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Tonthemen.de Tontechnikerforum
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ebs

Anmeldedatum: 19.06.2007 Beiträge: 371 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 22.02.2009, 14:54 Titel: Der Decca-Tree ist nur das Tüpfelchen auf dem i. |
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| MA hat Folgendes geschrieben: | | Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass der Decca-Tree "schon alles richten wird". |
Diese Aussage ist unbedingt voll zu bestätigen. Mir wird teilweise sogar vorwurfsvoll mitgeteilt, dass ein ORTF-Stereomikrofonsystem (Niere/Niere, 110°, 17 cm) allein recht brauchbare Ergebnisse bringt, aber ein Decca-Tree-System häufig keinen befriedigenden Klang liefert.
Das ist richtig. Das ORTF-System ist sehr "verzeihend". Bei der Verwendung des Decca-Trees muss unbedingt darauf hingewiesen werden, dass bei den Aufnahmen viel mehr an eine gute Akustik gedacht werden muss. Wenn diese nicht vorhanden ist, dann muss eine brauchbare Akustik hergestellt werden und wenn das nicht möglich ist, so muss man auch mal die konsequente Entscheidung fällen und auf den Decca-Tree verzichten. So gut sich der Decca-Tree bei Werken mit großen Orchestern anbietet, so viel schwieriger ist es bei kleineren Kammermusikwerken oder gar bei einem Streichquartett diesen Tree einzusetzen. Das "Zumisch-Mikrofonsystem zum Decca-Hauptmikrofonsystem" kann jedoch dabei schon hilfreich sein. Wenn ich bei Produktionen überwiegend die Neumann M 50 oder TLM 150 einsetze (3 Tree + 2 Ausleger), so hat das seinen Grund. Man bekommt recht schnell einen passenden Klang hin. Bei Live-Konzerten muss ich jedoch immer Kleinmikrofone, wie Neumann KM 130 oder Schoeps MK 2S abhängen. Die Klangeinstellung ist dabei weitaus schwieriger. Das Decca-Mikrofonsystem ist kein praktisches und problemloses Allround-Klangeinfanggerät, wie etwa das ORTF-Mikrofonsystem. Das Decca-Mikrofonsystem ist bei einer Aufnahme als Tüpfelchen auf dem i zu betrachten - aber nur, wenn es eben einsetzbar ist. Die Freiheit, den 3 Hauptmikrofonen einzeln auch unterschiedliche Höhen zu geben und das Dreieck nicht genau geometrisch einzuhalten, sollte man sich nehmen lassen. Darum Hände weg vom im Handel angebotenen, angeblich praktischen, oft auch noch viel zu kleinem Tree-Gestänge. Eine ORTF-Klammer ist nicht gleichzusetzen einem kleinen Decca-Kreuz, weil: ORTF verzeiht - Decca verzeiht eben nicht.
Viele Grüße ebs _________________ ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com |
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MA Gast
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Verfasst am: 22.02.2009, 19:29 Titel: |
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Hi,
ich habe auch noch meine letzten 2 wie beschrieben entstandenen Aufnahmen verglichen und mich darüber vergewissert, alles richtig gemacht zu haben: Kein Loch in der Mitte, sondern durchgehendes Panorama.
Wenn man S.5 des Aufsatzes von Gernemann, Decca Tree..... aufschlägt, so findet man Abb.2 mit Fn.11. Dort ist eine Aufnahmesituation mit einem L/R-Abstand von mindestens 3 – 3,50 m abgebildet, die äußeren L/R sind sogar noch nach außen ausgewinkelt.
Beim weiteren Lesen trifft man auf die Skizzen in Abb. 4 und 5, die beispielhaft zeigen, dass die Mikrofone keine statische Ausrichtung haben, sondern den konkreten Aufnahmebedürfnissen angepasst werden dürfen und müssen. Das ist alles zulässig. heute stellen wir den Tree in das Orchester. Ebs hat in einem Beitrag sinngemäß geschrieben, dass es nicht auf eine schöne Figur ankomme, sondern allein auf die klangrichtige Positionierung bei gleichzeitig geschlossenem Panorama. Gernemann a.a.O. Abb. 9, S. 12, sagt zu Recht, dass das Panorama mit 3er Tree nicht hundertprozentig geschlossen werden kann und versucht dieses mit der vorgenannten Skizze zu verdeutlichen.
