Tonthemen.de Foren-Übersicht Tonthemen.de
Tontechnikerforum
 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   ImpressumImpressum   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Aufnahme einer akustischen Gitarre
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Tonthemen.de Foren-Übersicht -> von Kunst und Technik
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
low-fi



Anmeldedatum: 29.10.2009
Beiträge: 106
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 02.12.2009, 20:26    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank nochmal Herr Sengpiel!

Offengestanden habe ich Ihre Blätter zur Laufzeitstereofonie schon gelesen, ohne die dazugehörigen Vorlesungen zu kennen Very Happy

An dieser Stelle muß ich auch mal loswerden, daß Ihre Unterlagen, meiner Meinung nach, die informativste und beste Quelle zu Stereoaufnahmeverfahren ist, die ich kenne. Gerade weil man durch die Rechenbeispiele auch eine sehr praxisnahe Orientierung bekommt. Viele andere Autoren sind da wenig konkret. Ich hatte zuvor das Buch von Thomas Görne über Tontechnik gelesen (das wirklich gut ist) und mir die Mikrofonaufsätze von Schoeps durchgelesen. Viele 'AHA-Effekte' hatte ich aber erst beim lesen Ihrer Unterlagen.

Zu den Blättern aus China bin ich allerdings noch nicht vorgedrungen, werde sie mir aber in Bälde zu Gemüte führen. Vielen Dank für den Hinweis darauf.

Es dauert natürlich eine gewisse Zeit, bis man eine solche Menge an Informationen 'verdaut' und verstanden hat. Mir ist dadurch aber vor allem klar geworden, daß Tontechnik auch viel mit Erfahrung und Einfühlungsvermögen zu tun hat und man die Erfahrung nur in der Praxis sammeln kann. Darin ähnelt sie sehr der Fotografie.

Viele Grüße aus Düsseldorf
Guido
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ebs



Anmeldedatum: 19.06.2007
Beiträge: 530
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 02.12.2009, 22:44    Titel: Die penetranten Fragen der Studenten Antworten mit Zitat

low-fi hat Folgendes geschrieben:
Offengestanden habe ich Ihre Blätter zur Laufzeitstereofonie schon gelesen, ohne die dazugehörigen Vorlesungen zu kennen

Hallo Guido, das freut mich sehr. Es muss einmal gesagt werden, dass meine Nebentätigkeit in der Ausbildung der Tonmeisterstudenten, zusätzlich zu meiner schönen aber anstrengenden Tonaufnahmetätigkeit, mich in den Gedanken zu dem was ich selber aufnahmtechnisch mache, kräftig weitergebracht hat. Es waren die wirklich penetranten Fragen der Studenten, die genau wissen wollten, wie groß denn bei einem 60 cm AB der Aufnahmebereich sei. Die Antwort: das sind mit dickem Daumen so um die 120° hatte ihnen nicht genügt. Auch das Feststellen, dass je nach Musikart und Testperson 1 ms bis 2 ms für die Schallquellenauslenkung in die Richtung Lautsprecher benötigt wurden, war ihnen nicht genau genug. Den leichten "Linksdrall" lasse ich mal beiseite. Erst als ich gezwungenermaßen eine Zahl nennen musste und mich für 1,5 ms als 100% Hörereignisrichtung festlegte, waren alle zufrieden. Das IRT-München monierte und wollte dort lieber "1 ms" sehen. Die ständige Frage, ob denn NOS oder ORTF am selben Mikrofonort das Orchester breiter abbildet, hat mich wahnsinnig gemacht. Ich musste mir mit Excell Rechenprogramme machen, um den geringen Unterschied ausrechnen zu können. Ich selber habe dabei viel gelernt. Zum Beispiel:
"Vergleich der Aufnahmebereiche vom ORTF- und NOS-System":
http://www.sengpielaudio.com/VergleichAufnahmebereichORTFUndNOS.pdf
low-fi hat Folgendes geschrieben:
Es dauert natürlich eine gewisse Zeit, bis man eine solche Menge an Informationen 'verdaut' und verstanden hat. Mir ist dadurch aber vor allem klar geworden, daß Tontechnik auch viel mit Erfahrung und Einfühlungsvermögen zu tun hat und man die Erfahrung nur in der Praxis sammeln kann. Darin ähnelt sie sehr der Fotografie.

