Seit gestern gab es einige Probleme bei der Anmeldung. Es erschienen etwas kryptische Fehlermeldungen.
Jetzt funktioniert wieder Alles.
Der Grund war: Der Provider hat heimlich still und leise die PHP Version von Version 5.6 auf 7.2 geändert.
Wir haben dies temporär wieder rückgangig gemacht.
Allerdings werde ich in den nächsten Tagen noch mal einen Update der Forensoftware
machen und ich hoffe dass alles problemlos läuft.
Hin und wieder kann es während dem Upgrade Prozess zu einer Nichterreichbarkeit
bzw. Fehlermeldungen kommen.

Mikrofonierung eines Symphonieorchesters

Tipps, Tricks und "Kochrezepte" für den guten Ton

Moderator: Moderation

LoboMixx
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Re: Mikrofonierung eines Symphonieorchesters

Beitragvon LoboMixx » 09.06.2016, 23:49

Da kamen nicht zufällig Dresdner Kesselpauken zum Einsatz? Je nach Modell und Spielweise kann man da schon mal über 130 dB in Fellnähe messen.

Pegelsprünge von 15 dB mittels Limiter bzw. Kompressor - insbesondere bei Paukenanschlägen im ff - so auszugleichen, dass keinerlei Pumpen oder ein unnatürlich klingender Toneinsatz hörbar wird könnte schon etwas kniffelg werden. Ich gehe aber mal davon aus, dass nicht jeder Paukeneinsatz in diesem Pegelbereich liegt (gute Paukisten können ihren Instrumenten auch ein beeindruckendes pp entlocken). Wenn also nicht gerade in jeden dritten Takt ein Ausgleich nötig ist, sondern nur ab und zu (eventuell sind es ja auch manchmal nur einzelne Töne), würde ich dort den Pegel mittels manuellem Schnitt zumindest grob angleichen, eventuell auch gänzlich wie gewünscht ausgleichen. Also die Objekte aller Spuren an den "Rändern" der ff-Stellen schneiden und diese ff-Abschnitte dann dem Pegelverlauf davor und danach so angleichen, dass der dynamische Effekt in musikalischer Hinsicht zwar auf jeden Fall erhalten bleibt, die Pegelsprünge aber nicht mehr technisch gesehen zu groß sind. Erst danach Normalisiere ich die Spur üblicherweise.
Jetzt kann noch immer ein Kompressor zum Einsatz kommen wenn gewünscht (Spur oder Summe, wie es jeweils sinnvoll ist), aber die Ratio-Einstellungen sind dann auf jeden Fall deutlich moderater und die Gefahr, dass der Kompressor hörbar wird, ist mehr oder weniger gebannt.

Sinnvoll, behutsam und mit Fingerspitzengefühl eingesetzt ist ein Kompressor/Limiter auch bei Klassik weder problematisch noch abzulehnen. Oft ist es schon deshalb nötig, den Dynamikumfang etwas zu mindern, weil er in der Rohaufnahme größer ist, als er später praktisch auf den durchschnittlichen HiFi-Anlagen, Abhörräumen und überhaupt Abhörsituationen reproduzierbar ist.
Wenn jemand seine Klassik-Mitschnitte aber à la "Loudness-War" platt komprimiert finde ich das grässlich und das wäre für mich in der Tat "no go".

Gruß, Jürgen

Grosse_j
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Re: Mikrofonierung eines Symphonieorchesters

Beitragvon Grosse_j » 10.06.2016, 00:13

manjak hat geschrieben:Spannend wird dann in kürze das Thema Schnitt, denn bei dem Klavierkonzert muss das ein oder andere aus der Generalprobe eingepasst werden. Und vor allem muss ich dann schauen, wie ich dass dann mit den Filmleuten, die das Audiomaterial in das Video übernehmen sollen, koordiniere. Faktisch werde ich da wohl dokumentieren müssen, wie lang die ursprüngliche Stelle im Konzert ist und welche Zeit die Stelle in der Generalprobe war, damit dann in der Passage entsprechend Bilder entfernt oder hinzugefügt werden können.


