Schulprojekt "Tiere des Waldes"

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juppy
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Schulprojekt "Tiere des Waldes"

Beitragvon juppy » 28.08.2009, 20:32

Da es heute chick ist, daß Eltern sich in der (Grund-)Schule engagieren, habe ich meine Unterstützung für das aktuelle Klassenprojekt "Tiere des Waldes" angeboten mit dem Vorschlag, einen Ausflug zur Tierstimmenjagd zu machen ...

Damit ich in meiner Großmäuligkeit nicht völlig auf der Nase lande, bin ich natürlich für jeden Tipp dankbar.
(Wie ein Mikrofon angeschlossen und die Daten gespeichert werden, weiß ich schon!)
Trotzdem quält mich der Gedanke: Die Paarungszeit ist vorbei. Gibt es da in unseren zivilisierten Wälder um diese Zeit noch genug Tiergeräusche zum Aufnehmen - oder kommen wir nur mit den Hintergrundgeräuschen der nächsten Straße und den Grundschulkindern zurück?

Mitnehmen könnte ich: AKG C451, SCHOEPS CMC52H, Sennheiser MD441 und natürlich einen Locationrecorder mit Kopfhörer.

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Clouseau
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Re: Schulprojekt "Tiere des Waldes"

Beitragvon Clouseau » 28.08.2009, 21:25

juppy hat geschrieben:Trotzdem quält mich der Gedanke: Die Paarungszeit ist vorbei. Gibt es da in unseren zivilisierten Wälder um diese Zeit noch genug Tiergeräusche zum Aufnehmen?

Das Ameisen-Gewisper und und das Zirpen der Heimchen ist von der Lautstärke her wenig ergiebig. Notfalls müsste deine Freundin das Schreien des Waldkautzes schön laut nachahmen und der bekannte Kuckuck-Ruf darf bei den Kindern wegen des Bekanntheitsgrades nicht fehlen.
Du könntest auch einen Kassettenrekorder mit "Waldstimmen" unsichtbar in einer Baumgabel verstecken.

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juppy
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Beitragvon juppy » 28.08.2009, 21:51

Clouseau, Du bist ein Scherzkeks!

Doch fallS die Intention Deiner Antwort war, mich zu ärgern,
muß ich dich enttäuschen: Ich habe mich köstlich amüsiert!

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Clouseau
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Beitragvon Clouseau » 28.08.2009, 22:31

juppy hat geschrieben:Clouseau, Du bist ein Scherzkeks! Doch falls die Intention Deiner Antwort war, mich zu ärgern, muß ich dich enttäuschen: Ich habe mich köstlich amüsiert!

Wir sind hier im Wiener Kaffeehaus zur lockeren Entspannung. Dein angebotenes Thema ist schon interessant wie auch recht schwierig, besonders nach der lauten und lustvollen Brunftzeit. Dich zu ärgern ist gewiss nicht in meinem Sinn. Darum sann ich auf Abhilfe um die lieben Kinderchen nicht zu allzu sehr zu enttäuschen.
Ich machte heute allein im Wald einen Spaziergang und habe angestrengt meine Lauscher gespitzt. Oh ihr armen Mikrofone, da gibts wenig zu tun, selbst wenn kein Motorradrennen in der Nähe stattfindet.

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Arno
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Beitragvon Arno » 28.08.2009, 23:44


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Beitragvon juppy » 29.08.2009, 00:17

Hallo Clouseau, hallo Arno!

Clouseau hat geschrieben:Dich zu ärgern ist gewiss nicht in meinem Sinn. Darum sann ich auf Abhilfe um die lieben Kinderchen nicht zu allzu sehr zu enttäuschen.


Das habe ich auch - mit einem Augenzwinkern - so aufgefaßt.

Und auch schon überlegt, ob man einen Park, wie von Arno vorgeschlagen, aufsucht, um dort die Tierstimmen aufzunehmen - auch wenn diese Variante nicht besonders authentisch ist.

Ich habe leider zu voreilig den Vorschlag zum aktuellen Unterrichtsthema gemacht, die Bedenken kamen später.
Dabei weiß ich aus Erfahrung, daß man die besten Vogelstimmenaufnahmen bekommt, wenn man im Frühjahr Kammermusikaufnahmen in Kirchen machen möchte.

