidseitig handgeschriebene DIN-A4-Blätter mit Formeln und fachlichen Informationen sowie Taschenrechner ohne Kommunikationsmöglichkeit. Klingelndes Handy während der Klausur galt als Täuschungsversuch.


Noch ein paar Bemerkungen zu Stefanos Posting bezüglich Mathematik: Viele Schüler und Studenten haben mit Mathematik Probleme. M.E. liegt das aber an den Lehrern. Ich sage immer mit einem Robert-Schumann-Zitat: "Es gibt keine schlechten Orchester - nur schlechte Dirigenten !". Auf die Mathematik bezogen heißt das: Es gibt keine schlechten Mathematik-Schüler sondern nur schlechte Mathematik-Lehrer!
In der Realschule hatte ich zuletzt wirklich einen miserablen Mathematik-Lehrer - wirklich die letzte FLASCHE !! . "Null durch Null gleich Eins" - hat der mal behauptet.... Kein Kommentar dazu mehr! Und mir hat der mal in der Klassenarbeit eine quadratische Gleichung als falsch gewertet weil ich 2 Lösungen hatte... Dabei hat eine Gleichung n-ten Grades immer n Lösungen.
Zum Glück war mein Vater ein sehr guter Mathematiker der mir bei Fragen besser weiterhelfen konnte als mein Lehrer und bei der obigen quadratischen Gleichung wurde es meinem Vater doch zu bunt und er hat dem Lehrer einen Brief geschrieben - ins Klassenarbeitsheft !.
In der Fachoberschule dagegen hatte ich einen guten Mathematik-Lehrer der auch praxisbezogene Aufgaben stellte. Da er Motorflieger war, hat er uns häufig Aufgaben aus der Fliegerei gestellt (z.B. die Herleitung der "barometrischen Höhenformel"). Und in der Fachhoschule hatte ich ebenfalls einen sehr guten Mathematik-Dozenten und auch einen sehr guten Physik-Dozenten. Beide Diplomphysiker!. In Mathematik haben wir immer praxisbezogenen Aufgaben aus den verschiedensten Physikbereichen gerechnet.
Wenn man sich heute umhört was in den Gymnasien für ein Matehmatikunterricht betrieben wird, stehen einem die Haare zu Berge!: Die lernen doch nichts mehr über Logarithen oder e-Funktionen ! Dabei sind gerade die e-Funktion und der Logarithmus Naturalis die wichtigsten math. Funktionen überhaupt, weil viele Vorgänge in der Natur danach ablaufen (z.B. radioaktiver Zerfall, Bakterienkulturen etc.).
Und meine Erfahrung bei den Studenten ist immer wieder: Die haben erhebliche Probleme mit der dB-Rechnung und mit Trigonometrie! - Kein Wunder.
Was ich aber den Studenten immer geraten habe - auch bei der Klausur: Eine erklärende Skizze vorher anfertigen, dann kann man sich vieles besser vorstellen, vor allem dann, wenn es sich um trigonometrische Probleme handelt. Leider tun das aber viele nicht.

Grüße
RainerG
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Re: Frage zu interauralen Signaldifferenzen beim parallelen Schalleinfall

Beitragvon alex » 10.06.2015, 13:04

RainerG hat geschrieben:Ich möchte aber erst noch ein paar Tage warten, damit Ihr Euch mal selbst testen könnt.


Würde denn jemand seine selbstermittelten Lösungen (bzw. -ansätze) evtl. hier ins Forum stellen und darüber diskutieren wollen? Oder lieber nicht?

RainerG hat geschrieben:Mein Prinzip dabei war immer: Fördern durch fordern, aber niemand überfordern.


Seltsam, irgendwann nach etwa zehn Jahren Unterrichtspraxis kam ich auf fast denselben Gedanken ("fördern, fordern, aber nicht überfordern"). Ist das erste Mal, dass ich ihn so von jemand anderem höre oder lese.