In letzter Zeit habe ich mich auch mit Generalprobe- und Konzert-Ton beschäftigt für Video. Dabei sehe ich eigentlich nur zwei Wege:
1. Aus der GP in den Konzertton ein absolut zeitgleiches (und pegelgleiches) Stück einschneiden, das ist völlig synchron zum Video

2. Wie beim Ton-Überblendschnitt kann man natürlich auch die Konzert Tonspur und einen Ausschnitt aus der Generalprobe in eine seperate Tonspur des Videoprogrammes einfügen, diese dann entsprechend dem Orignal Konzertbild an die richtige Stelle "verschieben" und wieder ein-/ausblenden zum Orginalton. Wenn es ein nicht zu langes Korrekturstück ist merkt man das im Bild nicht - oder, wenn es zwei Kameras gab, kann man durch ein Umschneiden z.B. auf den Dirigenten Bild-/Ton Unterschiede kaschieren. Wegschneiden von Bildinformation wird oft schnell erkennbar, z.B. an dem Bogenstrich der Streicher oder noch drastischer bei den Schlaginstrumenten.

Das braucht aber den Tonmenschen im Videoschnittprogramm und am besten mindestens zwei Videokameras - alleine schon um Verwackeln, Zoomfehler oder auch bei schlapper Batterie/-Tausch noch Bildmaterial aus der zweiten Kamera zur Verfügung zu haben.

https://www.youtube.com/watch?v=g2rBJ4kLrhA

Gruß
Grosse_j

Stefan_G
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Re: Mikrofonierung eines Symphonieorchesters

Beitragvon Stefan_G » 10.06.2016, 08:41

Es gibt doch bezahlbare und gute Limiter, die nicht brutal klingen.
Und es gibt auch einen ziemlich natürlich klingenden Kompressor, der in der Grundversion kostenlos ist: TDR Kotelnikov.
Die lizensierte Version läuft bei mir immer mit.

Und warum auch nicht in klassischer Musik? manche Pegelsprünge sind sonst einfach kaum darstellbar (unter normalen Abhörbedingungen).

Dresdner Pauken sind noch gar nicht mal sooo laut, da gibt es mächtigere Modelle.
Herzliche Grüße
Stefan

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Re: Mikrofonierung eines Symphonieorchesters

Beitragvon manjak » 10.06.2016, 19:36

Moyn Zusammen,

wie schön, dass sich die Theorie in den Bücher doch von der Praxis unterscheidet. Werde also mal schauen, was der Limiter mir so für Möglichkeiten bietet um das Tonmaterial an den Stellen ein wenig zu glätten.Wenn ich die ca. 15 DB auf 10 oder 12 DB zusammenschmelzen kann, ist schon alles gut, dann kommen die Pauken immer noch sehr gut durch und alles wird harmonischer. Muss dann nur noch mal prüfen, über welche Stützen die Pauken dann auch noch reinkommen und auch da den Limiter ansetzen. Das ist eine schöne Aufgabe für das Wochenende.

Und mit den Kameras muss ich mal schauen. Wenn ich das richtig mitbekommen habe waren mindestens 3 Kameras im Einsatz. Irgendwie waren vier oder sogar fünf im Gespräch; muss ich mal nachfragen. Diese Aufgabe sollte dann auch lösbar sein.

Vielen Dank wieder einmal für Eure hilfreichen tipps!
bis zur nächsten Frage
Manfred
Viele Grüße
Manfred

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Re: Mikrofonierung eines Symphonieorchesters

Beitragvon Grosse_j » 10.06.2016, 23:17

Oft genügt es nur an einigen Stellen einzelne Peaks um 3 dB zu reduzieren - reingezoomt bis auf ein oder zwei Halbwellen des Mixes ohne eine Limiter zu benutzen und dadurch beim Normalisieren den ganzen Rest um 3 dB anheben zu können.
Gruß
Grosse_j

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Re: Mikrofonierung eines Symphonieorchesters

Beitragvon manjak » 15.06.2016, 06:56

Moyn Zusammen,

habe mal die Erlaubnis erhalten etwas Material hier einzustellen. In der Anlage sind zwei Stellen bei denen das mit den Pauken so extrem ist, ausgeschnitten. Es ist nur die Spur mit den Hauptmikrofon, Sennheiser MKH8040 als ORTF.

Ich probiere gerade mit dem Limiter herum, Sequoia bietet da ja mehrere an. Wenn ich einErgebnis habe, lade ich das auch mal hoch, natürlich nur, wenn das gewünscht wird.

Viele Grüße
Manfred
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Re: Mikrofonierung eines Symphonieorchesters

Beitragvon analog » 15.06.2016, 10:16

Hallo Manfred,

Deinem Posting scheint keine Anlage beigefügt worden zu sein. Kannst Du das File nochmal reinsetzen? Danke!

