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Kabel richtig wickeln

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tillebolle
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Kabel richtig wickeln

Beitragvon tillebolle » 06.02.2017, 10:31

Ich mach' mal einen neuen Thread hierzu auf, da das Thema ja durchaus interessant ist und nix mit Musikerwitzen zu tun hat.

pkautzsch hat geschrieben:Der Vorteil bei "links/rechts abwechselnd" ist, daß das Kabel eben keinen Drall bekommt. Das erhöht zum einen die Lebensdauer des Kabels, zum anderen entstehen auch in kalten Kirchen und mit billigsten China-Kabeln keine Stolperfallen. Man kann das dann wunderbar auswerfen und es liegt sofort gerade.
Theoretisch sollte man die Art des Wickelns auch noch von der Art des Kabels bzw. vor allem des Schirms abhängig machen. Geflochtenes Material mag lieber rechts/links, geschlagenes (also nur in Spiralen um die Signaladern herumgewickelter Schirm) mag lieber gleichsinnig gewickelt werden - und zwar auch noch abhängig von der Schlagrichtung.
Aber wer achtet in der Hitze des Gefechtes auf so etwas, und wer weiß überhaupt, wie seine vorkonfektioniert gekauften Kabel innen drin beschaffen sind.


Jetzt bin ich überrascht! Da wickele ich seit Jahren mit der "over/under"-Technik und höre jetzt, dass das für meine Kabel ganz falsch ist? Wie geht denn das gleichsinnig Wickeln abhängig von der Schlagrichtung?

Viele Grüße
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Re: Kabel richtig wickeln

Beitragvon pkautzsch » 06.02.2017, 11:57

Over/Under ist (außer bei Folienschirm) nie ganz verkehrt, und so wickle ich auch alles. Bei bestimmten BNC-Kabeln mit gewickeltem Folienschirm hingegen verkürzt Nicht-in-Schlagrichtung-Wickeln die Lebensdauer deutlich, weil die Folie durch die Richtungswechsel wohl reißen kann und dann erst nicht mehr sauber schirmt (bei SDI-Signalen relevant genug; bei symmetrischen Audiosignalen - mei...) und später komplett unterbrochen ist. Anscheinend sind die Dinger rechtsherum geschlagen, jedenfalls sehe ich das am Set immer so herum. Rechtsherum geschlagen = rechtsherum Twist geben. Man kann sich das an einem Seil gut veranschaulichen.

Wie gesagt, ist die Praxisrelevanz für den Tontechniker nicht so groß. Ein Mikrofonkabel leidet mehr unter Drauftreten als unter der Wickelart. Wichtig in der Praxis ist nur, daß es gerade liegen bleibt und keine Spiralen bildet, und da hat m.E. die Over/Under-Technik große Vorteile.

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Re: Kabel richtig wickeln

Beitragvon LoboMixx » 06.02.2017, 12:34

In diesem Zusammenhang möchte ich mich mal als "Kabeltrommel-Aufwickler" outen. Den größten Teil meiner mindestens rund 400m XLR-Kabel habe ich schon länger nur noch auf der Trommel, sortiert nach den verschiedenen Längen (z.B. eine Trommel alle 6,50 m, eine Trommel alle 10m usw.).
Meiner Erfahrung nach ist vor allem das Aufwickeln nach dem Mitschnitt sehr komfortabel und kabelschonend. Man muss allerdings darauf achten, dass sich beim Aufrollen keine Stecker an irgendwelchen Kanten festhaken, denn ich wickle meistens recht schnell auf. Aber das muss man auch sonst.
Sehr gut finde ich, dass die Kabel sich bei dieser Methode normalerweise gut ausdrehen können und einen Vorteil will ich gar nicht mehr missen: Wenn sich, bedingt durch den manchmal unvermeidlichen Zeitdruck, an der Stagebox ein gewisser "Kabelhaufen" angesammelt hat (ja ich weiß, so was geht eigentlich gar nicht :oops: ), dann kann man die Kabel, weil sie stets flach über den Boden gleiten, sehr gut aus dem Haufen heraus ziehen ohne dass sich etwas verheddern kann.
Dabei gibt es aber ein absolutes "Tabu": Der "Haufen" darf unter keinen Umständen weggetragen werden vor dem Aufwickeln sondern muss so liegen bleiben wie er sich beim Einrichten angehäuft hat. Nur dann gelingt dieses Herausziehen glatt und ohne Komplikationen.

