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organola

GEZ

Beitragvon organola » 16.05.2018, 13:30

Mal schauen, was rauskommt..
https://www.welt.de/kultur/medien/artic ... idrig.html

Wahrscheinlich leben so einige gerade hier direkt oder indirekt ganz gut von dieser Zwangsabgabe (de facto eine schlecht getarnte und - kontrollierte Steuer), trotzdem: wird sie vielleicht doch (in der jetzigen Form) gekippt?
Mal abgesehen von den nur noch als pervers zu bezeichnenden Gehältern dieser Grüßauguste (Intendanten; was diese Moderatoren verdienen, will ich auch besser nicht wissen), andauernd wird nach mehr Geld gegiert, es gibt unzählige Programm-Dopplungen (wieviel ÖR-Sender gibt es eigentlich? Auch in den wenigen Klassik-Programmen läuft immer nur der gleiche Mist hoch und runter, braucht kein Mensch) und viel Schund, der nichts mit einem Informationsauftrag zu tun hat, der gerne privat bestellt und bezahlt werden kann.
Im übrigen: was bin ich froh, weder als Kind noch jetzt einen Fernseher besitzen zu müssen. Da gibt es wahrlich interessanteres.

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Rundfunkbeitrag

Beitragvon Simpel » 17.05.2018, 11:42

Moin.

Disclaimer vorweg: Ich erhalte mein Gehalt vom Rundfunkbeitrag.

Hier mal eine, wie ich finde, interessante Grafik, die zeigt, wofür die monatlichen 17,50€ ausgegeben werden:
http://www.ard.de/download/3141226/17_5 ... eitrag.pdf

Und hier kann man sich über einige Gehälter im Öffentlich-rechtlichen Rundfunk informieren:
http://www.ard.de/home/die-ard/fakten/G ... index.html

Tom Buhrow, der Intendant des WDR (der das höchste Intendantengehalt bekommt), erhält ein Jahresgehalt von 400.000€, 33.333€ pro Monat. Was wäre die richtige Bezahlung für einen Geschäftsführer mit rund 4.500 Mitarbeitern?

Gruß, Conrad

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Re: GEZ

Beitragvon hafi69 » 18.05.2018, 08:51

Nach welcher Logik richtet sich das Gehalt eines Chefs nach der Menge "seiner" Mitarbeiter?
Andererseits: Für das Budget spielt das praktisch überhaupt keine Rolle.

Was mich eher nervt: Sport nimmt den größten Einzelanteil ein - noch vor den Gehältern.
Aber wen wundert es... Brot und Spiele fürs Volk. Schön vom Wesentlichen ablenken.
Zuletzt geändert von hafi69 am 18.05.2018, 10:02, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: GEZ

Beitragvon tillebolle » 18.05.2018, 09:43

Danke, Conrad, dass Du die Perspektive in dieser Diskussion ein wenig zurecht rückst. Ich fände eine Diskussion über die Qualität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hier interessant, aber pauschale Verunglimpfungen der Intendanten als "Grüßauguste" und des Programms im Allgemeinen als "Schund" empfinde ich als wenig hilfreich. Bei "perversen" Gehältern denke ich an andere Größenordnungen, wie sie z.B. im Fußball gezahlt werden (die im übrigen ebenfalls zum Teil aus dem Rundfunkbeitrag bezahlt werden, daher der große Einzelanteil Sport)

Ich persönlich bin ein entschiedener Befürworter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und ich bin froh, dass die jüngste Volksabstimmung in der Schweiz auch dort eine breite Zustimmung zu dem System offenbart hat. Eine reine Werbungs-, Sponsoring- und Abo-finanzierte Medienwüste wie in den USA möchte ich mir hier nicht vorstellen. Und ein Staatsfernsehen auch nicht. (Nein, auch wenn das in rechtspopulistischen Kreisen derzeit immer wieder behauptet wird, der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist genau das nicht)

Achja: Ich erhalte mein Gehalt nicht aus dem Rundfunkbeitrag!