Grüße, alex
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Re: Frage zu interauralen Signaldifferenzen beim parallelen Schalleinfall

Beitragvon Moritz » 10.06.2015, 14:06

alex hat geschrieben:
RainerG hat geschrieben:Mein Prinzip dabei war immer: Fördern durch fordern, aber niemand überfordern.


Seltsam, irgendwann nach etwa zehn Jahren Unterrichtspraxis kam ich auf fast denselben Gedanken ("fördern, fordern, aber nicht überfordern"). Ist das erste Mal, dass ich ihn so von jemand anderem höre oder lese.


Bei uns im Sportverein ist dieses Prinzip gängige Praxis und ich kann behaupten, sowohl als Sportler wie auch mittlerweile als Trainer, bin ich damit immer gut gefahren.

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Re: Frage zu interauralen Signaldifferenzen beim parallelen Schalleinfall

Beitragvon hafi69 » 10.06.2015, 14:54

alex hat geschrieben:
RainerG hat geschrieben:Mein Prinzip dabei war immer: Fördern durch fordern, aber niemand überfordern.


Seltsam, irgendwann nach etwa zehn Jahren Unterrichtspraxis kam ich auf fast denselben Gedanken ("fördern, fordern, aber nicht überfordern"). Ist das erste Mal, dass ich ihn so von jemand anderem höre oder lese.

Grüße, alex

Komisch, und ich dachte dies wäre eine absolute didaktisch-päda-gogo-gische Grundthese... ;-)

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Re: Frage zu interauralen Signaldifferenzen beim parallelen Schalleinfall

Beitragvon alex » 10.06.2015, 15:53

hafi69 hat geschrieben:Komisch, und ich dachte dies wäre eine absolute didaktisch-päda-gogo-gische Grundthese... ;-)


Vermutlich so selbstverständlich, dass man erst durch jahrelange Praxis selber drauf kommt, wenn man's nicht von vornherein "vernünftig studiert" hat ... :shock: :oops:

Bei Rainers Beispiel "0 : 0 = 1 ==> mein Mathelehrer war 'ne Null" fällt mir auch noch was ein.

Einer meiner Mathelehrer meinte zu dem entsprechenden Merksatz in unserem Lehrbuch ("Die Division durch Null ist ausgeschlossen"), dass er das so nicht ausdrücken würde. Er würde allenfalls so weit gehen, dass die Division durch Null mathematisch nicht definiert sei. Insofern könnten wir als Ergebnis des Quotienten durchaus jegliche Zahl einsetzen, sollten uns allerdings darüber im Klaren sein, dass dies unter keinen Umständen eine mathematische Lösung sei.
Wenn wir uns die klassische Anfängeraufgabe in Erinnerung rufen würden ("Du hast acht Kuchenstücke und null Kinder, wie viele Stücke bekommt jedes Kind?"), könnten wir vielleicht verstehen, warum die Mathematiker sich mit einer Definition der Division durch Null so schwer tun.

Als Mittelstufenschüler fand ich das immerhin bemerkenswert. Viele solcher Lehrer hatte ich allerdings nicht. Vor allem nicht auf der Hochschule.

Grüße, alex
Zuletzt geändert von alex am 11.06.2015, 21:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Frage zu interauralen Signaldifferenzen beim parallelen Schalleinfall

Beitragvon Stefanos Ioannou » 11.06.2015, 20:15

alex hat geschrieben:Würde denn jemand seine selbstermittelten Lösungen (bzw. -ansätze) evtl. hier ins Forum stellen und darüber diskutieren wollen? Oder lieber nicht?


Wenn ich ein paar Gelöst habe kann ich die ja auch mal ins Forum stellen. Bei manchen fehlt mir das Wissen um sie zu lösen aber interessant ware es ja wenn ein paar Lösungen hier zur Diskussion stehen.


RainerG hat geschrieben:Viele Schüler und Studenten haben mit Mathematik Probleme. M.E. liegt das aber an den Lehrern. Ich sage immer mit einem Robert-Schumann-Zitat: "Es gibt keine schlechten Orchester - nur schlechte Dirigenten !". Auf die Mathematik bezogen heißt das: Es gibt keine schlechten Mathematik-Schüler sondern nur schlechte Mathematik-Lehrer!