Auf S.13 ff. differenziert auch Gernemann grundsätzlich nach M 50 und "Stäbchenmikrofonen" und schreibt dazu folgendes:
„2.2 Die Praxis
Durch die in Kap. 2.1. geforderte Unabhängigkeit der Mikrophone durch ihren Abstand
zueinander erscheint der Einsatz des „DECCA-Trees“ in der Praxis jedoch bei weitem nicht
einfach. So muß genau diese Unabhängigkeit erst einmal erzeugt werden, worin sich auch die
im ersten Kapitel berichtete stets nach Gehör kontrollierte Optimierung der Anordnung erklärt.
Diese erscheint hier noch wichtiger als vergleichsweise bei einer herkömmlichen Stereo-
Anordnung wie z.B. Koinzidenz- bzw. Laufzeitstereophonie. Grundsätzlich ist der „DECCATree“
damit auch schwieriger zu handhaben als diese. Es muß genau überprüft werden, ob sich
nicht doch eine unscharfe Lokalisation ergibt und Phantomschallquellen springen. Der Nachteil
des „DECCA-Trees“ findet sich also in der Tatsache, daß für diese Mikrophontechnik eine
gewisse räumliche Ausdehnung eines aufzunehmenden Klangkörpers benötigt wird. Daher
wird der Einsatz bei kleinen kammermusikalischen Gruppen (wie z.B. beim Streichquartett in
Abb.6) nicht unproblematisch, deren Ausführende nicht immer nach aufnahmetechnischen
Bedürfnissen umgesetzt werden können. Hier wird auch klar, warum die zusätzlichen
Flankenmikrophone bei kleinen Ensembles keinen Sinn machen. Selbst bei großen Ensembles
kann es passieren, daß die in Kap.1.1 angegebenen Abstände der Mikrophone untereinander
von 1,1m bis 2m nicht ausreichen und diese z.B. auf 2,5m vergrößert werden müssen. Dies tritt
besonders dann ein, wenn anstatt der im ersten Kapitel beschriebenen Mikrophone
herkömmliche Druckempfänger in Stäbchengehäusen verwendet werden. Hier erkennt man,
warum anfangs bei der DECCA mit Richtmikrophonen und sogar mit Trennwänden zwischen
diesen experimentiert wurde. Beide dienten dazu, das akustische Übersprechen zwischen den
Mikrophonen zu vermindern und somit die erläuterte Unabhängigkeit zwischen ihnen zu
verstärken. Dabei zeigen sich auch deutliche Vorteile durch die Verwendung des beschriebenen
Mikrophontyps NEUMANN M50 bzw. TLM50 mit seiner besonderen frequenzabhängigen
Richtcharakteristik15. Dieser hat also nicht nur Einfluß auf die in Kap.1.1 beschriebenen
spezifischen klanglichen Eigenschaften, die man natürlich auch durch eine geschickte
Einstellung mit entsprechenden Studioentzerrern zumindest für die 0°-Richtung eines anderen
15 Inzwischen bieten auch von anderen Herstellern von Druckempfängern in Stäbchengehäusen schallharte
Kugelaufsätze an, die damit ähnliche Eigenschaften aufweisen. Allerdings fallen dann die klanglichen
Eigenschaften des NEUMANN M50 weg, die sich durch das Membranmaterial, durch die Verstärkerschaltung
und das Gehäuse ergeben (siehe Fußnote 4), und die für den in Kap.1.1 zitierten „typischen DECCA-Klang“
mitverantwortlich waren.
14
Druckmikrophons annähern könnte16, sondern ist der Unabhängigkeit der Signale förderlich.
Da die M50-Mikrophone wie in Kap.1.1 zusätzlich auseinander und zu den
Instrumentengruppen gedreht werden, verbessert sich das Übersprechen weiterhin - zumindest
für hohe Frequenzen.
Oft ist man dazu geneigt, das Übersprechen zwischen den Mikrophonen zu verringern, in........“
Soweit für heute, wirklich lesenswert. Ich habe damals auch den Vortrag selbst gehört.
Meine Ausführungen oben beziehen sich allein auf EIGENE praktisch-empirische Feststellungen mit den von mir so hoch geschätzten und absolut zuverlässigen Sennheiser MKH 20 (sehr schöner Streicherklang ohne Gefahr metallischer Härte ).
Für jedes andere Mikrofon würde ich dringend eine individuelle Prüfung der Abstände und der Höhe empfehlen. Man möge sich bitte nicht auf irgendwelche Zahlenwerte verlassen. Das MKH 20 ist weicher und voluminöser als ein Schoeps-Mikrofon oder ein MBHO und erlaubt ( bzw. verlangt sogar !) eine weitaus nähere Mikrofonierung. Die Praxis ist diffizil. Alles, was ich hier schreibe, kommt nicht aus irgendwelchen Büchern, sondern ist praktisch ausprobiert und bestätigt.