Da ist sicher etwas dran. Ich habe beim Regeln von Live-Konzerten Bilder und Farben vor mir. Nicht den Monitor mit dem Bild des Dirigenten.

Viele Grüße ebs

PS: Mit diesem Bild grüße ich alle diejenigen mir erklären wollen, ohne viel Hintergrundwissen bessere Tonaufnahmen machen zu können.
         
Das ist ähnlich wie die unwahre Behauptung, man könne ohne Notenkenntnise "besser" Musik machen. Nur in Ausnahmefällen ist das in einem kleinen speziellen Bereich möglich. Ein Musiker der ohne Notenkennisse ins Tonstudio möchte, wird gleich abserviert.
_________________
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
low-fi



Anmeldedatum: 29.10.2009
Beiträge: 106
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 03.12.2009, 09:54    Titel: Re: Die penetranten Fragen der Studenten Antworten mit Zitat

ebs hat Folgendes geschrieben:

PS: Mit diesem Bild grüße ich alle diejenigen mir erklären wollen, ohne viel Hintergrundwissen bessere Tonaufnahmen machen zu können.
         


Laughing Natürlich. Die meisten übersehen dabei ,daß Wissen einem ja auch eine gewisse Sicherheit beim Arbeiten gibt. Nicht nur gegenüber potentiellen Kunden und deren Wünsche. Jeder kann heutzutage ein Foto machen, aber deshalb sind sie noch keine Fotografen. Kamerabesitzer merken dann in der Regel recht schnell, daß nicht die Kamera das wichtigste ist, sondern der Kopf dahinter. Die Medien suggerieren einem hingegen, daß es alleine das Equipment sei, das zu einem guten Ergebnis führt.

Viele Grüße
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
RainerG



Anmeldedatum: 20.06.2007
Beiträge: 471
Wohnort: Romrod (Oberhessen)

BeitragVerfasst am: 03.12.2009, 10:35    Titel: Re: Die penetranten Fragen der Studenten Antworten mit Zitat

low-fi hat Folgendes geschrieben:
... Jeder kann heutzutage ein Foto machen, aber deshalb sind sie noch keine Fotografen. Kamerabesitzer merken dann in der Regel recht schnell, daß nicht die Kamera das wichtigste ist, sondern der Kopf dahinter. Die Medien suggerieren einem hingegen, daß es alleine das Equipment sei, das zu einem guten Ergebnis führt.

Viele Grüße


Der Letzte Satz erinnert mich an ein Werbeprospekt das vor Jahren von einer bekannten Firma die elektronische Orgeln herstellt, herausgegeben wurde.
Darauf stand: "Orgelspielen kann jetzt jeder!"
Was war konkret: An einer der darauf abgebildeten Orgel war unter dem Manual links vorne eine Tastatur angebracht die nur aus einer einzigen Oktave bestand. Drückte man auf eine Taste, erklang dann irgend ein Rhythmus oder eine zu der im Manual gespielten Melodie (halbwegs) passende Akkordfunktion.

Ich möchte mal diese "Möchtegerne-Organisten" sehen/hören wenn man sie nur mal an die zweistimmigen Inventionen von Bach setzt...

Und wie ist es heute? Jeder der eine Soundkarte im Laptop hat und ein 50-€-Mikrofon fühlt sich als Studioinhaber/-besitzer und Musikproduzent...


Grüße
Rainer
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
low-fi



Anmeldedatum: 29.10.2009
Beiträge: 106
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 03.12.2009, 10:58    Titel: Re: Die penetranten Fragen der Studenten Antworten mit Zitat

RainerG hat Folgendes geschrieben:

Und wie ist es heute? Jeder der eine Soundkarte im Laptop hat und ein 50-€-Mikrofon fühlt sich als Studioinhaber/-besitzer und Musikproduzent...