Viele Grüße
tillebolle
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Re: GEZ

Beitragvon LoboMixx » 18.05.2018, 10:21

Bei aller Kritik, die man am öffentlich.rechtlichen Rundfunk üben kann (aber wo gäbe es etwas, an dem man rein gar nichts auszusetzen hätte?) können wir froh und durchaus auch stolz auf dieses System sein. Denn welche geradezu ´unterirdischer Qualität´ rein privat-kommerziell finanzierte Medien oft nur zu bieten haben, dass zu erfahren, dazu muss man gar nicht unbedingt in die USA schauen, das kann man auch hierzulande tagtäglich plastisch und drastisch erleben.
Ganz zu schweigen von den vielen Internet-Blogs etc., aus denen mittlerweile viele ihr "Wissen" ziehen, die allzu oft nur auf einer sektenhaften und mit Verschwörungstheorien durchsetzten Ebene agieren.

Dazu braucht es Qualitäts-Journalismus, der möglichst unabhängig und ohne von materiellen Interessen gelenkt recherchieren und berichten kann.
Dahingehend gibt es auch beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk sicher auch Defizite, aber meiner Beobachtung nach stechen die ARD-Anstalten weit heraus aus dem Schlamm, in dem sich viele Medien ansonsten gerne suhlen.
Das ist mit der GEZ-Beitrag dafür gerne wert.

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Re: GEZ

Beitragvon Holger » 18.05.2018, 10:30

Hi Kollegen,

ich sehe es genauso wie Tillebolle und LoboMixx. +1 für den öffentlich Rechtlichen Rundfunk.

Wenn ich mir jetzt vorstellen müsste, wir hätten nur noch die "klingende Blöd-Zeitung", dann würde es mich regelrecht gruseln. Ich habe z. B. seit den letzten 20 Jahren keinen Privatfunk mehr gehört. Will ich auch weiterhin nicht, er nevt mich in aller Regel sehr schnell wieder an.

Wofür ich bin:
Unabhängiger, kritisch hinterfragender Journalismus gegenüber der Politik und vorallem aber auch gegenüber der Wirtschaft !
Genauso schätze ich sehr die Kultur. Hier sollte der öffgentlich-rechtliche Rundfunk definitiv seine Stärke ausbauen und nicht Klassikradio nachmachen.

Und: Er sollte auch einen hohen tontechnischen Standard in der Distribution haben, und kein kaputtkomprimiertens / Datenreduziertens Audiosignal ausliefern. Zumindest für den Musikliebhaber im Heim, der eine seriöse hochwertige HiFi-Anlage hat. Hier sehe ich den Webcast als eine Chance. Doch leider bieten hier einige Kulturwellen der ARD auch nur ein 128 k-Signal an => Schade, Chance meiner Meinung nicht genutzt.

Viele Grüße

Holger

PS: Ich bekommen mein Geld nicht von den öffentlich rechtlichen.

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Re: GEZ

Beitragvon LoboMixx » 18.05.2018, 10:37

Ich möchte noch ergänzen, dass praktisch nur durch das entsprechende Engagement des ö.r.-Rundfunks das Big-Band-Genre sozusagen überlebt hat nach seinem Niedergang im Ursprungsland USA. Und die deutschen Rundfunk Big-Bands sind anerkanntermaßen die besten im internationalen Vergleich.

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stefan
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Re: GEZ

Beitragvon stefan » 18.05.2018, 14:02

Sind die 'Öffentlich-Rechtlichen' für Sympathisanten rechtspopulistischer Parteien nicht ganz einfach immer nur die verhassten 'Lügensender'?
Dann kann man sich doch denken, aus welcher Richtung das kommt, wenn von irgendwoher die Abschaffung der ÖR durch das Kappen der Finanzen propagiert wird.

GEZ hin-oder her (hier in der Schweiz ist das im Moment noch die ebenfalls unbeliebte 'Billag') - Diese Institutionen zeichnen sich schon noch durch administrative Ineffizienz aus, und so etwas kann man also gerne in Frage stellen und sollte das Finanzierungssystem verbessern. Genau so kann man sich berechtigterweise ärgern, warum bei den Gebührenfinanzierten Sendern so oft mehr die Quote, als der Inhalt zähllt. Für Mainstream gibts ja die die Privaten.
Private ohne GEZ Einnahmen müssen sich nicht unbedingt über Werbung finanzieren, wenn z.B. ein Herr Berlusconi der Geldgeber ist. Oder Herr Trump. Oder gleich die ganze AfD. Wer zahlt, bestimmt den Inhalt.
Unabhängige Medien und dazu gehört auch ÖR-Rundfunk und TV sind nun mal essentiell für einen demokratischen Rechtsstaat (hierzulande läuft das unter dem Begriff 'Service Public') und dafür brauchen wir die Vielfalt und nicht Gleichschaltung.