Herzliche Grüße
MA
Zuletzt bearbeitet von MA am 25.02.2009, 13:00, insgesamt 2-mal bearbeitet |
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pkautzsch Moderator
Anmeldedatum: 19.06.2007 Beiträge: 346 Wohnort: München
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Verfasst am: 22.02.2009, 19:43 Titel: |
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| MA hat Folgendes geschrieben: | | Da wir nun wissen, dass 2 Nierenmikrofone zu verfügung stehen, müssen wir uns nur noch über das Verfahren, ORTF, NOS oder dieses 90 Grad/25 cm-Verfahren schlüssig werden. Alle haben 90 Grad Aufnahmewinkel! |
Man kann auch mit parallel ausgerichteten Nieren ein AB-System bauen. Der Nachteil bei gewinkelten Verfahren ist, daß die Mikrofone mit ihrer (verfärbungsfreien) Hauptachse meist auf den Rand der Schallquelle oder darüber hinaus zeigen...
| d_fux hat Folgendes geschrieben: | | Ich bemühe mich generell, Stützen nur sparsam beizumischen und schäme mich nicht, solche Stützenpaare auch per Panoramaregler zur Mitte zu mischen. Dabei orientiere ich mich an der Position der zu stützenden Klanggruppe im Hauptmikro. Einen Chor weit hinten in einem schmalen Chorraum würde ich sicher nicht ganz auf L/R verteilen, gleiches gilt für Bläser oder auch ein Vokalquartett. Wenn die z.B. alle links stehen, würde ich sie zwar u.U. etwas zur Mitte ziehen, aber nie qua Stereoaufnahme L/R positionieren. Sonst kommt der Bass aus dem linken Hauptmikro und dem rechten Stützmikro... |
Man kann diese Panorama-Einengung ja auch schon vor dem Mikrofon vornehmen. Wenn ich meine Solisten (oder meinen Chor) nicht über die komplette Lautsprecherbasis verteilen möchte, dann wähle ich eben einen Aufnahmebereich, der entsprechend größer ist als der Ausdehungsbereich der aufzunehmenden Schallquelle.
Wir müssen doch immer noch unterschieden zwischen echten Stereostützen mit Laufzeitkomponente (Nur diese dürfen nicht mittels Panpot eingeengt werden) und Mono-Stützen - z.B. einen Chor kann man ohne Weiteres mit 4 quer vor den jeweiligen Stimmen verteilten Mikrofonen aufnehmen, und die lassen sich dann auch kammfilterfrei mittels Panpot einstellen. Es kommt immer darauf an, ob das jeweilige Signal mit dem von einem anderen nahegelegenen Mikrofon "etwas zu tun hat" - man denke auch an die 3:1-"Regel" - oder nicht. In dem Moment, wo meine linke Chorstütze weit genug von der rechten Chorstütze entfernt ist, um nicht mit dieser zusammen ein (unfreiwilliges) Stereosystem zu bilden, kann ich beliebig am Panpot schrauben.
| d_fux hat Folgendes geschrieben: | Hm, die 410 sind ziemlich kräftig diffusfeldentzerrt. Weiß nicht, ob ich das für 'n Tree nehmen würde wollen, höchstens etwas seitlich oder nach oben weggedreht. Die Webseite von MBHO ist leider gerade ziemlich kaputt, und es gibt keine Frequenzgangschriebe...
(...)
Die Frequenzgangcharakteristik des M50 als Archetyp des Tree-Mikrofons ist nicht ganz das, was typischerweise bei Diffuskugeln zu sehen ist...
(...)
In der Beschreibung der SBK, die ja ein ähnliches Prinzip verfolgen, steht: "Der Frequenzbereich zwischen 2 kHz und 10 kHz für Schalleinfall aus dem vorderen Halbraum um max. 2,5 dB wird angehoben, während Schallanteile aus dem hinteren Halbraum ab ca. 5 kHz um max. 2,5 dB abgesenkt werden.
Das ist nicht mein Verständnis der übl. Diffusfeldkugel (Schoeps MK3 u.a.)...
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Wie meine Vorredner schon schrieben, gehört der stark höhenbetonte Klang insbesondere der M 50 (M150, TLM 50) zum echten Decca-Tree dazu. Die Anhebung bei frontalem Einsprechen ist bei diesen Kugeln (und bei KMs mit Kugelaufsätzen SBK, KA, APE je nach Hersteller) ja noch deutlich ausgeprägter und früher einsetzend als bei normalen Diffusfeldkugeln - und viel stärker richtungsabhängig. Man schaue sich zu diesem Zwecke ruhig mal die Richtdiagramme der einschlägigen aktuellen Neumänner auf deren Website an.