Genau! Umsomehr ist das Wissen und die Erfahrung das eigentliche Kapital des Tontechnikers. Unbelehrbare wird es immer geben und über Geschmack kann man nicht streiten. Gutes Equipment kann sich heute auch fast jeder leihen. Man muß dann aber auch damit umgehen können. Leider lassen sich viele vom Equipment beeindrucken.

Viele Grüße
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
juppy



Anmeldedatum: 20.06.2007
Beiträge: 717
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 03.12.2009, 11:48    Titel: Antworten mit Zitat

low-fi hat Folgendes geschrieben:
Das ist ja schon mal erquicklich zu sehen, daß sich nicht jeder mit einer 'Standard-Eins-Zwo' Mikrofonierung zufrieden gibt. Bei den Beispielen die ich gefunden hatte, bekam ich eben immer den Eindruck, daß es bestimmte Instrumente gibt, die geringerer Sorgfalt bedürfen.


Sei vorsichtig mit Deinen Äußerungen, die ich schon als bösartige Unterstellung empfinde.

Daß zwei Mikrofone zu einer guten Gitarrenaufnahme reichen können, bedeutet noch lange nicht, daß es sich der Tonverantwortliche leicht gemacht hat.

Für eine aufwändige (Gitarren-)Produktion schaue und höre ich mir zusammen mit dem Interpreten durchaus mehrere mögliche Aufnahmeorte an und optimiere dann am Ort der Wahl die Mikrofonanordnung, um den gewünschten Klang umzusetzen. Dafür reichen mitunter zwei Mikrofone ...

In einem akustisch minderwertigen Raum hingegen wirst Du mit keinem Aufwand der Welt eine brauchbare Aufnahme hin bekommen. Die Ausführungen von ebs enthalten dazu genügend Hinweise ...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
low-fi



Anmeldedatum: 29.10.2009
Beiträge: 106
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 03.12.2009, 12:18    Titel: Antworten mit Zitat

juppy hat Folgendes geschrieben:

Sei vorsichtig mit Deinen Äußerungen, die ich schon als bösartige Unterstellung empfinde.


Lieber Juppy,

Du warst damit nun wirklich nicht gemeint. Ich habe mich auf die vielen Beispiele im Netz bezogen, die sich mit einfachen Lösungen zufriedengeben und mich darüber gewundert, daß es kaum Beispiele gab, in denen andere Möglichkeiten, als eine Nahmikrofonierung in Betracht gezogen wurden.

Ich glaube auch, daß man je nach Aufgabe und gewünschtem Klang, mit einem, oder zwei Mikrofonen, eine Hervorragende Aufnahme machen kann. Ich suchte aber nach Beispielen, wo versucht wurde, den Klang eines Solisten noch zu verfeiern, eine gute Raumakustik vorrausgesetzt.

Nimm es also bitte nicht persönlich.

Viele Grüße
Guido
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Hendrik



Anmeldedatum: 02.12.2007
Beiträge: 93

BeitragVerfasst am: 03.12.2009, 13:00    Titel: Re: Die penetranten Fragen der Studenten Antworten mit Zitat

ebs hat Folgendes geschrieben:

PS: Mit diesem Bild grüße ich alle diejenigen mir erklären wollen, ohne viel Hintergrundwissen bessere Tonaufnahmen machen zu können.
         


Hallo Eberhard,
mich brachte die Praxis zur Theorie. Es war mein Wunsch Ergebnisse verstehbar und damit ansatzweise reproduzierbar zu machen.
Als s.g. Autodidakt fand ich später zur Theorie, da ich mich erst an
meinen eigenen Erfahrungen in der Praxis orientierte bzw. nachahmte, was ich bei erfahreneren Kollegen sah.

Mein Einstig in die Theorie waren deine Seiten. Und es ist bis heute meine wichtigste Quelle. Daher noch mal ein Dankeschön! Smile
Es hilft einem ungemein, da man nicht nur versteht, was man eh schon immer so gemacht hat, sondern einem vor allem alternative Wege aufzeigt und Problemlösungen anbietet. Zudem ist es erstaunlicher weise so, dass man um so mehr Fragen hat, um so mehr man liest. Smile

Mittlerweile ist es ein schönes Nebeneinander zwischen Theorie und Praxis. Ich bemühe mich mir nichts durch die Theorie vor Ort "verbieten" zu lassen, aber bin froh, die Theorie zum erkennen eines Lösungsansatzes bzw. zum ausschließen von Fehlern heranziehen zu können. Auch ist es mal die Praxis, die mich dazu zwingt die Theorie dahinter zu erfahren und mal ist es die Theorie, die mich Neugierig macht, wie es sich denn in der Praxis bewährt.