Ich stimm da nicht so ganz mit Dir über ein. Klar gibt es auch schlechte Lehrer. Aber an meiner Schule gab es nur gute. Und trotzdem gab es viele Schüler die ziemlich schlecht waren. Ich glaub es liegt eher an den anderen Fächern wie Physik die nicht genug Mathematik in den Lehrstoff einbeziehen. Und die Matheprüfungen auch. Wir haben die A Levels von Edexcel gemacht. Da ist jedes A Level in 6 einzelne Prüfungen unterteilt. Diese wiederholen von Jahr zu Jahr die selben Fragen, man kann sogar mit einer guten Note bestehen ohne je im Unterricht gewesen zu sein. Es reicht die Prüfungen der letzten Jahre und die vorgeschlagenen Lösungswege anzugucken und man kann bestehen. Das fordert natürlich kein denken und problemlösen.

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Re: Frage zu interauralen Signaldifferenzen beim parallelen Schalleinfall

Beitragvon Stefanos Ioannou » 13.06.2015, 17:01

Hier sind meine Lösungen zu den ersten zwei Aufgaben
image.jpg

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Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

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Re: Frage zu interauralen Signaldifferenzen beim parallelen Schalleinfall

Beitragvon alex » 13.06.2015, 18:06

Stefanos Ioannou hat geschrieben:Hier sind meine Lösungen zu den ersten zwei Aufgaben

In Aufgabe 1 sind nichtkorrelierte Schallquellen zu addieren.
Demnach müsste - wie in Aufgabe 2 - die Leistungssumme gebildet werden, oder?

Grüße, alex
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Re: Frage zu interauralen Signaldifferenzen beim parallelen Schalleinfall

Beitragvon RainerG » 13.06.2015, 21:23

Stefanos Ioannou hat geschrieben:Hier sind meine Lösungen zu den ersten zwei Aufgaben
image.jpg

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Hallo Stefanos,

Die 1. Aufgabe ist richtig gelöst, aber es geht noch einfacher als über den Umweg: Entlogarithmieren - geometrisch addieren - wieder logarithmieren. Man kann es in einer einzigen Formel zusammen fassen. Ich werde in der nächsten Woche mal das Lösungsblatt für beide Klausuren posten, wo die Lösungswege zu jeder Augabe aufgezeigt sind.

Bei der 2. Aufgabe stimmt zwar der Lösungsansatz, aber Du hast Dich irgendwo verrechent und zwar in der quadratischen Gleichung. Es muß dann heißen: 2R² - 56R + 384 = 0. Du hast aber geschrieben 380 anstatt 384. Daher ist Dein Endergebnis ungenau.
Die Zahlen waren nämlich von mir so gewählt, daß es ganze Zahlen gibt, nämlich: 12 V und 16 V . Ein sog. "pythagoräisches Zahlentripel" also ein solches Zahlentripel bei denen die Wurzel aus der Summe der Quadrate wieder eine ganze Zahl gibt. Dies ist im einfachsten Fall das Verhältnis 3:4:5.
Wenn Du mich jetzt konkret fragen solltest wie ich einen solchen Fehler in einer Klausur bewerten würde:
Wenn der Lösungsansatz richtig ist, gibt es bei mir schon mal von vornherein eine ausreichende Punktzahl. Für den Rechenfehler würde ich dann vielleicht 1 Punkt abziehen.
Grundsätzlich bewerte ich so: Richtiger Lösungsansatz + richtiger Rechengang ergibt mindestens halbe (=ausreichende) Punktzahl. Ist dann nur das Endergebnis falsch oder ein offensichtlicher Flüchtigkeitsfehler unterlaufen (z.B. Zahlendreher drin) ziehe ich vielleicht nur 1..2 Punkte ab. So hat es auch unser Physikdozent damals gemacht.

