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Akustische Frage: Impedanzanpassung beim schwingenden System

 
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SebastianR



Anmeldedatum: 22.06.2007
Beiträge: 23

BeitragVerfasst am: 16.11.2009, 18:32    Titel: Akustische Frage: Impedanzanpassung beim schwingenden System Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

so weit ich weiß, kann man schwingende Systeme, also z.B. bei einem Saiteninstrument die Saite und den Resonanzkörper, mit Hilfe der Elektrotechnik beschreiben, wobei mich hierbei hauptsächlich interessiert, was hierbei mit "Impedanzanpassung" gemeint ist. Bei einem Mikrophon sollte die Ausgangsimepanz ja möglichst gering und die Eingansimpedanz im Mikrofonverstärkereingang möglichst hoch sein, um keine Verezerrungen zu erhalten. Verstehe ich das richt, sorry, ich bin kein Physiker oder Elektrotechniker, sondern Musiker und Nebenfachmathematiker...?
Was heißt das dann aber für die Anpassung von Saite und Resonanzkörper? Wenn also z.B. eine Gitarrendecke möglichst leicht gebaut ist, muss die Saite dann auch eine möglichst leichte Spannung haben, um keine Verzerrungen bei hohen Lautstärken zu erhalten? Könntet Ihr mich über die Vergleichbarkeit und die Folgen für ein Instrument daraus aufklären, dass würde mir sehr helfen...
Danke

Herzliche Grüße
Sebastian
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Musikmeister



Anmeldedatum: 21.06.2007
Beiträge: 222
Wohnort: Frankfurt

BeitragVerfasst am: 16.11.2009, 23:17    Titel: Re: Akustische Frage: Impedanzanpassung beim schwingenden Sy Antworten mit Zitat

SebastianR hat Folgendes geschrieben:
Bei einem Mikrophon sollte die Ausgangsimpedanz ja möglichst gering und die Eingangsimpedanz im Mikrofonverstärkereingang möglichst hoch sein, um keine Verzerrungen zu erhalten.

Mir ist unklar, wo diese unrichtige Meinung mit den Verzerrungen herkommt. Schon früh störte die Rundfunktechniker bei "Leistungsanpassung Ri = Ra" die Änderung des Spannungspegels, wenn die Verbraucherlasten wechseln, weil Leitungen häufig hinzu- und abgeschaltet werden müssen. Daher wurde praktischerweise schnell die "Spannungsanpassung Ri << Ra" mit kleineren Quellwiderständen und größeren Lastwiderständen angewendet. Das heißt, damit wird fast die gleiche Spannung an der Quelle so gut wie unverändert an die Last weitergegeben. Die Spannung soll dabei so hoch wie möglich sein und bei der Übertragung auch gut erhalten bleiben. Dieses wird von den Andersdenkenden gern mit "Fehlanpassung" bezeichnet.

Wie bei einem Saiteninstrument eine Saite an den Resonanzkörper angekoppelt wird, ist mir nicht bekannt. Es muss sicher das Ziel sein, den schwachen Seitenklang durch den mitschwingenden angekoppelten Resonanzkörper klanglich möglichst gut hörbar mechanisch zu verstärken.

Mit akustischen Verzerrungen wird die Anpassungsart weniger zu tun haben. Die Größe des Resonanzkörpers wird dabei sicher recht wichtig sein.
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Clouseau



Anmeldedatum: 20.06.2007
Beiträge: 88
Wohnort: Colmar

BeitragVerfasst am: 16.11.2009, 23:54    Titel: Re: Akustische Frage: Impedanzanpassung beim schwingenden Sy Antworten mit Zitat

Interessant, was hier so rumgeschwafelt wird:

http://www.roxele.de/03/musik/Lang/Lang-int-1.html

"Dies äußert sich auch nicht als anstrengende Spannung für die linke Hand, im Gegenteil. Wie ich vorhin erläutert habe, lässt auf einer weich aufgehängten Decke die Saiten/Stegkoppelung nicht ein extremes Spannungsgefühl aufkommen. Dies bringt eine bessere Bespielbarkeit. Je weicher die Kopplung der Saite an die Decke, bzw. je weicher das System Decke aufgehängt ist, desto weniger tritt ein extremes Spannungsgefühl für die linke Hand auf. Das Spielgefühl für den Gitarristen ist nicht ausschließlich durch die absolute Saitenhöhe vom Griffbrett bestimmt. Viel grundlegender wird dies durch die Art der Funktion der Decke determiniert. Auch wenn das Instrument eine sehr bequeme Saitenlage hat, aber das Instrument sehr steif reagiert, hat man ein hohes Spannungsgefühl und ein anstrengendes Spiel. Neben den klanglichen Eigenschaften bleibt für mich eine gute Bespielbarkeit meiner Instrumente ein vorrangiges Ziel."