Gruß, Jürgen

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Re: Kabel richtig wickeln

Beitragvon Tonzauber » 06.02.2017, 13:40

Sind die Kabel-Überlängen nicht beim Mikrofon wesentlich praktischer?
Erstens bildet sich kein Haufen, und man hat zweitens noch Spielraum beim Umpositionieren....
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Re: Kabel richtig wickeln

Beitragvon manjak » 06.02.2017, 13:46

LoboMixx hat geschrieben:In diesem Zusammenhang möchte ich mich mal als "Kabeltrommel-Aufwickler" outen. Den größten Teil meiner mindestens rund 400m XLR-Kabel habe ich schon länger nur noch auf der Trommel, sortiert nach den verschiedenen Längen (z.B. eine Trommel alle 6,50 m, eine Trommel alle 10m usw.).
Meiner Erfahrung nach ist vor allem das Aufwickeln nach dem Mitschnitt sehr komfortabel und kabelschonend. Man muss allerdings darauf achten, dass sich beim Aufrollen keine Stecker an irgendwelchen Kanten festhaken, denn ich wickle meistens recht schnell auf. Aber das muss man auch sonst.


Das klingt interessant, weil Kabeltrommel nicht so teuer sind, wobei ich eine Rückfrage habe. Wenn Du jetzt Deine Kabeltrommel für die 10m Kabel hast, wickelst Du dann zunächst das erste 10m Kabel auf, dann das zweite und so fort? Und was passiert mit den Steckern?

LoboMixx hat geschrieben:und einen Vorteil will ich gar nicht mehr missen: Wenn sich, bedingt durch den manchmal unvermeidlichen Zeitdruck, an der Stagebox ein gewisser "Kabelhaufen" angesammelt hat (ja ich weiß, so was geht eigentlich gar nicht :oops: ), dann kann man die Kabel, weil sie stets flach über den Boden gleiten, sehr gut aus dem Haufen heraus ziehen ohne dass sich etwas verheddern kann.


das problem mit den Kabelhaufen habe ich dadurch ein wenig entschärft, indem ich meine Kabel in 2,5 meter abständen habe fertigen lassen., also 5, 10, 12,5, 15, 17,5 und 20 meter. 7,5 habe ich nicht, da werde ich ggf noch mal zwei der 8 15m Kabel opfern und 4 draus machen lassen, denn beim Einsatz einer Stagebox müssen die Kabel zumeist nicht so lang sein wie ich urspränglichmal dachte.

Für die lieben Sehlinge, die ich zum Strippen ziehen übe die Bühne scheuche, habe ich dann bunte Kabelbinder genommen, also Schwarz ist 10m, blau ist 12,5m, Rot ist 5 und 15 m, Grün ist 17,5 m und Gelb ist 20 M, was auch noch mal auf einem Zettel steht und dadurch die Zuordnung vereinbacht.

Viele grüße
Manfred
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Re: Kabel richtig wickeln

Beitragvon tillebolle » 06.02.2017, 14:56

Tonzauber hat geschrieben:Sind die Kabel-Überlängen nicht beim Mikrofon wesentlich praktischer?
Erstens bildet sich kein Haufen, und man hat zweitens noch Spielraum beim Umpositionieren....

So sehe ich das auch. Schön sauber unter dem Stativ zusammengelegt sieht das auch schön aufgeräumt auf.

manjak hat geschrieben:Das klingt interessant, weil Kabeltrommel nicht so teuer sind, wobei ich eine Rückfrage habe. Wenn Du jetzt Deine Kabeltrommel für die 10m Kabel hast, wickelst Du dann zunächst das erste 10m Kabel auf, dann das zweite und so fort? Und was passiert mit den Steckern?