Viele Grüße
Hendrik
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ebs



Anmeldedatum: 19.06.2007
Beiträge: 530
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 03.12.2009, 17:52    Titel: Da liegen noch weitere ungelöste Fragen auf Halde. Antworten mit Zitat

Hendrik hat Folgendes geschrieben:
Mich brachte die Praxis zur Theorie. Es war mein Wunsch Ergebnisse verstehbar und damit ansatzweise reproduzierbar zu machen. Als Autodidakt fand ich später zur Theorie, da ich mich erst an
meinen eigenen Erfahrungen in der Praxis orientierte bzw. nachahmte, was ich bei erfahreneren Kollegen sah.
Mein Einstieg in die Theorie waren deine Seiten. Und es ist bis heute meine wichtigste Quelle. Daher noch mal ein Dankeschön! Es hilft einem ungemein, da man nicht nur versteht, was man eh schon immer so gemacht hat, sondern einem vor allem alternative Wege aufzeigt und Problemlösungen anbietet. Zudem ist es erstaunlicherweise so, dass man um so mehr Fragen hat, um so mehr man liest. Mittlerweile ist es ein schönes Nebeneinander zwischen Theorie und Praxis. Ich bemühe mich mir nichts durch die Theorie vor Ort "verbieten" zu lassen, aber bin froh, die Theorie zum erkennen eines Lösungsansatzes bzw. zum ausschließen von Fehlern heranziehen zu können. Auch ist es mal die Praxis, die mich dazu zwingt die Theorie dahinter zu erfahren und mal ist es die Theorie, die mich Neugierig macht, wie es sich denn in der Praxis bewährt.

Hallo Hendrik, deine Gedanken kann ich problemlos nachvollziehen. Danke, dass du uns so nett deine Gedanken aufzeigst.

Bei mir war überwiegend erst die Praxis da und später versuchte ich häufig auch vergebens nach etwas Theorie zur Tontechnik. Das Suchen war sehr schwierig, weil es kein Internet gab und ich mich im Studium (Elektrotechnik) an die kühlen Professoren nicht rantraute. Auf die Schall-Theorie der Tontechniker wurde ich erst mit dem von Studenten inständig gewünschten Einstieg als Lehrender ganz stark von den fragenden Studenten gestoßen. Mehr Aufnahmetheorie zur Tonaufnahmetechnik als den "Dickreiter" gab es vor 20 Jahren kaum. Da habe ich noch falsch geglaubt, dass es 8-Ohm-Verstärker wegen der Leistungsanpassung gäbe, weil das alle so sagten. Der Schalldruck nahm damals bei mir falsch nach dem Quadratgesetz mit 1/r² mit der Entfernung ab, genauso wie das Lichtquellen, ionisierende Strahler (Radioaktivität) oder Radiosender tun. Das wird leider heute immer noch so verbreitet. Mir hatte im Studium niemand erklärt, dass die Schallleistung - die man damals noch mit 2 L schrieb - überhaupt nicht mit der Entfernung von der Schallquelle abnimmt, und auch nicht dass der Schalldruck stark von der Akustik des Raums beeinflusst wird, jedoch die Schalleistung absolut nicht. Ich hatte Lehrer, die nur überwiegend die Schallbekämpfungs-Akustik dozierten und nicht was Tonmeister an Akustik brauchen. Darum findet man in meinen Unterlagen Hinweise, dass wir Ohrenmenschen uns mehr um den Schalldruck kümmern sollten, weil unsere Trommelfelle und unsere Mikrofonmembranen davon bewegt werden. Folgende Information zum Schalldruck und zur Schallleistung als Wirkung und Ursache hatte ich noch nicht gekannt:
http://www.sengpielaudio.com/SchalldruckUndSchallleistung.pdf
Es wäre schon gut gewesen, wenn mir das jemand früher so erklärt hätte.
Auch die Begriffe Schallfeldgröße und Schallenergiegröße gab es zu meiner Studienzeit nicht. Es schien immer Schallintensität gleich Schalldruck zu sein; besonders wenn man den "Schallpegel" betrachtete.