Will man diesen Klang nicht und benutzt andere Mikrofone, so sollte m.E. nicht mehr unbedingt das Wort "Decca" in der Bezeichnung der Anordnung vorkommen. Ich selbst sage meist einfach "Tree", andere nennen es vielleicht LCR-Anordnung oder sonstwas.
Ebenso gehört, glaubt man der wenigen im Netz zu findenen Literatur über den originalen DECCA-Tree, das Anwinkeln und die durchaus unterschiedliche Höhe der 3 Mikrofone zum Klang dazu. Der Decca-Tree ist eben *kein* klassisches Stereomikrofon im engeren Sinne, und erst recht nicht zur puristischen, mathematisch berechneten "ich nehme genau so auf, wie es klingt"-Aufnahme nutzbar. Ganz entscheidend, mehr noch als bei anderen Verfahren, ist hier die VORHER existierende Vorstellung, wie es denn klingen soll. Und wenn die Celli leiser oder weniger präsent klingen, als ich das will, dann schraube ich mein Stativ eben runter. Dadurch, daß ein typischer Decca-Tree nicht vor, sondern IM Orchester steht (durchaus auch mal zwischen 1. und 2. Geigen - wenns dort so klingt wie man das will), funktionieren die Richtungen ein bißchen anders als beim "ORTF vor dem Orchester". Ich meine mich zu erinnern, irgendwo mal ein Zitat aus einer alten "Anleitung" für Decca-Leute gehört zu haben: "Start with a height of 8 ft" - und verändere dann so lange, bis es so klingt, wie du das haben willst. |
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d_fux Site Admin

Anmeldedatum: 26.08.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Rotenburg/Fulda
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Verfasst am: 22.02.2009, 21:00 Titel: |
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| MA hat Folgendes geschrieben: | | Nochmals: Das Zumischmikrofon sollte aus Gründen der Störgeräuchverminderung ÜBER dem Orchester positioniert werden. Nur so ist es bei Livemitschnitten gedacht, NUR bei Produktionen wird es vor das Orchester gestellt. |
Und wie machst Du das im Rahmen einer Liveaufnahme? Mit einem Stativ zw. Dirigent und Ensemble? Das wird nicht jeder Orchesterleiter goutieren.
| Zitat: | | Von einer Monostütze für ein Bläserquintett habe ich noch nie etwas gehört. | Ich auch nicht. Kann mich auch nicht daran erinnern, irgendwas in der Art propagiert zu haben, jedenfalls nicht den Gebrauch lediglich einer solchen. Ggf. zwei davon, in dem von pkautzsch beschriebenen Sinne.
| pkautzsch hat Folgendes geschrieben: | | Man kann diese Panorama-Einengung ja auch schon vor dem Mikrofon vornehmen. Wenn ich meine Solisten (oder meinen Chor) nicht über die komplette Lautsprecherbasis verteilen möchte, dann wähle ich eben einen Aufnahmebereich, der entsprechend größer ist als der Ausdehungsbereich der aufzunehmenden Schallquelle. |
Guter Ansatz, aber unter gegebenen Platzverhältnissen nicht immer realisierbar, auch im Hinblick auf andere Schallquellen in der Nähe der Mikrofone.
In Sachen Decca-Tree halt ich fürderhin lieber die Klappe, hab es nie probiert und mich ehrlich gesagt auch nicht intensiv mit der Theorie beschäftigt. |
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Erdie Moderator

Anmeldedatum: 19.06.2007 Beiträge: 325 Wohnort: Wiesloch bei Heidelberg
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Verfasst am: 22.02.2009, 21:57 Titel: |
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@Daniel:
Zu deinem Fragenzeichen weiter oben - ich wollte nur andeuten, dass Diffussfeldkugeln die einzig nicht-entzerrten Kugeln im physikalischen Sinne sind, da die Höhenanhebung systembedingt ist bzw durch den Druckstau hervorgerufen wird. Freifeldkugeln sind entzerrt, das Wort "diffusfleldendzerrt" ist dagegen irreführend weil es suggeriert, man müßte die Mikrofone entzerren um sie für Diffusfeldanwendungen zu optimieren.