Zu Deinen dB-Werten: Ich sehe, daß Du die dB-Werte auf 3 Nachkommastellen angegeben hast. Diese Nachkommastellenmanie ist heute typisch für viele Studenten. Das mache ich aber diesen nicht zum Vorwurf, sondern hat mehrere Ursachen: Die immer stärker werdende Verakademisierung und die dabei auf der Streck bleibende Praxis und zum anderen die immer größere Verwendung von Digitalvoltmetern und Taschenrechnern.
In meiner Studienzeit bekamen wir "Prügel" wenn wir z.B. solche Zahlen nannten: 247,341 Ohm x exp(j67,334°).
Unseren Studenten habe ich immer klar gemacht bei dB: bei 2 Stellen vor dem Komma - auf ganze Zahlen runden, bei 1 Stelle vor dem Komma - auf eine Nachkommastelle runden. Zu meiner Studienzeit fing das gerade an mit den Taschenrechnern - da war man noch den "Rechenschieber" gewohnt. Und unsere Dozenten sagten immer: "Rechenschiebergenauigkeit" genügt. Und das ist auch heute für die Praxis noch vollkommen ausreichend.
Die Aufgabe mit dem Spannungsteiler wo dann die Widerstände nach der E12-er Reihe auszuwählen sind, sollte den Studenten aufzeigen, welche Genauigkeit man für die Praxis noch erreichen kann, trotz der Toleranzen von 10% bei den Widerständen. Versuche die mal zu rechnen und wähle mal die Widerstände entsprechend aus und prüfe den Toleranzbereich nach: Du wirst sehen daß es so ist.
Vergegenwärtigt man sich nämlich mal die Tatsache, daß man einen Pegelsprung von 1 dB gerade so hören kann, macht es überhaupt keinen Sinn, bei 2 Vorkommastellen oder mehr, noch Nachkommastellen anzugeben.
Außerdem fallen solche Zahlen sowieso in den Meßunsicherheitsbereich der gebräuchlichen Meßgeräte.
Ein Aussteuerungsmesser im Studio hat im Skalenbereich zwischen -10dB....+5dB eine Einteilung von 1 dB. Genauer ist er nicht ablesbar. Und unterhalb -10 dB waren es nur Marken in 5 dB-Schritten. Das war sowohl beim guten alten Lichtzeiger von Müller&Weigert so als auch bei den modernen RTW-Aussteuerungsmessern mit LCD-Bildschirm.
Du kannst bei Deinen Klausuren an Eurer Hochschule ruhig mit diesen Rundungsregeln wie ich sie oben nannte arbeiten, das nimmt Dir kein Prof. krumm. Es sei denn, es ist wirklich ein Zahlenfetischist der keine Ahnung von der Praxis hat.

Grüße
RainerG
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Re: Frage zu interauralen Signaldifferenzen beim parallelen Schalleinfall

Beitragvon alex » 14.06.2015, 00:33

Dann will ich auch mal was versuchen ...


Aufgabe 3

a) rechts 2ms früher => 100% rechts.
(1 dB Pegeldifferenz zugunsten des linken Kanals ändern daran nichts.)

b) Fehler: Das später eintreffende linke Signal ist lauter => Pegel- und Laufzeitdifferenzen verlaufen gegensinnig („Trading“) => Gefahr der Abbildungsunschärfe.

c) Pegel- und Laufzeitdifferenzen möglichst gleichsinnig („Äquivalenz“).
Beseitigung des Fehlers durch Pegelabsenkung des linken Kanals.



Aufgabe 4

a) x = 12

b) Oktave: 2/1
Halbton: 2^(1/12) = 1,05946…, also fast 6%.
(Auch die Werte für den Halbton sollte ein Tonverantwortlicher eigentlich im Schlaf aufsagen können.)


c) 2^(7/12) = 1,4983… = (gleichschwebend temperierte) Quinte
(als Musiker "rechne" ich hier anders: 7 Halbtöne ergeben c=>c#=>d=>d#=>e=>f=>fis=>g)
Frequenzverhältnis der reinen Quinte: 3/2

d) Das Frequenzverhältnis zwischen 12 "aufeinandergestapelten" reinen Quinten und 7 Oktaven: 1,512 / 27, also knapp 1,4%.
Nicht zu verwechseln mit dem syntonischen Komma.