Hier scheint keine Impedanz-Anpassung gemeint zu sein: Weiche "Kopplung" gibt hier geringes Spannungsgefühl in der linken Hand. Es geht allein um das "Spielgefühl" des Gitarristen.

Das techische Wissen über Elektro-Akustik ist üblicherweise auf diesem Gebiet dermaßen gering, dass niemand die mechanische Anpassung von Gitarren-Saiten an die Korpusdecke verständlich in eine elektrische Analogie umwandeln kann.

Möglicherweise findet jemand noch brauchbare wissenschafliche handfeste Aussagen zur "Impedanzanpassung" nach der SebastianR uns fragt.
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bwaack



Anmeldedatum: 23.07.2009
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 26.01.2010, 12:42    Titel: Antworten mit Zitat

Du müsstest mal näher beschreiben, von welcher Impedanz am Instrument Du sprichst. Vermutlich meinst Du die mechanische Impedanz, die überall dort auftritt, wo sich Schallwellen von einem Werkstoff in den nächsten ausbreiten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Akustische_Impedanz

Körperschallausbreitung ist natürlich für Saiteninstrumente extrem wichtig. An jedem Übergang von einem Werkstück auf das anliegende muss der Schall einen Übergang in ein anderes Medium überwinden. So zum Beispiel von der Saite auf den Steg, vom Steg auf die Decke usw.

Diese Übergänge, die der Körperschall passieren muss, lassen sich mit der Impedanzanpassung in der HF-Technik vergleichen. Hat das angeschlossene Medium eine extrem andere Impedanz als das Ursprüngliche, kann der Schall den ursprünglichen Werkstoff nur schlecht verlassen, sondern wird an der Grenzfläche in das Medium zurückreflektiert.
Das gleiche geschieht auch mit HF-Signalen, die bei unpassender Impedanz zur Quelle zurückreflektiert werden.

Siehe auch
http://de.wikipedia.org/wiki/Wellenimpedanz
unten: Reflexionen durch Änderungen der Wellenimpedanz

Also kurz gesagt: Wenn Du Schaumstoff unter den Steg klemmst (oder den Steg aus ungünstigem Material wählst, oder den falschen Kleber verwendest), fügst du einen Übergang mit einer extrem anderen Impedanz in den bisherigen Ausbreitungsweg des Schalls ein. Das Instrument wird leiser, weil der Steg nicht mehr so gut schallleitend an die Decke gekoppelt ist. Die Schwingungen werden bereits im Steg reflektiert ohne - wie vorher- die Decke anzuregen. Das Instrument führt durch die geänderten Resonanzbedingungen ganz andere (Eigen-)Schwingungen aus , als zuvor. Die Grundtönigkeit geht zurück, das Sustain verändert sich frequenzabhängig.

Ebenso bilden sich bei Fehlanpassung in einer Antennenleitung Reflexionen aus, die dann auch Stehwellen ausbilden und am falsch abgeschlossenen Eingang liegt ein schwaches, mit Störsignalen überlagertes Signal an.

Grüße
B.