Auch die Unklarheiten mit der "Lautstärke" waren damals riesengroß. Aber ich habe selber langsam viel dazugelernt; siehe: Subjektiv empfundene Lautstärke (Lautheit), objektiv gemessener Schalldruck (Spannung) und theoretisch berechnete Schallintensität (Schallleistung):
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-pegelaenderung.htm
Mit dem jetzt herausgefundenen Wissen fühle ich mich bedeutend sicherer.

Einige Profs wollten mir im Studium erklären, dass ein Mikrofon durch einen zu berechnenden Übertrager an den Mikrofoneingangsverstärker unbedingt "richtig" leistungsmäßig mit Ra = Ri angepasst werden müsse.
http://www.sengpielaudio.com/UnnoetigeLeistungsanpassungBeiMikrofonanschluss.pdf

Ich möchte nicht behaupten, dass mir jetzt alles klar sei. Da liegen noch weitere ungelöste Fragen auf Halde.
Eine davon ist: Warum müssen zwei AB Grenzflächenmikrofone eine größere Mikrofonbasis haben als zwei normale AB- Mikrofone, damit der Klangkörper gleichermaßen breit zwischen den Lautsprechern erscheint? Siehe in unserem Forum:
http://tonthemen.de/viewtopic.php?p=4607#4607

Eine der weiteren offenen Fragen wäre: Wie sind bei Surround-Sound-Aufnahmen die Raumsignale zu filtern, damit die Schallquellen nicht nach hinten springen?
http://www.sengpielaudio.com/VorteilhafteFilterungDerRaumsignale.pdf
Freundliche Mails nach Düsseldorf an die Artikelschreiber wurden leider nie beantwortet.

Auch der "Linksdrall beim Hören" ist wohl eine Tatsache, die noch nicht richtig wissenschaftlich erforscht wurde.
http://tonthemen.de/viewtopic.php?p=4664#4664 und auch http://tonthemen.de/viewtopic.php?p=4683#4683

Viele Grüße ebs
_________________
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com


Zuletzt bearbeitet von ebs am 30.03.2010, 19:42, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
juppy



Anmeldedatum: 20.06.2007
Beiträge: 717
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 07.12.2009, 01:48    Titel: Antworten mit Zitat

low-fi hat Folgendes geschrieben:
Ich habe mich auf die vielen Beispiele im Netz bezogen, die sich mit einfachen Lösungen zufriedengeben und mich darüber gewundert, daß es kaum Beispiele gab, in denen andere Möglichkeiten, als eine Nahmikrofonierung in Betracht gezogen wurden.

Daß "youtube" und viele Internetseiten von Künstlern voll sind mit abschreckenden (Hör-)Beispielen, ist ein Thema, das hier weniger zur Debatte steht.

Nach meiner Erfahrung bei Gitarrenaufnahmen hat man sehr schnell zu viel Raumanteil in der Aufnahme, wenn die Mikrofone zu weit weg vom Instrument sind.

Bei einer Aufnahme, deren Klangvorstellung des Interpreten"eine Kirche mit einer Gatarre darin" war, habe ich zwei Druckempfänger in AB nicht einmal 60 cm vor dem Instrument aufgestellt. Auf der Aufnahme ist so viel Hall zu hören, daß Kritiker schon unterstellten, diese sei künstlich verhallt worden.

low-fi hat Folgendes geschrieben:
Ich glaube auch, daß man je nach Aufgabe und gewünschtem Klang, mit einem, oder zwei Mikrofonen, eine Hervorragende Aufnahme machen kann. Ich suchte aber nach Beispielen, wo versucht wurde, den Klang eines Solisten noch zu verfeiern, eine gute Raumakustik vorrausgesetzt.