Erst in diesem Jahr Anfang März hat das Stimmvolk in der Schweiz für die Beibehaltung der gebürenfinanzierten öffentlich-rechtlichen TV- und Radiosender ausgesprochen und eine entsprechende Initiative gegen das gebührenfinanzierte Fernsehen und Radio haushoch abgeschmettert. 70% aller Abstimmenden in der Schweiz haben sich für die Gebührenfinanzierung ausgesprochen.
Ich finanziere mit meinen Gebühren z.B. auch Dolmetscher für Gehörlose, oder z.B. journalistische Beiträge für sprachliche Minderheiten im Land, unabhängige journalistische Recherche, Filmförderung, Konzertproduktionen. Direkt habe ich nicht immer was davon, aber es ist meinen Beitrag wert.

Die Argumente gegen die Gebührenabschaffung haben letztlich hier in der Schweiz eine grosse Mehrheit überzeugt. Diese Mehrheit hat sich letztlich nicht durch die wenig differenzierten Gründe der Befürworter für dumm verkaufen lassen:
http://nonobillag.ch/argumente/

Gut so!

Schönes Pfingstwochenende
Stefan
---------------------------------------
Nur wer selbst noch nie Messungen für Produktdaten gemacht hat, glaubt was auf Hersteller-Datenblättern steht.

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Re: Rundfunkbeitrag

Beitragvon manjak » 18.05.2018, 15:28

Simpel hat geschrieben:Moin.

Disclaimer vorweg: Ich erhalte mein Gehalt vom Rundfunkbeitrag.

Hier mal eine, wie ich finde, interessante Grafik, die zeigt, wofür die monatlichen 17,50€ ausgegeben werden:
http://www.ard.de/download/3141226/17_5 ... eitrag.pdf

Und hier kann man sich über einige Gehälter im Öffentlich-rechtlichen Rundfunk informieren:
http://www.ard.de/home/die-ard/fakten/G ... index.html

Tom Buhrow, der Intendant des WDR (der das höchste Intendantengehalt bekommt), erhält ein Jahresgehalt von 400.000€, 33.333€ pro Monat. Was wäre die richtige Bezahlung für einen Geschäftsführer mit rund 4.500 Mitarbeitern?

Gruß, Conrad


Moyn Konrad,

danke für die Informationen. Natürlich sind die spannen immer auch abhängig von den entsprechenden Qualifikationen, so dass man daraus nicht all zu viel ableiten kann. Aber im vergleich zu vielen Jobs in der Wirtschaft muss ich einfach mal einwerfen, das die Bezüge ganz ordentlich sind. Wenn ich das richtig gelesen habe, bis zu 6.000 euro für eine Sekretärin! Das bekomme ich als Geschäftsführer eines kleinen Unternehmens bei weitem nicht.

Generell halte ich das System des öffentlich-rechtlichen-Rundfunks für sehr gut. Privatsender kann ich mir nicht wirklich anhören und die Reportagen, die ich auf DLF oder NDR Info bekomme, sind in der Regel sehr gut.Die Beiträge in Privatsendern können da einfach nicht mithalten.

Und es werden auch viele Bereiche bedient, die bei einem rein wirtschaftlichen Ansatz inzwischen von der Bildfläche verschwunden wären. Beispiele gab es hier ja schon genug.

Natürlich kann man sich mal die Frage stellen, ob die Vielzahl der öffentlichen Sender wirklich notwendig ist oder ob , für den in unserer Verfassung enthaltenen Auftrag des Staates nicht auch eine geringere Anzahl ausreichend ist.

Zum Thema Kosten erinnere ich mich noch einen einen Besuch beim MDR in Leipzig, wo wir im Kamm unterwegs waren und auf der Strecke zu unserem Anspredchpartner mal locker 20 große Ricoh-Drucker standen. Die Sekretärin dort hatte dann gleich noch zwei von den Dinger bei sich im Büro, weil es wohl nicht zumutbar war, mal drei Meter über den Flur zu laufen. In meinem Betrieb haben wir einen davon für 14 Leute und das Ding ist bei weitem nicht ausgelastet. kosten eines solchen Teilswaren seinerzeit 20.000 Euro und die Miet- bzw. Leasinggebühren waren nicht von schlechten Eltern.

Ich habe da ein wenig den Eindruck, dass bei den kosten die man dort verursacht aufgrund der sicheren Einnahmen doch immer sehr großzügig aufgestellt ist.