Zuletzt bearbeitet von bwaack am 27.01.2010, 02:38, insgesamt einmal bearbeitet
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ebs



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Beiträge: 529
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 26.01.2010, 14:20    Titel: Ursache und Wirkung - Schallleistung und Schalldruck Antworten mit Zitat

Körperschall in unterschiedlichen Materialien und die Impedanzanpassung gehört zur Forschung der Ursache des Schalls, die besonders durch die größer werdende Anzahl der Lärmbekämpfer (Akustiker) immer mehr an Bedeutung erlangt.
Wir Ohrenmenschen (Tontechniker) kümmern uns überwiegend um die Wirkung des Schalls, die wir mit den eigenen Ohren hören und die wir bestens mit unseren Mikrofonen übertragen müssen.
Es gibt einen besonderen Artikel, der diesen wenig bekannten Unterschied zwischen Wirkung und Ursache bei Schalldruck und Schallleistung auch bildlich ordentlich und deutlich darstellt und den Unterschied zwischen Schallfeldgröße und Schallenergiegröße klarmacht; siehe:
http://www.sengpielaudio.com/SchalldruckUndSchallleistung.pdf

Ich wünschte, ich hätte diesen ursprünglich englischen Artikel von Bruel & Kjær schon früher gekannt.

Viele Grüße ebs •·≡≈¹₁²₂³₃⁴₄⁵₅¼½¾√∠∞±∂∫αβγδεηκλπρσφωθ ΓΔ∇ΛΣΦΩ ¢©⁄≤≥←→↔ æ

PS: Die Sonderzeichen sind ein Kundendienst, falls ein Poster so etwas benötigt. Einfach "copy and paste".
λ = c · f      a = Δ t · c / sin θ      A = r² · π      d = 2 · √A/π      sin α = cos (π/2 - α)
_________________
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com
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pkautzsch
Moderator


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Beiträge: 430
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 27.01.2010, 13:39    Titel: Antworten mit Zitat

Die von ebs dankenswerterweise eingebrachten Sonderzeichen findet ihr ab sofort in einem eigenen Thread: http://www.tonthemen.de/viewtopic.php?t=1138
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SebastianR



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Beiträge: 23

BeitragVerfasst am: 29.01.2010, 12:18    Titel: Antworten mit Zitat

Danke Bwaack, Du hast meinen Gedanken richtig gedeutet.
Meine sich daraus ergebende Frage ist, wie man diese Impedanzen verändern kann, also gibt es Gesetzmäßigkeiten wie "Saite hat mehr Masse führt zu einer höheren Impedanz der Saite" oder "Steg leichter -> geringere Impedanz". Und in wie fern hängt die Kontaktfläche zwischen den schwingenden Massen damit zusammen?

Danke für weitere Informationen...
Herzliche Grüße
Sebastian
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SebastianR



Anmeldedatum: 22.06.2007
Beiträge: 23

BeitragVerfasst am: 29.01.2010, 12:28    Titel: Ergänzung Antworten mit Zitat

...vielleicht noch ein Beispiel, um es zu verdeutlichen:
Eine Gitarre mit einer großen Deckenfläche (=Masse) funktioniert gut mit einer bestimmten Saite. Nun spanne ich die gleiche Saite auf ein anderes Instrument und der Klang (abgesehen von den Eigenresonanzen der Instrumente etc.) klingt "spitzer" (mehr Obertöne=Verzerrungen) und leiser. Da sich die eine Masse (=Resonanzdecke) verringert, muss ich dann die Saitenmasse auch verringern, um die Impedanz anzupassen?
Ist natürlich alles stark vereinfacht....

Sorry, für mein physikalisches Halbwissen...
Grüßle
Sebastian
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max



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Beiträge: 561
Wohnort: Dresden

BeitragVerfasst am: 29.01.2010, 13:32    Titel: Re: Ergänzung Antworten mit Zitat

SebastianR hat Folgendes geschrieben:
...vielleicht noch ein Beispiel, um es zu verdeutlichen:
Eine Gitarre mit einer großen Deckenfläche (=Masse) funktioniert gut mit einer bestimmten Saite. Nun spanne ich die gleiche Saite auf ein anderes Instrument und der Klang (abgesehen von den Eigenresonanzen der Instrumente etc.) klingt "spitzer" (mehr Obertöne=Verzerrungen) und leiser. Da sich die eine Masse (=Resonanzdecke) verringert, muss ich dann die Saitenmasse auch verringern, um die Impedanz anzupassen?
Ist natürlich alles stark vereinfacht....