Ich würde auf deine 410er zurückgreifen, damit meine 2 603er Speiseteile freibleiben um sie ggf als Zumischsystem nutzen zu können. Ansonsten müßte ich eben ein 603er für die Mitte oder umgekehrt, die beiden 603er für die Seiten und ein 410 für die Mitte nehmen. Wahrscheinlich nehme ich die MBC603 + KA100 für den Tree rechts/links weil sie am Ausgang niederohmiger sind und für große kabellängen besser geeignet. Sicher ist sicher ..
Noch eine Frage an alle: Ist es pauschal eher zu empfehlen für die Sologruppe ein laufzeit basiertes Stereosystem zu nehmen statt so etwas wie xy oder ORTF? Ich werde wohl erstmal ein AB ausprobieren.
Danke nochmal an alle
Erdie |
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d_fux Site Admin

Anmeldedatum: 26.08.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Rotenburg/Fulda
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Verfasst am: 22.02.2009, 22:08 Titel: |
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| Erdie hat Folgendes geschrieben: | | Ich würde auf deine 410er zurückgreifen, damit meine 2 603er Speiseteile freibleiben um sie ggf als Zumischsystem nutzen zu können. | Schick mir Mail oder PM mit Deinen Koordinaten, dann können wir was auskungeln. Und wenn Du noch ein achtes Mikrofon brauchst, ich würde eines zur Verfügung stellen, welches sich im Beschädigungs-/Verlustfall problemlos ersetzen lässt (ist nicht bei allen meinen Mikros der Fall...).
| Zitat: | | Noch eine Frage an alle: Ist es pauschal eher zu empfehlen für die Sologruppe ein laufzeit basiertes Stereosystem zu nehmen statt so etwas wie xy oder ORTF? Ich werde wohl erstmal ein AB ausprobieren. |
Hab ich schon erwähnt, daß ich persönlich kein Stereosystem verwenden würde?
Nicht zuletzt wg. der schon erwähnten Problematik einer geeigneten Positionierung.
Daniel |
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ebs

Anmeldedatum: 19.06.2007 Beiträge: 371 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 22.02.2009, 22:36 Titel: Aufstellen von Stützmikrofonen und Decca-Tree |
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| d_fux hat Folgendes geschrieben: | Und wie machst Du das im Rahmen einer Liveaufnahme? Mit einem Stativ zw. Dirigent und Ensemble?
Das wird nicht jeder Orchesterleiter goutieren. |
Im Orchester gibt es immer einen Platz um Stative für Stützmikrofone aufzustellen. Das Center-Mikrofon des Decca-Trees vor dem Dirigenten ist das einzige wirkliche Problem. Natürlich habe ich das auch mal ausprobiert, aber kein Dirigent lässt sich ein Stativ vor seine Nase stellen. Er fühlt sich dadurch in seinen Bewegungen eingeschränkt. Da die Hauptverbindung des Dirigenten in Richtung zum Kapellmeister geht, sollte man auch nicht links vor ihm ein Stativ stellen. Aber rechts vor ihm hat es nie Probleme gegeben.
| d_fux hat Folgendes geschrieben: | In Sachen Decca-Tree halte ich fürderhin lieber die Klappe, habe es nie probiert und mich ehrlich gesagt
auch nicht intensiv mit der Theorie beschäftigt. |
Du solltest dich bei Tonaufnahmen von größeren Orchestern schon mit dem widerborstigen Decca-Tree hörmäßig beschäftigen. Eine Theorie, wie man sie z. B. beim ORTF-Mikrofonsystem, beim EBS-Mikrofonsystem oder beim Blumlein-Mikrofonsystem kennt, ist jedoch beim Decca-Tree nicht wirklich vorhanden. Darum wurde das "unwissenschaftliche" Decca-Tree-System von den Theoretikern verschwiegen, bis es mit der Einführung vom Surround-Sound wirklich nicht mehr zu unterdrücken war.
Viele Grüße ebs _________________ ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik
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d_fux Site Admin

Anmeldedatum: 26.08.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Rotenburg/Fulda
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Verfasst am: 23.02.2009, 00:12 Titel: Re: Aufstellen von Stützmikrofonen und Decca-Tree |
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| ebs hat Folgendes geschrieben: | | Im Orchester gibt es immer einen Platz um Stative für Stützmikrofone aufzustellen. | Klar. Hier geht es um die konkrete Frage, wo man ein Stereosystem hinstellen soll, das ein um den Dirigenten gruppiertes Bläserquintett stützen soll. Das könnte schwierig werden.