Aufgabe 5

Fall 1
L = M + (-S) = (L+R) + (-L+R) = 2R
R = M - (-S) = (L+R) - (-L+R) = 2L
=> Seitentausch

Fall 2
M = (L-R)
S = (L+R)
Bei Umsetzung in LR entsteht:
L = (L-R) + (L+R) = 2L
R = (L-R) - (L+R) = -2R
=> rechter Kanal verpolt

Fall 3
L = -M +S = (-L-R) + (L-R) = -2R
R = -M - S = (-L-R) - (L-R) = -2L
=> Seitentausch und dazu beide Kanäle verpolt



Aufgabe 7

a) Von Punkt A bis E jeweils 6 dB Dämpfung (entspricht Faktor 2), Eingangsspannung 16 V
Spannungen an A: 8 V // B: 4 V // C: 2 V // D: 1 V // E: 0,5 V

b)
Hier rolle ich die Kette am besten vom Ende her auf:
Gegeben ist der Querwiderstand bei E mit 1 kΩ. Wegen der Dämpfung um den Faktor 2 muss der Längswiderstand zwischen D und E ebenfalls 1 kΩ sein (Längs- und Querwiderstand teilen sich so den Spannungsabfall jeweils zur Hälfte).
Setze ich nun bei D einen Querwiderstand von 2 kΩ ein, entsteht durch Parallelschaltung mit den schon betrachteten Folgewiderständen ein Belastungswiderstand am Punkt D von 1 kΩ.
Also muss der Längswiderstand zwischen C und D ebenfalls 1 kΩ betragen, um die Spannung an D halbieren zu können.
Auf diese Weise wiederholen sich dieselben Spannungs- und Widerstandsverhältnisse an den Punkten C, B, A und schlussendlich an den Generatorklemmen. Alle RL haben also 1 kΩ, die RQ 2 kΩ.

Der Generator speist somit 16 V in 2 kΩ, seine abgegebene Leistung entspricht U2/R => 0,128 W.

(Hier erinnere mich dunkel daran, dass mein Vater in meiner Mittelstufenzeit mir eine ähnlich zu lösende Dämpfungsaufgabe vorsetzte, ich glaube es war mit einer H-Filterkette. Manche Väter wissen eben genau, womit sie dem Nachwuchs eine Freude machen können …)



Grüße, alex
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Re: Frage zu interauralen Signaldifferenzen beim parallelen Schalleinfall

Beitragvon RainerG » 14.06.2015, 11:16

Hallo Alex,

Der Kandidat hat 100 Punkte !!! :lol: :lol:

Du hast die Aufgabe mit dem Kettenleiter genau so gelöst wie ich sie damals von den Studenten erwartet hatte: von hinten aufzäumen (im Gegensatz zum Pferd :lol: ). Aber man kann es kaum glauben was die meisten da gerechnet hatten, sofern sie die Aufgabe überhaupt angegangen sind. Ich glaube einer hat sogar eine Generatorleistung im Kilowattbereich heraus bekommen... Die sind überhaupt nicht darauf gekommen, welches math.-phys. Bildungsgesetz dieser Schaltung zu Grunde liegt.

Schönen Sonntag noch!

RainerG
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Re: Frage zu interauralen Signaldifferenzen beim parallelen Schalleinfall

Beitragvon alex » 14.06.2015, 15:07

RainerG hat geschrieben:Der Kandidat hat 100 Punkte !!! :lol: :lol:


„Herzlichen Dank! Ich weiß auch schon einen Ort dafür …“

Das war ein Satz, den ich von Prof. Matthes ab und an hörte, wenn er mal wieder für eine Electrola-Produktion eine hochwichtige Auszeichnung (Kritikerpreis, Goldene Schallplatte…) entgegennehmen durfte. Als ich ihn Jahre später zum ersten Mal im seinem neuen Haus in Berlin besuchte und dort die Toilette betrat, hörte man mich schallend lachen - da hingen sie, seine Auszeichnungen.

