Monomaker in klassischer Musik?

Tipps, Tricks und "Kochrezepte" für den guten Ton

Moderator: Moderation

paco de colonia
Senior Member
Beiträge: 262
Registriert: 07.01.2010, 18:01
Ort: Koeln
Kontaktdaten:

Monomaker in klassischer Musik?

Beitragvon paco de colonia » 01.02.2010, 10:56

Liebe Forumianer,

ich hoffe, ich löse durch meine Frage kein Kopfschütteln oder das Schlachten von heiligen Kühen aus:

Wird bei Aufnahmen klassischer Musik mit Hinblick auf die Kompatibilität zu
Minianlagen, Brüllwürfeln, Autoradios und billigen MP3 Kopfhörern auch schonmal ein Monomaker ab einer bestimmten Frequenz eingesetzt?

Viele Grüße
Paco

Benutzeravatar
JP
Senior Member
Beiträge: 506
Registriert: 04.12.2007, 21:22
Ort: Berlin

Beitragvon JP » 01.02.2010, 11:10

Warum sollte ein "Monomaker" Aufnahmen kompatibler machen?
Entweder sind solche Abspielgeräte basschwach, da nützen Monofrequenzen auch nichts. Was im U-Bereich in solchen Fällen gemacht wird, ist das generieren von Obertönen auf bestimmte Bassfrequenzen, um auf bassschwachen Abhören die Illusion von vorhandenen tiefen Frequenzen zu erzeugen.
Wenn es aber um Monokompatibilität geht, bringt ja eine frequenzabhängige Verengung der Stereobasis auch nicht viel...

Erklär doch mal genauer, worauf deine Frage abzielt.

Gruß

Benutzeravatar
ebs
Ehrenmitglied
Beiträge: 1251
Registriert: 19.06.2007, 21:49
Ort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Monomaker in klassischer Musik?

Beitragvon ebs » 02.02.2010, 00:17

paco de colonia hat geschrieben:Wird bei Aufnahmen klassischer Musik mit Hinblick auf die Kompatibilität zu Minianlagen, Brüllwürfeln, Autoradios und billigen MP3 Kopfhörern auch schon mal ein Monomaker ab einer bestimmten Frequenz eingesetzt?

Im Gegensatz zu Popmischungen, bei denen bei der Stereoverteilung der Schallquellen sich fast alles in der Mitte zwischen den Lautsprechern tummelt, wird bei anderen Stereoaufnahmen mehr auf eine gleichmäßige Verteilung der Phantomschallquellen auf der Lautsprecherbasis zwischen links und rechts geachtet.

Beim Schallplatten-Schneiden war man auf lange Spielzeit bedacht und das war nur bei Seitenschrift, also bei starker (Mono)-Mitte und wenig breiter "phasiger" Laufzeitstereofonie möglich. Darum waren Forschungen wichtig, die feststellen sollten, bei welchen Übersprech-Werten zwischen L und R das Stereosignal "degradiert" wird - in Abhängigkeit von der Frequenz.
Hier ist solch ein Ergebnis für Pegeldifferenz-Stereofonie ("Intensitäts"-Stereofonie) zum frequenzabhängigen Übersprechen, das sich angeblich noch nicht "schädlich" auf die Stereobreite auswirkt:

http://www.sengpielaudio.com/FrequenzabhUebersprechen.pdf

Bei CD-Produktionen wird heute bei keiner Frequenz ein "Monomaker" zum Erhöhen des Übersprechens eingesetzt. Die Zeit des Plattenschnitts ist vorbei und bei der CD spielt notwendigerweise erzwungenes Übersprechen keine Rolle, weder aus technischen noch aus künstlerisch-dramaturgischen Gründen.

Viele Grüße ebs
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com

paco de colonia
Senior Member
Beiträge: 262
Registriert: 07.01.2010, 18:01
Ort: Koeln
Kontaktdaten:

Sengpielaudiodokumente als Buch erhältlich?

Beitragvon paco de colonia » 02.02.2010, 12:12

Lieber Eberhard,

ich erkenne mehr und mehr, wie vollständig Deine Erläuterungen zu allen
ton- und studiotechnischen Fragen sind.
Gibt es die Gesamtheit der einzelnen Beiträge auch als Buch
käuflich zu erwerben?
Andernfalls als druckfähiges PDF-Dokument nach Themen unterteilt?

Viele Grüße
Paco

Benutzeravatar
ebs
Ehrenmitglied
Beiträge: 1251
Registriert: 19.06.2007, 21:49
Ort: Berlin
Kontaktdaten:

Sengpielaudio - als Buch oder als pdf-Files?

Beitragvon ebs » 02.02.2010, 16:27

Hi Paco,

ich nehme Abstand davon, ein Buch herauszugeben, denn die Verlage, die an mich herantreten, möchten logischerweise hohe Auflagen erzielen. Dazu soll ich volkstümlich für die Freunde der 6,3 mm Klinken-Stecker oder neuerdings sogar für 3,5 mm Klinken oder USB-Mikrofone unter Vermeidung jeglicher Formeln schreiben - also unterhaltsam und kurzweilig. Das ist absolut nicht meine Vorstellung von der Tontechnik und es gibt jüngere Tontechniker dafür, die das viel besser können. Durch meine Nebentätigkeit für die Lehre der oberen Tonmeistersemester habe ich mich auf ausgefallene Tonthemen verlegt, die sonst nirgendwo richtig erläutert werden. Durch die Vielseitigkeit der Themen muss die Struktur meiner Webseite einfach leiden. Dafür geben hoffentlich tontechnische Suchbegriffe die Möglichkeit, etwas bei mir zu finden. Ich suche bei mir selber auch so.
Begriffe der Tontechnik auch in English und Wikipedia:
http://www.sengpielaudio.com/Tontechnikbegriffe.htm
Private Suchmaschine Deutsch:
http://www.sengpielaudio.com/Suchmaschine.htm
Private Suchmaschine Englisch:
http://www.sengpielaudio.com/Searchengine.htm
Geheimtipp - Für Menschen die das Ausgefallene suchen:
http://www.sengpielaudio.com/Tutorium02.htm
http://www.sengpielaudio.com/Tutorium01.htm
Dabei kann man erkennen, wie sprunghaft und unterschiedlich
Tonthemen überhaupt sind.

Viele Grüße ebs

PS: Allgemein rate ich jedem ab, der alle meine pdf-Seiten auf einmal kopieren möchte. Das bringt gar nichts. Wer will denn das alles lesen und lernen? Besser ist es, sich gezielt Seiten zu seinem Thema herauszusuchen und nur diese dann zu kopieren. Es gibt eine Reihe von Diplomarbeiten-Schreibern, die den speziellen Wert meiner Blätter erkannt haben.
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik

http://www.sengpielaudio.com


Zurück zu „von Kunst und Technik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste