Aufnahme- und Schnittprogramm

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RV
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Aufnahme- und Schnittprogramm

Beitragvon RV » 02.02.2010, 14:44

Hallo liebes Forum,

JPs letzten Post im aktuellen Orgel-Thread nehme ich mal zu Anlass, herumzufragen, mit welchen Lösungen ihr im Klassikbereich am liebsten schneidet.

Dazu zitiere ich, wenn es erwünscht ist, nochmal JPs Beitrag:
Apropos, Logic. Meine Erfahrungen mit dem Programm liegen weit zurück, meines Erachtens war es aber was v.a. Schnittarbeit angeht, einer "professionellen" Lösung deutlich unterlegen. Das fiel mir gerade auf, weil du im Vorfeld so viel Wert auf höchstwertiges Equipment gelegt hast. Eine Produktion im "Klassikbereich" (evt. auch deine baldige Orgelproduktion) zieht oftmals eine gehörige Menge an Schnittarbeit nach sich. Da lohnt es sich ein Programm zur Hand zu haben, welches dir bei so einer durchaus nervigen Arbeit nicht noch Steine in den Weg legt.
Wahrscheinlich eine deutlich bessere Investition als Wandler xy...


Ich selber habe bisher Erfahrungen mit Steinberg Cubase sammeln können.
Unter anderem habe ich z.B. ein Bläserquintett damit aufgenommen und geschnitten.
Das Programm findet automatisch Nulldurchgänge und erleichtert so die Arbeit ein wenig.
Bei großen Multitrack-Sessions wird es schon etwas schwieriger der Sache Herr zu werden.
Bei Schlagzeugschnitt (bei aufwendigen Sachen auch schonmal mit 16-20 Spuren) im Popularmusikbereich ist das aber noch relativ unkritisch.
Eine große Orchesterproduktion stellt da sicherlich ganz andere Anfoderungen.
Zumal Streicher ja technisch bedingt einen ganz anderen und damit schwieriger zu schneidenen Einschwingvorgang besitzen.

Vielleicht hatr ja auch der ein oder andere Lust, ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern, wie er beim Schneiden klassicher Musik vorgeht,
denn Schnitttechnik ist irgendwie ein Thema zu dem man auf den gängigen Plattforme und Quellen eher weniger findet.

Viele Grüße,
Fabian

max
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Beitragvon max » 02.02.2010, 14:51

Halli RV,

vielleicht mache ich etwas nicht besonders profi, aber ich habe auch keine zu höhen Ansprüche und für mich ist die Zeit und die Bequemlichkeit entscheidend.

Ich benutze Samplitude 10 und SoundForge 9. Abmischen mache ich in Samplitude, alles anderes - in SF. Ab und zu (bei Zeitmangel) mache ich Abmischen auch in SF - wenn ich die genauen Verhältnisse schon gut kenne und keine besonderen Möglichkeiten von Samplitude brauche. Ich arbeite z.Z. max. mit 8 Spuren.

Zuerst mache ich ein WAV mit allen Spuren und schneide Vor- und Nachzeit aus, so wie zu langen Pausen. Dann gleiche ich die Spuren nach RMS aus (um Ungenauigkeiten beim Einpegeln auszugleichen), evtl. filtere die Frequenzen unter Arbeitsbereich (20 bzw. 50 Hz - je nachdem). Dann folgt Abmischen. Danach schneide ich Stereofile, nach Möglichkeit entferne ich die Störungen in Pausen (dabei lasse ich lieber die Störung als zu viel Signal zu entfernen) und trenne alles auf die einzelnen Files. Die Files speichere ich als FLAC, brenne CD usw.

Gruß,
Max.
Zuletzt geändert von max am 02.02.2010, 14:58, insgesamt 1-mal geändert.

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RV
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Beitragvon RV » 02.02.2010, 14:56

Hallo Max!

Welche Funktionen dekct denn SoundForge ab, die du nicht auch mit Samplitude realisieren kannst, bzw. andersherum?

Viele Grüße,
Fabian

max
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Beitragvon max » 02.02.2010, 15:06

Mit SF ist es mir bequem zu schneiden. Mit Mausrad kann ich die Auflösung auf dem Bildschirm sehr schnell ändern - das ist Hauptgrund für SF. Nur Bequemlichkeit. In anderen Programmen, die ich kenne, muß man auf "+" und "-" mit dem Maus klicken, und das ist viel langsamer.

Ansonsten ist das Programm genau wie das heißt: Klangschmiede. Ich kann die Spuren, Bitauflösung, Samplerfrequenz bei Notwendigkeit beliebig konvertieren, Normalisieren, Pegelausgleich, Filtern, Komprimieren in allen möglichen Varianten durchführen, Statistik sehen. Ich setze die Marker ein und dann wird File automatisch nach Marker auf die einzelne Tracks geteilt - auch bequem. Das ist kein Programm für Abmischen wie Samplitude oder Cubase, mit Regler, Mixer usw. Z.B. wenn man aus 8 Spuren Stereo macht, gibt man einfach in %, wieviel von welcher Quelle in welche Spur kommen muß. Andere Art von Denken. Manchmal ist es mir lieber, beim Hören zu mischen - dann ist Samplitude besser. Oder (sehr selten gebraucht) Hall - auch Samplitude.