Einer seiner weniger ernst gemeinten Pokale schmückt inzwischen mein bescheidenes Tonstudio:

Arsch mit Ohren klein.JPG


RainerG hat geschrieben:Du hast die Aufgabe mit dem Kettenleiter genau so gelöst wie ich sie damals von den Studenten erwartet hatte: von hinten aufzäumen (im Gegensatz zum Pferd :lol: ). Aber man kann es kaum glauben was die meisten da gerechnet hatten, sofern sie die Aufgabe überhaupt angegangen sind. Ich glaube einer hat sogar eine Generatorleistung im Kilowattbereich heraus bekommen...


Ich sage nur „Quadratarbeiter pro Kubiksekunde“ …

Solche mehr oder weniger amüsanten Einlagen sind unvermeidlich, wenn ein gestandener Praktiker Klausuren formuliert, der - im Unterschied zu seinen Studenten - nicht bloß Informationen abgespeichert hat (und dann schnellstmöglich wieder vergisst), sondern der auch vor allem danach strebt, zwischen den Informationen sinnvolle Zusammenhänge zu bilden, die der Informationsflut überhaupt erst die Bedeutung verleihen, die ihr zukommt.

In dem Zusammenhang fällt mir gerade eine vergleichbar gestaltete Klausur in „Raumakustik“ meines Tonstudiums vor 35 Jahren ein. Diese Klausur habe ich noch wie gestern in Erinnerung, unter anderem weil ich sie pädagogisch so genial fand. („Hör bloß weg, Opa erzählt wieder vom Krieg …“)

Einzige damalige Aufgabe in 120 Minuten Bearbeitungszeit war, den Umbau des leeren Hochspannungslabors der Hochschule zu einem Hörsaal mit möglichst guter Sprachverständlichkeit auf allen 250 Plätzen akustisch zu gestalten. Zur entsprechenden Schallführung und Schallschluckung durften ohne Einschränkung alle Prinzipien und Mittel verwendet werden, die während des Kurses behandelt wurden.

Angegeben waren die Raumabmessungen, die Art und Größe der Begrenzungsflächen (praktisch nur Sichtbeton, PVC-Boden und Glasfenster). Zur Verfügung standen außerdem B&K-Nachhallschriebe des Originalraums bei den Normfrequenzen, das zur Bestimmung von RT60 nötige Anlegelineal und schließlich die Schallschluckgrad-Tabellen einer Reihe von Materialien gemäß DIN Schießmichtot. Erlaubt waren Rechenschieber/Taschenrechner und (wenn ich mich recht erinnere) zwei Seiten mitgebrachter eigener Notizen.

Als ich die Aufgabe sah, musste ich innerlich grinsen, denn mir schwante der Fallstrick, den der Professor da ausgelegt hatte. Es kam tatsächlich wie es kommen musste: Die meisten Studenten rechneten sich einen Wolf an der Sabine’schen Nachhallformel, und da sie mit Schallschluckgraden zwischen 0,01…0,03 im Sprachfrequenzbereich hantierten, kamen sie rechnerisch auf Nachhallzeiten von mehr als 30 Sekunden sogar bei 1kHz! Kaum einer bemerkte die zwangläufig entstehende Absurdität, denn die von Sabine aus der Praxis heraus entwickelte Näherungsformel liefert für geringe äquivalente Absorptionsflächen („Quadratmeter offenes Fenster“) bei gleichzeitig großen Raumvolumina zumeist überhöhte Werte für die Nachhallzeit – und wer das nicht wusste, war bei dieser Klausur dazu verdonnert, schwer beschäftigt mit Rechnen zu sein und sich damit gründlich zu vergaloppieren. Eigentlich eine Lektion fürs Leben …

Die wenigen Kandidaten, die es schafften, in zwei Stunden ihren Lösungsansatz zu Ende zu bringen, hatten den Raum schließlich rettungslos überdämpft. Wären ihre Maßnahmen tatsächlich umgesetzt worden, hätte er ungefähr geklungen wie ein Kaffeewärmer.