Sorry, für mein physikalisches Halbwissen...
Grüßle
Sebastian

Ich denke, das Problem liegt nicht in Impedanz, sondern in Energieverlust. Wenn die Decke von anderen Körperteilen gut abgegerenzt ist (hart eingeleimt, andere Körperteile nicht schwingen), reflektiert die Schallwelle in Decke von ihren Grenzen zurück. Wenn nicht gut - so wird die Welle teilweise gelöscht, die Energie geht verloren. Das können wir auf den Klavieren sehen: es gibt besseren und schlechteren, abhängig von der Bauweise der Decke. Gleiches passiert mit Orgelpfeifen: wenn wir für ein Gedackt zu dünnes Metallblatt nehmen (besonders kritisch ist der Spund) - kann sein, daß die Pfeife gar nicht anspricht, oder sehr schlecht und nicht stabil, und alle Versuche, das an Labium zu korrigieren, werden scheitern...

Also, die Bauweise der Decke und ihrer Befestigung ist sehr wichtig, beinahe entscheidend (dazu natürlich die Masse der Decke, Material usw.).

Zitat:
so weit ich weiß, kann man schwingende Systeme, also z.B. bei einem Saiteninstrument die Saite und den Resonanzkörper, mit Hilfe der Elektrotechnik beschreiben
Ja, man kann das beschreiben. Praxisrelevante Ergebnis ist aber nur dann zu erwarten, wenn mathematische Abbild dem physischen Körper entspricht. Und das Holz ist Stück zu Stück sehr unterschiedlich...

Gruß,
Max.
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low-fi



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Beiträge: 106
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 29.01.2010, 13:49    Titel: Re: Ergänzung Antworten mit Zitat

SebastianR hat Folgendes geschrieben:
...vielleicht noch ein Beispiel, um es zu verdeutlichen:
Eine Gitarre mit einer großen Deckenfläche (=Masse) funktioniert gut mit einer bestimmten Saite. Nun spanne ich die gleiche Saite auf ein anderes Instrument und der Klang (abgesehen von den Eigenresonanzen der Instrumente etc.) klingt "spitzer" (mehr Obertöne=Verzerrungen) und leiser. Da sich die eine Masse (=Resonanzdecke) verringert, muss ich dann die Saitenmasse auch verringern, um die Impedanz anzupassen?


Hallo Sebastian,

so ganz kann ich Deinen Impedanz-Betrachtungen nicht folgen. Vor allem weiß ich nicht so genau, worauf Du eigentlich hinaus willst. Natürlich klingt eine Saite auf unterschiedlichen Instrumenten anders. Am eigentlichen Klang der Saite (also z.B. am Verhältnis von Grund- und Obertönen), ändert sich dabei aber relativ wenig. Das hängt vor allem von den Materialeigenschaften der Saite ab. So betonen z.B. Darmsaiten vor allem den Grundton und sind Obertonarm, während z.B. Fluor-Carbon-Saiten, sehr Obertonreich sind und das unabhängig davon, auf welchem Instument sie benutzt werden. Ich benutze z. B. Gitarrensaiten auf einer Ukulele, die eine wesentlich kürzere Mensur als eine Gitarre hat. Trotzdem klingt eine Nylon-Saite, wie eine Nylon Saite und eine aus Nylgut wie Nylgut :)

Auf der D'Addario Webseite gibt's eine Tension-Chart als PDF mit Formeln zum Errechnen der Richtigen Saitenspannung (Dichte, Mensur und Frequenz). Vielleicht hilft der Dir weiter...

http://www.daddario.com/upload/tension_chart_13934.pdf

Viele Grüße
Guido
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bwaack



Anmeldedatum: 23.07.2009
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 29.01.2010, 23:23    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ist natürlich alles stark vereinfacht....

Nein, ich fürchte, das ist schlicht falsch.
Die Betrachtung der Wellenimpedanz ist nur ein Bruchteil von dem, was in einem Instrument passiert.. und außerdem bist Du im falschen Forum. Solche Fragen solltest Du Gitarrenbauern stellen.

Die Impedanz beschreibt nur die Schallleitung beim Übergang von einem in den anderen Werkstoff. Der Klang eines Saiteninstruments wird aber wesentlich von ganz anderen Faktoren bestimmt. So sind die Form der Decke und die Maße des Korpus als Helmholtzresonator viel bestimmender für den Klang als die Frage, welches Material für die Stege verwendet wird.
Musikinstrumente bedienen sich oft einer Mischung verschiedener physikalischer Effekte. So ist eine Resonanz von hoher Güte für einen Gitarrenkorpus gar nicht wünschenswert - er würde verschiedene Tonhöhen in sehr unterschiedlicher Lautstärke wiedergeben.