| Zitat: | | Das Center-Mikrofon des Decca-Trees vor dem Dirigenten ist das einzige wirkliche Problem. Natürlich habe ich das auch mal ausprobiert, aber kein Dirigent lässt sich ein Stativ vor seine Nase stellen. |
Das hab ich einmal probiert (bei einem Orchester, das ich einige Jahre lang aufnehmen durfte, bis ein neuer Dirigent kam und man auch sparen wollte/musste). Es ging hier wirklich nicht anders, auch nicht mit wilden Hängekonstruktionen. Musste dann vor dem Konzert schnell wieder abbauen und mich trollen... Gab's halt keine Aufnahme. Das hat der sogar noch ein zweites Mal gemacht, aber da stand das Mikro hinter ihm, keine Ahnung, was ihn gestört hat, vermultlich zeitgleiche Querelen mit dem Orchester...
| Zitat: | | Du solltest dich bei Tonaufnahmen von größeren Orchestern schon mit dem widerborstigen Decca-Tree hörmäßig beschäftigen. |
Größer als B dufte ich bisher nicht, da hat mir ein AB-System gereicht... Ich denke, dahin würde ich auch wieder tendieren (ich hab auch gar keine drei gleichen Kugeln), dazu ggf. Outrigger/Streicherstützen. Aber das is getz OT...
Zum Thema Decca-Tree noch ein paar Anmerkungen in einem Interview mit James Lock, einem gerade verstorbenen Decca-Toning.
Daniel |
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ebs

Anmeldedatum: 19.06.2007 Beiträge: 371 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 23.02.2009, 06:47 Titel: James Lock und der Decca-Tree |
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Danke, Daniel, das war mir noch nicht bekannt. Hier wird auf einige wichtige Kleinigkeiten zum Decca-Tree eingegangen. Ich durfte auch mit dem großen Gentleman James Lock zusammenarbeiten, den wir "Jimmy" nannten.
Ein Kernsatz ist: Eigenartigerweise sagte Jimmy Lock (Decca-Toningenieur), dass er im Grunde etwas Horror vor der Technik hatte und er alles von der musikalischen Seite anging, um die gewünschte richtige Aufnahmetechnik zu schaffen - in der Regel ein Gefühl von Luftigkeit und Raum um die Künstler.
Das Aufnahmeteam hat sich um die Attacken der Theoretiker und Wissenschaftler der Universitäten nicht gekümmert, dass der Decca-Tree überhaupt nicht funktionieren könne. Siehe auch den einzigen schnell wieder gestrichenen Beitrag zur Decca-Tree-Aufnahme im Buch von John Borwick, "Sound Recording Practice".
Viele Grüße ebs _________________ ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik
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Zuletzt bearbeitet von ebs am 23.02.2009, 12:11, insgesamt einmal bearbeitet |
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Tonzauber Site Admin

Anmeldedatum: 19.06.2007 Beiträge: 321 Wohnort: Wien
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Verfasst am: 23.02.2009, 10:29 Titel: |
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| MA hat Folgendes geschrieben: | Hi,
wenn ich nicht wüsste, dass Tonzauber DPA-Händler ist und ihn meine beiden Spitzen gegen die von ihm vertriebenen Produkte sehr gewurmt haben, hätte ich seine Wortmeldung falsch interpretiert.
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Hallo MA,
bitte ich bin kein DPA-Händler, nur DPA-Benutzer! Ich kenne zwar viele Leute bei DPA, aber ich weiss dass auch andere Mütter schöne Töchter haben, und ich hatte das Vergnügen mit originalen M50 zu arbeiten - tolle Mikrofone, zweifellos, wenn auch sehr "hell". Mit denn MKH20 z.b. bin ich aber noch nie warm geworden, die sind mir zu dumpf. Die neue MKH8020 hingegen gefällt mir sehr gut. Schoeps MK2s mag ich auch ganz gerne.
Mich hat nur ein wenig Dein dogmatischer Ansatz gestört, der in meinen Ohren wie "es muss so und so sein, sonst funktioniert es nicht" geklungen hat - und gerade beim Decca-Tree, das eine rein empirische Entwicklung ist, kann man sich nur auf die Ohren verlassen.
Es sollte nicht heissen dass es falsch ist, was Du sagst, ich wollte damit nur ausdrücken dass es auch anders geht.
Übrigens, mein Einspruch gegen die Basisbreite dürfte auf einem Missverständnis auf meiner Seite beruhen - beim Decca-Tree denke ich immer in halber Basisbreite, sodass sich dann bei Deinen Zahlen in meinem Denken Breiten von 6m und mehr ergeben hätten...
Gerade bei großen Klangkörpern sind natürlich 3m Basisbreite durchaus üblich. Sorry dafür.
In diesem Sinne
Georg _________________ Tonzauber - einfach klassisch
www.tonzauber.com
Surround Sound wird einfach!
www.codingfactory.at |
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MA Gast
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Verfasst am: 23.02.2009, 18:48 Titel: Kammerorchester+Solisten, max. 8 Kanäle |
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Hellau zusammen (wg. Rosenmontag),
hier kann man eine Aufnahme mit 3er Decca-Tree und Zumischmikrofon aus neuerer Zeit hören.
http://www.kammerphilharmonie.com/Beethoven_Violinkonzert_-_Batiashvili.html
Man hört durchaus deutlich die von ebs zitierte Leichtigkeit und Luftigkeit des Klangbildes.
Dies ist eine klanglich durchaus typische Aufnahme bzw die Klangrichtung, die Erdie mit seiner beabsichtigten Aufnahmesitzung trotz eingeschränkter Mittel auch in etwa erreichen könnte.
Selbstverständlich ließe sich dieses durchsichtige und freundlich-optimistische Klangbild auch ohne jede Abstriche mit dem deutlich diffusfeldentzerrten Sennheiser MKH 20 erzielen, und zwar out-of-the-box, mit paar Handgriffen und ohne jede Klangschrauberei. Zudem wird auch noch ein Druckstauring für noch stärkere Höhenanhebung und Richtwirkung mitgeliefert.
Mit den Aussagen, Zweifeln und Differenzierungen von dfux und pkautsch stimme ich überein. Wir sind nicht die Decca und müssen oft sehr viel kompromissbehafteter vorgehen.
Der Einwand von d-fux, die Anpassung der Stativhöhe und die Ausrichtung der Mikrofone auf die Celli bringe nichts möge jeder selbst überprüfen.
Auch in Erdies Aufnahme muß man den Mut zur Lücke haben, ich glaube aber, dass die Aufnahme schön wird. Das Konzept ist normalerweise eine sichere Sache. Man kann für die Solisten auch eine A-B nehmen mit vielleicht 35 – 40 cm Basis , dabei würde ich mich von der besten Lokalisation leiten lassen. Viel Erfolg!
Gruß
MA
Zuletzt bearbeitet von MA am 27.02.2009, 17:57, insgesamt 2-mal bearbeitet |
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Erdie Moderator

Anmeldedatum: 19.06.2007 Beiträge: 325 Wohnort: Wiesloch bei Heidelberg
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Verfasst am: 23.02.2009, 23:14 Titel: |
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Bei soviel Tipps und guten Wünschen kann ja fast nichts mehr schiefgehen  |
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JP

Anmeldedatum: 04.12.2007 Beiträge: 175 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 24.02.2009, 13:01 Titel: |
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| Tonzauber hat Folgendes geschrieben: |
| MA hat Folgendes geschrieben: | | Deshalb zeigen die Kugeln auch voneinander weg, |
das hätte ich bis jetzt noch nicht gesehen. Natürlich ist ein begrenztes Nachjustieren durch explizite Ausrichtung möglich, aber dass sie per se voneinander wegzeigen, und nicht primär parallel zueinander ausgerichtet sind, ist wohl nicht derzeitige Praxis.
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Mir ist bei meinen Beobachtungen nur selten eine parallele Ausrichtung von L/R untergekommen.
Oder habe ich dich hier falsch verstanden? |
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MA Gast
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Verfasst am: 24.02.2009, 17:03 Titel: Photos. Decca-Tree, ABC und mehr |
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Hallo JP,
vielen Dank für die Illustration durch das Photo, das eine typische Konfiguration mit Kleinmembranmikrofonen zeigt. Selbstverständlich zeigen die Mikrofone in die Richtung und damit auf die „Orchesterfläche“, die sie spezifisch aufnehmen sollen. Natürlich zeigen sie von einander weg, nur das Centermikrofon zeigt nach hinten, weil dies für die Kanaltrennung von großer Wichtigkeit ist.
Man sieht auch sehr schön die zur Waagerechten tendierende Auswinkelung/Drehung der Kugeln sowie die Breite des gesamten Arrays mit 3 m und mehr. Dies dient der weitestgehenden Linearisierung der im Nahfeld aufgestellten Kugeln.
Auch ist deutlich zu sehen, dass die Mikrofone in die günstigere Pösitionierung oberhalb der ersten Streicherpulte hineinragen.