VG Manfred
Viele Grüße
Manfred

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Re: GEZ

Beitragvon Simpel » 18.05.2018, 17:38

Hallo.

Die von Manfred erwähnten 6000€ für eine Sekretärin lauten in der Auflistung Sekretärin bzw. Sachbearbeiter. Nach meinen Erfahrungen verdienen Sekretär*innen am unteren Ende dieser Skala. Sachbearbeiter*innen gibt es jedoch einige am oberen Ende aber dass sind z.B. auch welche die sich mit juristischem Kram rumschlagen etc.

Insgesamt gebe ich vielen der Kritiken hier im Forum auch Recht, die Bezahlung ist auf jeder Position eher gut bis sehr gut (manchmal auch darüber - ich wüßte auch nicht, was ich mit 33.000€ anfangen sollte) und es gibt bestimmt an vielen Stellen auch Optimierungsspielraum, allerdings sollte man da im Einzelnen schauen und diskutieren.

Es sind mittlerweile viele Projekte angelaufen, die Synergien innerhalb der ganzen ARD (+ ZDF) schaffen sollen (das hat man meiner Meinung nach durchaus verschlafen), aber vieles was auf den ersten Blick gut aussieht, ist manchmal dann doch nicht sinnvoll. Eine sachliche Debatte finde ich hier sinnvoll.

Gruß, Conrad

P.S. Drucker sind bei uns im NDR massiv zentralisiert worden.

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Re: GEZ

Beitragvon manjak » 18.05.2018, 22:11

Simpel hat geschrieben:Hallo.

Die von Manfred erwähnten 6000€ für eine Sekretärin lauten in der Auflistung Sekretärin bzw. Sachbearbeiter. Nach meinen Erfahrungen verdienen Sekretär*innen am unteren Ende dieser Skala. Sachbearbeiter*innen gibt es jedoch einige am oberen Ende aber dass sind z.B. auch welche die sich mit juristischem Kram rumschlagen etc.


OK, das ist da natürlich so nicht ersichtlich, aber wenn sich bei diesen Gehältern Volljuristen tummeln, wäre das Gehalt sicher im Rahmen.


Simpel hat geschrieben:Insgesamt gebe ich vielen der Kritiken hier im Forum auch Recht, die Bezahlung ist auf jeder Position eher gut bis sehr gut (manchmal auch darüber - ich wüßte auch nicht, was ich mit 33.000€ anfangen sollte) und es gibt bestimmt an vielen Stellen auch Optimierungsspielraum, allerdings sollte man da im Einzelnen schauen und diskutieren.


Augenmaß ist da auf jeden Fall angemessen. Ich wüßte auch nicht, was ich mit 33.000 eur machen sollte, zumal meine Frau auch arbeitet, aber wenn man die passenden Hobbies und dazu noch die entsprechende Frau hat, könnte das mit dem Saleer durchaus sehr knapp werden.

Simpel hat geschrieben:Es sind mittlerweile viele Projekte angelaufen, die Synergien innerhalb der ganzen ARD (+ ZDF) schaffen sollen (das hat man meiner Meinung nach durchaus verschlafen), aber vieles was auf den ersten Blick gut aussieht, ist manchmal dann doch nicht sinnvoll. Eine sachliche Debatte finde ich hier sinnvoll.


Oft ist das Problem, das außenstehende, ohne fachlichen Bezug eingebunden werden. Das ist insoweit sinnvoll, als man dann eine gewisse Unabhängigkeit hat, aber leider fehlt dadurch oft der notwendige Bezug zu dem Thema. Ich kenne aus meiner anwaltlichen Tätigkeit leider genug Fälle, wo solche Berater Unternehmen dann in die Insolvenz getrieben haben.


Simpel hat geschrieben:Gruß, Conrad

P.S. Drucker sind bei uns im NDR massiv zentralisiert worden.


Das macht sicherlich Sinn. Mein Besuch beim MDR war vor ca. 15 Jahren.
Viele Grüße
Manfred

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Re: GEZ

Beitragvon aseptisch » 19.05.2018, 01:27

Ihr seid doch verrückt, wenn Ihr nicht wisst, was Ihr mit 33.000 Euro machen sollt. Stichwort Karlsruhe? :mrgreen: Ein kleiner Saal mit einem Bösendorfer? Cembalo? Eine Kirche mit Orgel? Ein Aufnahmestudio?