Ich habe nur 5m- und 10m-Kabel, und nur die 10m-Kabel auf der Trommel. Am Anfang der Trommel ist ein kurzes Kabelstück mit einem XLR-Weibchen am Ende verknotet. Da wird das erste Kabel eingesteckt und aufgerollt, und dann wird Kabel an Kabel gesteckt. Beim Abrollen wird das Kabel in Over/Under-Technik zusammengelegt, man hat ein XLR-Männchen am Ende und kann dann von der Stagebox zum Stativ verkabeln.

Die 5m-Kabel lege ich nur zusammen und fixiere sie mit Kabelbinder. Das geht beim Auf- und Abbau deutlich schneller.

Viele Grüße
tillebolle
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Re: Kabel richtig wickeln

Beitragvon RainerG » 06.02.2017, 15:07

Es ist schon recht kurios, daß man über ein solch triviales Thema wie "Kabel wickeln" einen ganzen Diskussionsthread aufmacht. Trotzdem finde ich es berechtigt! Denn wenn ich unsere jungen Studenten sehe wenn die zum ersten mal in das kleine Tonstudio unserer Hochschule kommen : Erst mal Mund und Nase offen und dann kommt die Frage "Oooooh!, können wir hier ein Album aufnehmen???".
Wenn ich denen dann ein Mikrofonkabel in die Hand gebe zum sauberen Aufwickeln.... dann hat man hinterher ein Kabelknäuel der nur schwer auseinander zu fitzeln ist....

manjak hat geschrieben:Wäre antürlich noch mal schön zu wissen, was Rainer nun genau macht. Du könntest ja mal ein Video einstellen, müsstest Dir aber überlegen, wie Du bei dem wie es nicht sein soll, den Knoten im Kopf darstellst ;-)
Viele grüße
Manfred


Ein Video darüber zu drehen, da tue ich mir äußerst schwer - überhaupt: Ich bin kein Foto/Video-Fachmann. Das Thema "Fotografie" und "Video" hat sich mir nie erschlossen - weder vom künstlerischen noch vom technischen her.

Ich will mal versuchen meine Methode anschaulich zu beschreiben:

1. Stecker (oder auch Kupplung - je nachdem wie man's haben will) in die rechte Hand nehmen.
2. Linker Arm ausgestreckt und mit linkem Daumen und Zeigefinger das Kabel packen (die Hand ganz normal halten - nicht verdrehen)
3. Jetzt den 1. Ring legen und mit der rechten Hand packen. (Der 1. Ring liegt nun und wir von der rechten Hand gehalten).
4. Jetzt zunächst genau wie in Punkt 2. beschrieben den nächsten Teil des Kabels packen.
5. Die linke Hand nun etwas rechts herum drehen. Damit dreht sich das Kabel mit - und dies ist der entscheidende "Schwenk" der dann ein Verkringeln verhindert.
6. Nun wieder den etwas gedrehten Kabelteil wieder an den 1. Ring anlegen.
7. Das ganze im selben Schema fortsetzen. Da braucht man kein "Ober/Unter" sondern das Kabel ist kringelfrei.

Man kann das allerdings auch umgekehrt machen - also alles was ich hier mit der linken Hand mache kann man auch mit der rechten machen und alles was mit der rechten auch mit der linken Hand machen. Das ist eine Frage der Gewöhnung.
Ich kann es nur so wie oben beschrieben. Wenn ich es umgekehrt mache, entsteht bei mir der "Knoten im Gehirn".
Man muß nur auf den Drall achten, daß man das Kabel im Drall und nicht gegen den Drall wickelt.

Das funktioniert recht gut. Wenn man es "raus" hat ist ein 10-Meter-Kabel in 25 Sekunden zu einen kringelfreien Ring aufgewickelt.