Ich weiß wirklich nicht, was man an einer guten Mikrofonaufstellung noch verfeinern will. Wenn zwei Mikrofone völlig ausreichen, dann ist jedes weitere Mikrofon in meinen Augen nichts anderes als "Ego aufpolieren". Da könnte man genauso zu klobigen Großmembranen greifen.

Bei Gitarre finde ich es wirklich ausreichend, den Klangcharakter des Instrumentes durch die Aufstellung der (beiden) Mikrofone festzulegen und die "Räumlichkeit" (bzw. den Anteil von Direkt- zu Diffusschall) durch die Wahl der Richtcharakteristik der Mikrofone zu bestimmen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
low-fi



Anmeldedatum: 29.10.2009
Beiträge: 106
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 07.12.2009, 08:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Juppy,

Danke für die Antwort. Ja, offensichtlich haben die meisten wohl ähnliche Erfahrungen gemacht wie Du. Wenn etwas gut klingt, klingt es gut. Wie Du schon richtig angemerkt hast, geht es ja nicht darum möglichst viele Mikrofone einzusetzen um alles was eigentlich einfach ist, kompliziert zu machen. Ich selber habe ja gerade mal 4 Mikros und momentan fehlen mir noch die Kugel-Kapseln, um selber ein bißchen zu experimentieren. Einen Raum mit guter Akustik habe ich (zumindest meiner Einschätzung nach). Deshalb wollte ich eure Meinung wissen.

Wahrscheinlich muß man manche Dinge einfach selber ausprobieren. Ich bin immer noch davon überzeugt, daß es einen Unterschied macht, wenn man bei einem Solisten (in meinem Beispiel eben eine Gitarre) ein Hauptmikrofon und Stützen einsetzt. Zumindest der Eindruck von Nähe/Intimität und Distanz/Räumlichkeit dürfte ein anderer sein, als beim Einsatz von 'nur' zwei Mikrofonen. Vielleicht komme ich ja am Ende zu dem selben Schluß wie Du, daß es keine Verbesserung bringt, aber ich habe es dann zumindest mal versucht Smile

Viele Grüße
Guido
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
juppy



Anmeldedatum: 20.06.2007
Beiträge: 717
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 07.12.2009, 10:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Guido!

Probier es einfach aus - wenn Du selbst spielst und den Raum jederzeit nutzen kannst, dürfte dem nichts im Wege stehen.

Zitat:
Ich selber habe ja gerade mal 4 Mikros und momentan fehlen mir noch die Kugel-Kapseln, um selber ein bißchen zu experimentieren.

Es ist schade, daß Dir Kugelkapseln fehlen, und Du vermutlich nur Nieren hast.

Mit zwei Nieren und zwei Kugeln könntest Du, wie hier auch schon öfters erwähnt, "Pseudo-Straus-Pakete" einsetzen, deren Richtcharakteristiken am Mischpult von Niere über virtuelle Zwischenstufen hin zur Kugel variiert werden könnten.

Denn oft genug stellt man fest, daß das, was die Niere zu wenig bietet, bei einer Kugel schon zu viel ist. Von daher hat eine breite Niere, wie SCHOEPS sie anbietet, durchaus ihre Berechtigung.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
low-fi



Anmeldedatum: 29.10.2009
Beiträge: 106
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 07.12.2009, 11:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Juppy,

Ja. Momentan habe ich nur 4 Nieren (zwei AKG C480 und zwei C391). Meine nächste Anschaffung werden auf jeden Fall zwei Kugeln für die 480er. Früher oder später kommen sicher auch noch besseren Mikros dazu, aber da ich gerade erst anfange, muß ich ein paar Prioritäten setzen. Bevor ich mir mehr Mikros zulege, ist erstmal ein guter Wandler und vernünftige Monitore fällig. Sonnst ist das ein bißchen wie 'fischen im Trüben'.