Schöne Grüße

Joachim

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Re: Mikrofonierung eines Symphonieorchesters

Beitragvon manjak » 15.06.2016, 11:59

Moyn Joachim,

die Datei ist zu groß. Geht wohl nur 2 MB. Muss ich dann heute Abend mal splitten. Datei hat 5 MB.

Viele Grüße
Manfred
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Re: Mikrofonierung eines Symphonieorchesters

Beitragvon Grosse_j » 15.06.2016, 15:02

Versuch es doch mal über die Schweiz:

https://www.wesendit.com/

Wird gezippt und verschickt.
Gruß
Grosse_j

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Re: Mikrofonierung eines Symphonieorchesters

Beitragvon alex » 15.06.2016, 16:53

... oder auch per https://www.box.com/
Nach Anmeldung gibt es hier kostenlos 2 GB Speicherplatz.
Die Dateien können bis 100 MB groß sein.
Jeder mit dem direkten Link hat Zugang zur jeweiligen Datei.

https://www.wetransfer.com/ übermittelt kostenlos Dateien bis 2 GB, doch für den Downloadlink braucht es die Mailadressen der Empfänger.

Grüße, alex
"Modern technologies allow new ways of enhancing old mistakes."

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Re: Mikrofonierung eines Symphonieorchesters

Beitragvon manjak » 15.06.2016, 20:24

So ein neuer Versuch. Diesmal zwei Dateien und in zwei Antworten. Beispeile etwas kürzer und als mp3 mit 192 KHz
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Viele Grüße
Manfred

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Re: Mikrofonierung eines Symphonieorchesters

Beitragvon manjak » 15.06.2016, 20:25

So und hie die zweite Datei. Alles nur das Hauptmikrofon ORTF und ohen veränderungne der Dynamik

Manfred
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Viele Grüße
Manfred

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Re: Mikrofonierung eines Symphonieorchesters

Beitragvon Stefan_G » 15.06.2016, 20:43

Im ersten Auszug sind doch gar keine Pauken. Nur eine wüste und ziemlich pappig klingende Große Trommel. Und der Mensch an den Becken hat auch keine Bescheidenheit walten lassen ...
Beim Großen Tor von Kiew finde ich es spannend, wie man Pauken in Es und B, also noch halbwegs hoher Stimmung, so topfig klingen lassen kann.
Wie wäre es mit einem guten Limiter, um die Spitzen schnell zu kappen und das Orchester gut anheben zu können?
Herzliche Grüße
Stefan

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Re: Mikrofonierung eines Symphonieorchesters

Beitragvon Wilfried » 15.06.2016, 21:03

Stefan_G hat geschrieben:Wie wäre es mit einem guten Limiter, um die Spitzen schnell zu kappen und das Orchester gut anheben zu können?


Ich würde die Ochsentour wählen. Die Spitzen manuell um ca. 3dB reduzieren. Mehr tötet den Bumms. :mrgreen:
Dann das Gesamtwerk anheben. Ich trau' den Limitern nicht so recht (woher weiss ich welcher Limiter gut ist? - speziell für diesem Fall).

Hab's allerdings nur auf einfachen Regal-LS abgehört. Morgen im Studio hör' ich noch mal nach.

Grüsse

Wilfried
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Re: Mikrofonierung eines Symphonieorchesters

Beitragvon alex » 15.06.2016, 21:17

Stefan_G hat geschrieben:Wie wäre es mit einem guten Limiter, um die Spitzen schnell zu kappen und das Orchester gut anheben zu können?


Habe inzwischen auf die Schnelle was gestrickt:

Auszug 1
Auszug 2

Für jeden Trommelschlag habe ich in Samplitude das VIP-Objekt aufgetrennt: kurze Blende unmittelbar vor dem Schlag, längere Blende dahinter:

Bild

Die Objekte mit dem Schlag drin bekamen als Filterung in etwa die inverse Kurve zum Spektrum der Fellresonanzen im Bereich der großen Oktave. (Bei manchen Schlägen musste ich geringfügig modifizieren.)

Bild

Danach mit dem Kanalregler auf max. 0 dBFS normalisiert und dann den Limiter in der Summe so eingestellt:

Bild

Die Wirkung habe ich mit Absicht relativ stark gewählt, sie lässt sich natürlich nach Bedarf verringern.

Grüße, alex
Zuletzt geändert von alex am 16.06.2016, 05:24, insgesamt 1-mal geändert.
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