Besonders schlimm ist es, wenn man nach einer (Live)aufnahme abbaut.... da gibt es mache übereifrigen "Helfer", die dann anfangen und wollen einem das Kabel aufwickeln... und richten dann mehr Schaden an als Nutzen. Sei es, daß sie die Mikrofonkabel nach der bekannten Schustermethode über den Arm aufwickeln oder den Kabelhaufen wegtransportieren wollen. Auch das 10-paarige Mulicore haben mir da schon der eine oder andere versucht aufzuwickeln - sei es übern Arm oder sei es in dilettantischen Kringeln...
Meine 10-Paarer sind auf einer Schill-Kabeltrommel vom Typ "ALD 380" aufgewickelt (weil im Auto eingebaut). Das Kabel ziehe ich am Stecker aus dem Saal und "laufe fort" mit sodaß es dann ganz ausgestreckt liegt und anschließend den Stecker wieder zum Auto geführt. Dann schleift auch der Stecker beim Auftrommeln nicht auf dem Boden sondern nur die Kabelschlaufe.
Übrigens benutze ich da keinen Harting, sondern den guten und altbewährten 30-poligen Siemens-Stecker wie er auch in den Ü-Wagen-Kabeltrommeln des Rundfunks verwendet wird.
Natürlich ist eine autarke Stagebox mit Glasfaseranbindung oder DANTE-Schnittstelle bequemer... Aber es geht auch konventionell - seit Jahren ohne Probleme!

Grüße
RainerG
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Re: Kabel richtig wickeln

Beitragvon tillebolle » 06.02.2017, 15:29

RainerG hat geschrieben:Besonders schlimm ist es, wenn man nach einer (Live)aufnahme abbaut.... da gibt es mache übereifrigen "Helfer", die dann anfangen und wollen einem das Kabel aufwickeln... und richten dann mehr Schaden an als Nutzen.

Der Supergau ist, wenn "Helfer" ein mit Gaffer-Tape fixiertes Kabel losreißen ohne vorher das Tape zu entfernen. Es kostet u.U. Stunden, solche mit Klebeband umhüllten Kabel mit Teppichmesser und Benzin wieder vorsichtig zu entkleben. :roll:

Viele Grüße
tillebolle
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Re: Kabel richtig wickeln

Beitragvon alex » 06.02.2017, 15:49

tillebolle hat geschrieben:wenn "Helfer" ein mit Gaffer-Tape fixiertes Kabel losreißen ohne vorher das Tape zu entfernen.

Auch immer gerne genommen: Helfer ziehen Stecker aus der Stagebox, bevor auch nur ein Kabel aufgewickelt ist. Mahlzeit!

Meine Stammkunden habe ich inzwischen so weit erzogen, dass mich sie vor dem Wegräumen von Podesten etc. entweder informieren oder solange warten, bis ich Entwarnung gegeben habe.

Grüße, alex
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Re: Kabel richtig wickeln

Beitragvon LoboMixx » 06.02.2017, 23:27

Hier noch mal die Infos zu meinen Kabeltrommeln. Genutzt habe ich dafür einfache Leertrommeln wie man sie für Stromkabel verwendet. Die haben im inneren Zylinder ein Loch (oder ich bohre ein entsprechendes Loch), dort stecke ich den ersten Stecker hinein, so daß er in diesem inneren Tubus liegt. So kann man das erste Kabel ohne Knoten aufrollen. Dann stecke ich das zweite Kabel an das erste usw.
Auf eine Trommel gehen gut 100-120m XLR-Kabel, je nachdem wie dick das Kabel ist. Derzeit habe ich drei Trommeln mit 1) 6,5m (dunkelblaues Kabel), 2) 10m (schwarz) 3) 15-20m (schwarz und grau).
Eine 4. Trommel kommt noch mit 8m-Kabeln (dunkelgrün), ich muss aber noch die Stecker löten.