Man kann für Teilaspekte fast aller mechanischen Vorgänge elektrische Analogien herbeizitieren, trotzdem lässt sich eine Gitarre nicht so einfach mit Analogtechnik simulieren.

Guck zum Beispiel mal hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Chladnische_Klangfigur
Das sieht doch auch wichtig aus und hat rein gar nichts mit den von uns bisher betrachteten Impedanzübergängen zu tun.

Sicher gibt es hier und da Gesetzmäßigkeiten, aber - um es mal ganz klar zu sagen, man weiß schlicht nicht, wie die perfekte Geige zu bauen ist, selbst wenn man vom Individualgeschmack absieht. Vielleicht ist es auch nur die richtige Sorte Edelschimmel?
http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/nano/cstuecke/08424/index.html

frag Instrumentenbauer!
Grüße
B.
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SebastianR



Anmeldedatum: 22.06.2007
Beiträge: 23

BeitragVerfasst am: 30.01.2010, 12:13    Titel: Antworten mit Zitat

...erst mal danke für die Antworten.

Natürlich kann man solche Fragen Gitarrenbauern stellen, meine Erfahrung ist allerdings, dass hier oft ein ziemliches Halbwissen in diesem Bereich vorherrscht. Deshalb wollte ich dieses Thema gerne in diesem Forum zur Diskussion stellen, wo die physikalische Bildungsdichte deutlich höher ist als bei Gitarrenbauern und Gitarristen.

Natürlich hängt der Klang eines Instruments von verschiedendsten Faktoren ab, bis hin zum "Edelschimmel"...
Da kann man dann auch von drei Gitarrenbauern drei verschiedene Meinungen oder Analysen zu einem Instrument hören, darum ging es mir auch nicht. Ich fragte mich halt, ob es ein physikalisch nachvollziehbares Modell für die Interaktion Saite-Decke gibt, bei dem die klanglichen Folgen von Veränderungen in der Impedanz, z.B. durch die Saitenmasse, beschrieben werden können. Dieses gibt es, danke für den Hinweis auf "akustische Impedanz", allerdings hilft es in der Praxis bei einem solch komplexen System wohl nicht weiter...

Danke und herzliche Grüße
Sebastian
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bwaack



Anmeldedatum: 23.07.2009
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 31.01.2010, 22:39    Titel: Antworten mit Zitat

Also noch ein letztes Mal:
Zitat:
von Veränderungen in der Impedanz, z.B. durch die Saitenmasse, beschrieben


Die Impedanz ist eine Eigenschaft des Materials und als solche zunächst mal unabhängig von der Masse. Das heißt, wenn Du dickere oder dünnere Saiten aufziehst, verändert sich der Klang, die akustischen Impedanzen, von denen ich gesprochen habe, ändern sich aber nicht.
Zudem sind die Schwingungen der Gesamt-Saite nicht die gleichen wie die Körperschallwellen, für die man diese akustischen Impedanzen definiert hat.

Das ist genau so, wie bei Wasserwellen: Die Wellen auf der Wasseroberfläche (diese entsprechen der sichtbaren Saitenschwingung) verhalten sich ganz anders, als Schallwellen im Wasser (für diese gilt die Impedanz-Analogie).

Du möchtest immerzu die Oberflächenwellen mit den Eigenschaften von den Schallwellen im Wasser erklären, wenn Du von Impedanz sprichst. Das ist schon im Ansatz nicht richtig.

Es gibt physical-modelling Ansätze für Saiteninstrumente, also Simulationen, die in Echtzeit versuchen, die Physik nachzubilden:

http://www.spicyguitar.com/
http://www.applied-acoustics.com/stringstudio/overview/

Wirklich "akustisch" klingt das aber alles noch nicht... vor allem nicht, wenn man es solo hören muss.

Villeicht bringt Dir auch das herumgooglen nach "physical modelling" mehr infos.

Grüße
B.
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