Kaum jemandem war bei dem eigenverursachten Wirrwarr aufgefallen, dass die theoretische Berechnung der Nachhallzeit nicht nur in die Pampa führen musste – sie wäre vor allem nicht notwendig gewesen, da die Messschriebe ja bereits vorlagen!! Man musste allerdings in Messwerte etwas mehr Vertrauen entwickeln als in Näherungsformeln, und außerdem das Anlegen des Lineals beherrschen („Äh - das hatten wir doch in der zweiten Laborübung, wie ging das nochmal ...?“).

Aus den Schrieben ließ sich entnehmen, dass die tatsächliche Nachhallzeit dieses Raums zwischen 5…9 Sekunden betrug, was aus der Praxis solcher Räume heraus eigentlich auch zu erwarten gewesen wäre. Doch die 30-Sekunden-Rechengenies hatten offenbar keine Vorstellung davon, wie eine derart lange Nachhallzeit in der Praxis klingen würde und dass schon deswegen ihr Rechenergebnis nicht annähernd plausibel sein konnte.

Die eigentliche Aufgabe war im Grunde ziemlich einfach. Man brauchte lediglich die vorliegenden Schriebe in Nachhallzeiten umzuwandeln, daraus die Nachhallkurve des Raumes zu bilden – also RT60 bei den Normfrequenzen, oder wie wir früher gesagt hätten: „die Nachhallzeit über der Frequenz“ :-P – diese Nachhallkurve dann den Schallschluckkurven der verschiedenen Materialien (aus den Tabellen ableitbar) gegenüberzustellen und abzuschätzen, welche Materialen bei welchen Normfrequenzen die nötigen Dämpfungen am ehesten erreichen könnten.

Dann die Größe der Bedeckungsflächen berechnet, hier und da ein bisschen ausprobiert und verfeinert, so dass Absorptionsvermögen bei den Normfrequenzen entstanden, mit denen die als optimal angesehene Nachhallkurve eines Vortragsraums für Sprache (die allerdings musste man schon parat haben) möglichst gut nachgebildet werden konnte. Schließlich noch die üblichen Methoden der Schallführung – welche Reflexionen mit welcher Zeitverzögerung von wo kommend sind nützlich, und warum? – berücksichtigt, ansteigende Sitzreihen und dergleichen Ausstattungsmerkmale mit kurzer Begründung skizziert, und fertig war der Lack! 35 Minuten später gab ich die Klausur ab, woraus einige Kandidaten vermuteten, ich hätte vorzeitig aufgegeben.

Nach der Klausurbewertung wurden der Professor und ich in gegenseitigem Respekt Freunde fürs Leben.

Noch was: In den letzten Tagen habe ich mir einige (teilweise mehrstündige!) Interviews angehört mit längst vergessenen Geistesgrößen ihres (unseres) Fachs, wie Eduard Schüller, Hans Westpfahl, Dr. Hans Schießer, Heinz Thiele (alle AEG/Telefunken), Dr. Hans-Joachim von Braunmühl, Dr. Gerhard Schadwinkel, Hans Rindfleisch (alle RRG/NDR), Peter Burkowitz, Johannes Webers oder Martin Fouqué. Vor der Kompetenz der frühen Pioniere der Elektroakustik, vor allem der „down-to-earth“ Weise, ihre Ideen und Einfälle vorzutragen und zu erläutern, kann ich nur immer wieder den Hut ziehen. Menschen, die ähnlich genau wissen, wovon sie reden, sind heute selten geworden.

So, genug off topic für heute :opa:

Grüße, alex
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Zuletzt geändert von alex am 15.06.2015, 12:39, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Frage zu interauralen Signaldifferenzen beim parallelen Schalleinfall

Beitragvon RainerG » 14.06.2015, 23:57

Hallo Alex,

Interessant wen man mal so aus der Vergangenheit plaudert. Da könnte ich auch einiges noch erzählen...

Ich mußte bei der Datei "Lösungen_1" die Aufgabenstellungen und deren Skizzen weglassen, wegen der Dateigröße. Aber die Aufgabenstellungen sind ja noch in obigen Postings von mir vorhanden.


Grüße
Rainer G
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