Für meine Experimente muß ich natürlich erstmal meine eigenen 'musikalischen Ergüsse' aufnehmen. Laughing Da ich selber aber erst seit einem Jahr musiziere, ist das ganze nur bedingt Aufnehmenswert. Wenn ich glaube, gute Set-Ups gefunden zu haben, hole ich mir dann einen veritabelen Musiker. Der kann mir dann auch gleich seine Meinung zur Aufnahme sagen, oder was ihm bei seinem 'Sound' wichtig ist.

Pseudo-Strauß Pakete werde ich vielleicht auch ausprobieren, wobei ich mich damit vorher nochmal befassen muß und ich nicht weiß, wie gut das mit unterschiedlichen Mikros im Paket funktioniert.

Viele Grüße
Guido
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Clouseau



Anmeldedatum: 20.06.2007
Beiträge: 88
Wohnort: Colmar

BeitragVerfasst am: 07.12.2009, 12:01    Titel: Aufnahme einer akustischen GItarre Antworten mit Zitat

juppy hat Folgendes geschrieben:
Ich weiß wirklich nicht, was man an einer guten Mikrofonaufstellung noch verfeinern will. Wenn zwei Mikrofone völlig ausreichen, dann ist jedes weitere Mikrofon in meinen Augen nichts anderes als "Ego aufpolieren". Da könnte man genauso zu klobigen Großmembranen greifen. Bei Gitarre finde ich es wirklich ausreichend, den Klangcharakter des Instrumentes durch die Aufstellung der (beiden) Mikrofone festzulegen und die "Räumlichkeit" (bzw. den Anteil von Direkt- zu Diffusschall) durch die Wahl der Richtcharakteristik der Mikrofone zu bestimmen.

Dieses ist eine schöne Meinung. Nur stimmt sie nicht mit dieser ausgesprochenen Absolutheit.
Zwei Mikrofone können völlig ausreichen, müssen aber nicht.

Besonders zwei nähere sorgfältig zeichnende AB-Nierenmikrofone (oder auch XY-Mikrofone) an der Gitarre geben eine wunderbare deutliche Nähe und Stereobreite. Zwei vorsichtig hinzugemischte AB-Kugelmikrofone etwas weiter weg bringen eine verblüffende positive Klangveränderung in Richtung umhüllender Räumlichkeit und gewaltiger Zunahme an "warmen" Tiefen. Wer das einmal erlebt hat, der wird nie wieder versuchen, mit nur zwei Mikrofonen allein aufzunehmen. Man bekommt somit die üblicherweise beim Instrumentenklang angestrebte nahe Intimität gleichzeitig mit der großen Räumlichkeit. Diese spezielle wunderbare Klangmischung können zwei Mikrofone allein kaum so erreichen.
Klobige Großmembranmikrofone haben bei klassischen Gitarrenaufnahmen nichts zu suchen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
JP



Anmeldedatum: 04.12.2007
Beiträge: 214
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 07.12.2009, 12:05    Titel: Antworten mit Zitat

low-fi hat Folgendes geschrieben:
Früher oder später kommen sicher auch noch besseren Mikros dazu, aber da ich gerade erst anfange, muß ich ein paar Prioritäten setzen. Bevor ich mir mehr Mikros zulege, ist erstmal ein guter Wandler und vernünftige Monitore fällig. Sonnst ist das ein bißchen wie 'fischen im Trüben'.


Hallo Guido,
ich möchte hier nicht das (nicht unbedingt hier) viel diskutierte Thema Wandler aufgreifen. Ich denke aber, da setzt du deine Prioritäten falsch. Mit jedem halbwegs modernen DA-Wandler sollte es möglich sein die Qualität von Aufnahmen sicher zu beurteilen.
Auf gute Lautsprecher, deren Aufstellung und den entsprechenden Raum solltest du aber schon achten. Ich persönlich würde (wenn überhaupt) alles verfügbare Geld vorerst ausschließlich für Mikrofone und Lautsprecher verwenden. Sogar die Investition in so unscheinbare Dinge wie Mikrofonstative bringt dich sicherlich erst mal weiter als ein hochwertigerer Wandler.
Sinnvoll ist es auch immer, sich nach Leihequipment umzuschauen.

Gruß
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Tonthemen.de Foren-Übersicht -> von Kunst und Technik Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3  Weiter
Seite 2 von 3

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de