SF benutze ich nur für WAV, obwohl im Prinzip auch möglich wäre, MP3 und vieles anderes zu machen. Aber dafür benutze ich Foobar 2000 mit Converter - scheint mir wiederum einfacher zu sein, weil ich auf einmal sehr viele Fieles konvertieren kann.

Gruß,
Max.

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Beitragvon RV » 02.02.2010, 15:20

Achso, danke für den kleinen Einblick. Ich habe mit dem Programm noch nie Kontakt gehabt.

Bei Cubase habe ich mir Tastenkombinationen programmiert für das horizontale und vertikale Ein- und Rauszoomen.
Seit ich die auswendig drin habe geht die Arbeit super von der Hand.
Zudem kann man mit Strg+Mausrad oder Alt+Mausrad horizontal und vertikal durchs Projekt fahren.

max
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Beitragvon max » 02.02.2010, 15:33

Weiß du, mit Mausrad ist es noch bequemer: Mausanzeiger kann mitten in Datei bleiben, und mit einem anderen Finger drehst du das Rad... Keine Zeitverschwendung, um Maus zu bewegen oder um die Finger von linker Hand auf die anderen Tasten zu verschieben. Es scheint eine Kleinigkeit zu sein, aber wenn diese Bewegung beim Schneiden tausendmal wiederholt sein muß?...

Gruß,
Max.

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Beitragvon RV » 02.02.2010, 15:40

Hm ja standartmäßig ist das einfache Mausraddrehen auch mit scrollen verlinkt.
Das könnte man natürlich in Cubase auch mal auf vertikales Scrollen umstellen.

max
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Beitragvon max » 02.02.2010, 15:46

Scrollen braucht man nicht so oft wie Einzoomen. Wenn ich etwas verdächtiges sehe, zoome ich ein, mache etwas und zoome aus, dann kann ich mit Mausklick den Marker auf andere Position einstellen, sie hören und einzoomen. Und einfaches Scrollen ohne bezug auf Hören bringt fast nichts.

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Beitragvon Arno » 02.02.2010, 15:46

Hey,
ich habe vorher mit Samplitude gearbeitet, bin dann vor anderthalb Jahren auf Logic umgestiegen. Das Schneiden ist da wirklich etwas anders, aber in meinen Augen nicht komplizierter. Am Anfang war ich leicht irritiert und habe bestimmte Funktionen lange suchen müssen, aber mittlerweile kann ich damit sehr gut arbeiten.

Viele Grüße, Arno

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Beitragvon JP » 02.02.2010, 16:22

Arno hat geschrieben:...bin dann vor anderthalb Jahren auf Logic umgestiegen. Das Schneiden ist da wirklich etwas anders, aber in meinen Augen nicht komplizierter.

Meine Erfahrung mit Logic liegt lange zurück, mir ist aber in Erinnerung, daß es zum präzisen Schneiden einen extra Editor gab, den man öffnen mußte. Etwas unelegant, vor allem bei vielen Spuren...
Ich arbeite mit Samplitude (weil´s für Sequoia nicht reicht...), gerade durch den Objektmodus (Alleinausstattungsmerkmal) sehr angenehmes Handling. Außerdem lassen sich alle Arbeitschritte innerhalb einer Anwendung erledigen.
Sequioa hat aber deutlich mehr schnittgerechte Features und ist sicher einen Blick wert.
Häufig im Klassikbereich benutzt werden auch Pyramix und Sadie...

ProTools, Logic, Cubase kenne ich nur von Pop/Rock-Produktionen.

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Beitragvon GerhardS » 02.02.2010, 16:36

Ich arbeite sowohl mit Nuendo 4 als auch mit Soundforge. Zum CD erstellen benutze ich den CD Architect 5.2 von SonyMedia ( http://www.sonycreativesoftware.com/cdarchitect )

Eine wesentliche Erleichterung beim Bearbeiten (bei fast allen Softwareprodukten - ganz gleich von welchem Hersteller)
ist der 'Powermate' USB Controller von Griffin ( http://www.griffintechnology.com/products/powermate )

Lässt sich individuell an jede Applikation anpassen. Nuendo reagiert jetzt bei mir in Abhängigkeit von der Mauszeigerposition. Steht der Mauszeiger auf einem der Scrollbars so wird horizontal oder vertikal gescrollt. Steht der Mauszeiger aber auf einem der Zoombars, so wird halt mit der linken Hand horizontal oder vertikal gezoomt...
Positioniere ich den Mauszeiger auf einem Fader des Mixers, so bewege ich den Fader. usw. usw...
Sehr einfach und feinfühlig sind die Einstellungen für Drehknöpfe (bei Plugins)
Im Prinzip kann man das alles mit der Maus auch machen. Aber die beidhändige Bedienung (Maus mit rechts positionieren, Wert mit der linken Hand ändern) macht die Bedienung (nach meiner Meinung) deutlich schneller und auch genauer.
LG
Gerhard

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Beitragvon Tonzauber » 02.02.2010, 18:00

Ein glücklicher SADiE User hier seit vielen vielen Jahren.