Die obligatorische kleine Kablrolle unter dem Mikrofonständer lege ich auch. Aber da die Stützen üblicherweise zwischen den Musikern stehen vermeide ich es, dort zu viel Kabel abzulegen. Ich ziehe die Kabel meistens vom Mikrofon zur Stagebox und wenn am Ende nur 1m fehlt, nehme ich halt ein 6,5m-Kabel dazu weil das (derzeit) meine kürzeste Länge ist. Die 2,5m-Kabel von Manfred sind aber auch eine gute Idee, ich sollte ich mir auch mal einige konfektionieren. Da ich die Stagebox aber stets außer Reichweite der Musiker oder anderem Fußvolk lege, stören dort die abgelegten Kabelmeter am wenigsten.

Hinsichtlich dilettantisch "gewickelter" bzw. nur abgelegter Kabel habe ich auch so meine Erlebnisse.
Ich erinnere mich an eine Musikfreizeit mit mehreren Ensembles der Musikschule vor vielen Jahren auf Langeoog. Die Rock-Band eines damals noch ganz jungen Kollegen war mit dabei und da sie am Abend vor der Fahrt noch geprobt hatte, hatte man um Zeit zu sparen, alle Kabel einfach so in eine Kiste geschmissen. Am Nachmittag nach der Ankunft auf der Insel konnte diese Band nicht proben, da die ganze Truppe ausschließlich damit beschäftigt war, alle Kabel wieder ordentlich und unbeschädigt auseinander zu pflücken. Ist dem Kollegen soviel ich weiß danach nicht nochmal passiert.

Vor ebenfalls etlichen Jahren hatte ich mal freundlicherweise einem Mitspieler gestattet, mir nach einem Auftritt beim Aufrollen der Kabel zu helfen (keine Aufnahme, sondern PA, Trommeln hatte ich damals noch nicht). Zu hause musste ich dann feststellen, dass der Kollege leider zwei linke Hände hatte. Da er überdies den Drall nicht annähernd zu bändigen wusste, waren mein Kabel in der Kiste ebenfalls auf herrlichste verfilzt.
Ist mir danach auch nie mehr passiert und ich lehne entsprechende, sicher stets freundlich gemeinte Angebote ebenfalls konsequent ab.

Dann erinnere ich mich noch an ein Kirchen-Konzert irgendwo in der hintersten Eifel bei dem ich als Musiker mitwirkte. Dort sah ich jemanden, der offensichtlich hobbymäßig das Konzert aufnahm (immerhin mit zwei recht neu aussehenden Sennheiser MKH 40). Der hat damals alle am Boden liegenden Kabel in der voll abgelegten Länge mit Paketklebeband abgeklebt! Fest klebendes Gaffa ist ja schon eine Sauerei, aber Paketklebeband :shock:
Ich zweifle, ob man das jemals wieder vollständig ablösen kann.

Gruß, Jürgen

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Re: Kabel richtig wickeln

Beitragvon Wilfried » 07.02.2017, 08:55

LoboMixx hat geschrieben:Genutzt habe ich dafür einfache Leertrommeln wie man sie für Stromkabel verwendet.

Ja, genau so mache ich das auch. Meine Leertrommeln haben unterschiedliche Farben zur Kennzeichnung der Kabellängen. :opa:

Wenig hilfreich war eine Hilfe, die beim Abbauen 4 Kabel parallel und nicht seriell
auf die Kabeltrommel aufwickelte. Durfte dann Zuhause den ganzen Schxxx$ auseinanderdrieseln. :aargh:
If you can't fix it with a hammer, you've got an electrical problem.

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Re: Kabel richtig wickeln

Beitragvon alex » 07.02.2017, 09:47

Wilfried hat geschrieben:Wenig hilfreich war eine Hilfe, die beim Abbauen 4 Kabel parallel und nicht seriell auf die Kabeltrommel aufwickelte.

Wieder einmal zeigt sich, dass es narrensichere Methoden nicht gibt, weil Narren viel zu erfinderisch sind.

Grüße, alex
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Re: Kabel richtig wickeln

Beitragvon hafi69 » 07.02.2017, 14:47

"4 Kabel parallel" kann ich noch toppen mit:
Kabel miteinander verknoten anstatt zusammenstecken... :oops:


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