Ebenso ist die Höhe der Mikrofone in etwa so niedrig, wie ich es beschrieben habe. Die Anleitung, man möge bei 11 Fuß, dh. irgendwo ab 3,30 m aufwärts schrauben, ist für normale Kugelmikrofone viel zu hoch. Die genaue Höhe ist programmabhängig. Für das MKH 20 sind oft ca. 2,50 m richtig. Ich habe noch nie die Höhe gemessen, aber die Situation auf dem Photo entspricht auch meiner Praxis. Hier scheinen wir freifeldentzerrte DPA 4006 (silver cone) zu sehen, die durchaus einen größern Abstand haben müssen.
Zwar drängt sich dies alles bei der praktischen Einrichtung der Aufnahme auf, aber für Erdie und die anderen Interessierten ist das Photo eine wirklich nützliche und das anfängliche Ausprobieren stark erleichternde Abbildung. Vielen Dank dafür!
Sehr schön zu sehen ist auch, dass das Center über oder vor dem Dirigenten positioniert ist, stünde es aber hinter ihm, würde das Mikrofon „nichts hören“, dh., es ist von seinem bestimmungsgemäßen Einsatzbereich zu weit weg. Deshalb zeigt das Photo bei Gernemann mit den drei hinter dem Dirigenten positionierten Mikrofonen eine Aufstellung, die in Verbindung mit modernen Mikrofonen zumindest irreführend und aus heutiger Erfahrung eher falsch ist.
@ ebs: Ich wünschte mir etwas mehr Gelassenheit. Wenn ich den Wert von 11 ft. auf 3,40 statt auf exakt 3,35269 m geschätzt habe, so ist das wegen der 4,731 cm kein Beinbruch. Die Reaktion hierauf ist kleinlich. Über die richtige Mikrofonhöhe kann ich nicht streiten, weil sie keiner von uns für alle denkbaren Fälle kennt. Die Bilder von JP indizieren das Erfordernis einer außerordentlich differenzierten Betrachtungsweise, für die nur die Praxis eine Antwort kennt und die den Rahmen dieses Forums weit übersteigt. Es ist übrigens viel Aufwand, hier ausführlich zu schreiben und eine halbwegs verständliche Darstellung der eigenen Erfahrungen zusammenzutragen und zwar so, dass dies auf ein breiteres Interesse stößt.
Viele Grüße
MA
Zuletzt bearbeitet von MA am 27.02.2009, 18:05, insgesamt 7-mal bearbeitet |
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ebs

Anmeldedatum: 19.06.2007 Beiträge: 371 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 24.02.2009, 18:43 Titel: Decca-Tree Mikrofonhöhe |
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| MA hat Folgendes geschrieben: | Die Anleitung, man möge bei 8 Fuß, dh. irgendwo ab 3,40 m aufwärts schrauben, ist für normale Kugelmikrofone viel zu hoch.
Die genaue Höhe ist programmabhängig.
Fehler: 8 Fuss ist nicht 3,40 Meter, sondern 2,40 Meter - Also eine recht unbrauchbare Höhe! | ´
Gewiss ist die Mikrofonhöhe von der Akustik und der Ensemblegröße abhängig.
Von den Decca-Leuten wurde den Praktikanten immer gesagt. Merkt euch: "starting height is 11 feet". Dabei dachte man an George Solti und die Wiener Philharmoniker im goldenen Saal des Musikvereins oder an das Chicago Symphony Orchestra in der Chicago Orchestra Hall.
Für Tontechniker gilt vereinfacht: "1 Fuß = 30 Zentimeter". Also ist die Standard-Ausgangshöhe für ein großes Orchester in solchen Räumen etwa 3,30 Meter. In der Berliner Philharmonie gehe ich bei großem Orchester mit Publikum und der einhergehenden "Trockenheit" bis zu 3,80 Meter hoch. Kammermusikgruppen brauchen eine geringere Ausgangshöhe von etwa 2,80 Meter vom Boden aber selbst bei einem Streichquartett sind weniger als 2,60 Meter als Höhe nicht angebracht.
Zu geringe Höhe der Mikrofone führt zu einer Vereinzelung der Schallquellen, die zu vermeiden gilt. Sicher wird man mit Feingefühl das Mikrofon auf der Seite der 1. Geigen etwas höher positionieren als auf der Bratschen- bzw. Celloseite und auch die Abstrahlrichtung der 1. Geigen in Richtung Publikum und der Bratschen in Richtung ins Orchester hinein sollte beachtet werden. Darum ist mein "Dreieck" in der Höhe nie gleich und in der Geometrie auch nicht. Meine Decca-Tree-Mikrofone hängen nie senkrecht nach unten, wie es häufig bei Rundfunkaufnahmen zu sehen ist. Dort gibt es ja den Spruch: Sind doch eh alles Kugeln.
Viele Grüße ebs _________________ ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik
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