Vielleicht ist es in manchen Dingen unflexibel (Plugins vor allem), aber ich benötige eigentlich keine Plugins.

Dafür habe ich keine andere Software gefunden, die so schnell und präzise im Schnitt ist. Ein wichtiges Bestandteil sind hier sicherlich die Edit-Controller von SADiE. Optisch unsexy, aber unzerstörbar und ergonomisch ideal.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich die nahtlose Integration meines mobilen Aufnahmesystems in mein Studiosystem. Ich möchte nicht mehr zwischen verschiedenen Softwareversionen oder überhaupt unterschiedlichen Produkten umdenken müssen.

Neben dem schnellen Schnitt ist auch die nahtlose Integration als Mastering-System ein Hauptgrund. Ich kann direkt in der EDL eine Audio-CD erstellen, und dann entweder als DDP Master fürs Presswerk oder als CD-R für den Kunden ausgeben.

Sicherlich, es gibt Billigeres das Ahnliches kann. Trotzdem würde ich mich auch heute immer wieder für SADiE entscheiden. Und meinen Trackball würde ich auch nie wieder hergeben. Viel praktischer als eine Maus ;)
Tonzauber - einfach klassisch
www.tonzauber.com

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Beitragvon d_fux » 02.02.2010, 19:00

Samplitude und Sequoia, seit vielen Jahren. Nix anderes kommt mir auf den Rechner... 8-)
Tonzauber hat geschrieben:Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich die nahtlose Integration meines mobilen Aufnahmesystems in mein Studiosystem. Ich möchte nicht mehr zwischen verschiedenen Softwareversionen oder überhaupt unterschiedlichen Produkten umdenken müssen.

Neben dem schnellen Schnitt ist auch die nahtlose Integration als Mastering-System ein Hauptgrund. Ich kann direkt in der EDL eine Audio-CD erstellen, und dann entweder als DDP Master fürs Presswerk oder als CD-R für den Kunden ausgeben.

Kann ich alles auch... :blbl:
Brennen direkt aus dem Projekt, und das nicht-destruktiv, das ist (wie nebenan auch angemerkt) wirklich gut...

D.

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Beitragvon JP » 02.02.2010, 19:47

Tonzauber hat geschrieben:Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich die nahtlose Integration meines mobilen Aufnahmesystems in mein Studiosystem. Ich möchte nicht mehr zwischen verschiedenen Softwareversionen oder überhaupt unterschiedlichen Produkten umdenken müssen.

Neben dem schnellen Schnitt ist auch die nahtlose Integration als Mastering-System ein Hauptgrund. Ich kann direkt in der EDL eine Audio-CD erstellen, und dann entweder als DDP Master fürs Presswerk oder als CD-R für den Kunden ausgeben.


d_fux hat geschrieben:Kann ich alles auch... :blbl:
Brennen direkt aus dem Projekt, und das nicht-destruktiv, das ist (wie nebenan auch angemerkt) wirklich gut...


Die von Tonzauber aufgeführten Features sind mittlerweile ja in mehreren Programmen verfügbar und kein Alleinausstattungsmerkmal der alten Schlachtschiffe mehr, wie SADIE o. Pyramix. Die ihre Hardwaregebundenheit, ja mittlerweile, wenn auch etwas spät, fallen gelassen haben und als native Versionen verfügbar sind. Ein Vorteil, für den der es braucht, sind aber sicherlich die exakt auf die Anwendung angepasste Controller für Sadie/Pyramix/Nuendo. So etwas fehlt für Sequioa halt noch.
Hardwaregebundene Software ist wohl eher ein aussterbender Zweig...

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Re: Aufnahme- und Schnittprogramm

Beitragvon ebs » 02.02.2010, 21:24

RV hat geschrieben:JPs letzten Post im aktuellen Orgel-Thread nehme ich mal zu Anlass, herumzufragen, mit welchen Lösungen ihr im Klassikbereich am liebsten schneidet.

Das Thema Orgel und Editing nehme ich zum Anlass, einmal auf das Problem hinzuweisen, bei einer Orgelaufnahme in einem Orgelpunkt zu schneiden. Unerfahrene Aufnahmeleiter lassen den Organisten den Basston spielen und setzen dann kurz vor dem auszubessernden Verspieler wieder ein und das fröhlich mehrfach innerhalb der Orgelpunktstrecke. Das Drama folgt dann später beim Editing.

Viele Grüße ebs

PS: Da gibt es auch den Trick, den Basston der Orgel alleine aufzunehmen und dann alles ohne Basston aufnehmen, editieren und erst dann übereinandermischen. :lol:
Ich habe das noch nie so gemacht.
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com


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