Alternativ könnte ich alte Bänder ausgraben, die Musik rausschneiden und den verbleibenden Rest neu arrangieren. :-)
Doch nach der Idee sollten die Aufnahmen eigentlich mit den Kindern zusammen gemacht werden. :-(

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Beitragvon stefan » 29.08.2009, 01:07

juppy hat geschrieben:[...] Doch nach der Idee sollten die Aufnahmen eigentlich mit den Kindern zusammen gemacht werden. :-(
...dann nimm das MD441, weil die Kids vielleicht auch mal selbst das Mikro in der Hand halten wollen.
Eine MK2H halte ich da draussen für äusserst ungeeignet. Die dymamische Superniere oder auch das AKG (Windschutz nicht vergessen!) wird von den drei Mikrofonen wohl die brauchbarsten Ergebnisse liefern, wenn schon kein MKH416 oder ähnliches zur Verfügung steht. Aber vielleicht hört man auf den Tracks nur das Rauschen im Walde? :-) ...dann lass die Kinder mal die Tierstimmen nachmachen - Hauptsache, es macht allen Spass ;-)
---------------------------------------
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Tobias
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Beitragvon Tobias » 29.08.2009, 20:14

Wenn die "offensichtlichen" Tiergeräusche momentan nicht verfügbar sind könnte ich mir vorstellen, kleine akustische Details zu suchen.
Z. B. ist eine Schnecke beim Fressen ganz schön laut.
Was hört man, wenn man ein entsprechend geschütztes Mikrofon in einen Tierbau (Mauseloch?) steckt?
Was hört man unter Wasser?
Körperschall an Bäumen, Steinen?

Wenn die Tiere momentan nicht genug hergeben kann man den Workshop möglicherweise auf Naturgeräusche ausdehnen und zu geeigneterer Zeit nochmal speziell für Tierstimmen anbieten?

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Mikrofone unter Wasser oder im Regen

Beitragvon ebs » 29.08.2009, 22:40

Tobias hat geschrieben:Was hört man unter Wasser?

Ein schönes Thema. Dazu müssen die Mikrofone unbedingt vor Wasser geschützt werden. Mikrofone, die unter Wasser angewendet werden heißen Hydrophone. Man kann so etwas zu einem guten Preis bei der Firma DPA bekommen.

Einfallsreiche Tontechniker ziehen bei Außenaufnahmen im Regen oder unter Wasser im Schwimmbad praktischer Weise ein Kondom über ein handelsübliches Kleinmikrofon. Das ist kein Witz. Die schlaffe Latex-Haut dichtet die Mikrofonkapsel wasserdicht ab und allein die reine Druckänderung (Skalar) wird übertragen - jedoch ist dieser Trick eben nur bei reinen Druckempfängern anwendbar, also bei Mikrofonen mit Charakteristik Kugel.
Bei Druckgradientenempfängern, wie z. B. bei Mikrofonen mit Richtcharakteristik Niere, funktioniert dieses mit dem "Verhüterli" nicht, denn die Druckgradientenbewegung (Vektor - Druckunterschied vor und hinter der Membran) wird heftig gestört.
Bei allen Tipps in "YouTube" zu Methoden ein Mikrofon wasserdicht zu machen, wird immer vergessen zu erklären, dass das eben nicht ordentlich bei "Nierenmikrofonen" und anderen Druckgradientenempfängern funktionieren kann. Man denkt einfach nicht daran oder man weiß es halt nicht besser.

Mir fiel dieser Text zu "Was hört man unter Wasser?" ein. Sicher wird man es nicht wagen, diese angesagte "Verhütungs-Praxis" bei Mikrofonen den Schulkinderchen vor der Pubertät zu demonstrieren.
Ihr seid ja schon ein bisschen älter.

Viele Grüße ebs

PS: Obiger Text stammt aus dem Blatt:
"Umrechnung der Schallgrößen (Pegel)"
Ganz unten beim selteneren Tontechnik-Thema:
"Schalldruck und Schallpegel unter Wasser"
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-schallpegel.htm
Zuletzt geändert von ebs am 02.09.2009, 12:49, insgesamt 3-mal geändert.
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com

Tobias
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Beitragvon Tobias » 29.08.2009, 23:47

Wer etwas basteln will:
Ganz einfache Hydrophone kann man unter Verwendung dieser Piezo-Scheiben (Piezo-Buzzer) selberbauen. Die sind sehr hochohmig, ein FET oder FET-OpAmp als Impedanzwandler ist erforderlich.
Das passt bestimmt gut in den Physikunterricht.


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