Die Gehälter (ich meine jetzt die normalen Gehälter aus der Tabelle) müssen halt so hoch sein, dass die Fähigen da auch angelockt werden, sonst sind es nur die Durchschnittlichen. In dieser Hinsicht würde ich mir wünschen, dass man auch Lehrer deutlich besser bezahlen könnte.

Simpel hat geschrieben:P.S. Drucker sind bei uns im NDR massiv zentralisiert worden.

Das ist gut. Dann stehen da vielleicht die Ricoh-Geräte, für die mein Arbeitgeber Software entwickelt, und die um das 20-fache des genannten Preises kosten.

Ich finde, mit den Gebühren wird eine Menge Gutes angestellt. Ich bin stolz, dass wir uns das leisten (können). Ein Freund arbeitet beim Schwedischen Fernsehen. Der blickt neidisch auf die riesigen Summen, die hier zur Verfügung stehen.

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Re: GEZ

Beitragvon LoboMixx » 19.05.2018, 09:53

aseptisch hat geschrieben:Die Gehälter (ich meine jetzt die normalen Gehälter aus der Tabelle) müssen halt so hoch sein, dass die Fähigen da auch angelockt werden, sonst sind es nur die Durchschnittlichen. In dieser Hinsicht würde ich mir wünschen, dass man auch Lehrer deutlich besser bezahlen könnte.

Ich stimme zu, dass fähige und kompetente Leute, die eine gute Arbeit machen, gut bezahlt werden sollten, zumal, wenn sie dazu auch noch viel Verantwortung tragen. Dass aber umgekehrt hohe Gehälter die Fähigen anlocken, diese Aussage möchte ich aber stark relativieren. Nach meiner Lebenserfahrung locken hohe Gehälter (aber noch mehr hohe Provisionen, hohe Boni usw.) oft nur die Gierigen, die Bluffer die Aufschneider, die Skrupellosen an.
Aber Idealisten? Wohl kaum, denn diese werden üblicherweise durch die Ellenbogen-Typen und "Raffkes" ausgestochen.

(Schul-)Lehrer, jedenfalls spätestens, wenn sie beim Oberstudienrat angekommen sind, werden im übrigen gut, wenn nicht sogar sehr gut bezahlt. Dass sie in Deutschland oft nur "durchschnittlich" sind, liegt an der Ausbildung, die in Deutschland in vielerlei Hinsicht unzureichend ist und auf den Schulalltag allenfalls oberflächlich vorbereitet. In Finnland z.B. muss vor dem Lehramts-Studium ein längeres Praktikum an einer Schule absolviert werden, und danach wird ´gesiebt´, wobei Leuten, die dort als überfordert erlebt werden, vom Lehramt-Studium abgeraten wird, bzw. nicht dazu zugelassen werden.
In Deutschland wird im Rahmen dieser Ausbildung weder auf die Persönlichkeit geschaut noch wird an der Persönlichkeitsbildung tiefer gearbeitet, was im späteren Berufsleben Schülern gegenüber zu großen Defiziten führt. Wer sich näher für dieses Thema interessiert, dem kann ich das Buch "Bildung braucht Persönlichkeit - wie Lernen gelingt" von Gerhard Roth, Verlag Klett-Cotta empfehlen.

In dem Zusammenhang darf man auch nicht übersehen, dass in den letzten Jahren u.a. durch die äußerst mangelhafte Einführung der Inklusion und durch unübersehbare Defizite in der häuslichen Erziehung den Lehrern immer mehr Belastungen aufgebürdet wurden, die den Schulalltag immer stressiger gemacht haben. Die völlig planlose und praktisch unorganisierte Integration von Kindern mit Migrationshintergrund, für die dann keinerlei Personal und auch ansonsten kaum Ressourcen bereit stehen, um sie gezielt zu fördern, z.B. beim Spracherwerb, ist auch nicht geeignet, den Schulalltag effektiver und für alle Beteiligten angenehmer zu machen.
Die Schulen und der Unterricht werden/wird jedenfalls nicht besser, wenn die Lehrer (noch) besser bezahlt werden, sondern, wenn endlich das notwendige Mehr an Personal bereit gestellt wird (also mehr Lehrer, aber auch mehr Sozialarbeiter, Betreuer, Ergotherapeuten ...), das einfach notwendig ist, um all die zusätzlichen Aufgaben und Belastungen aufzufangen, mit denen die Schulen ´dank´ einer konsequent inkompetenten Schulpolitik in immer weiter steigendem Maße konfrontiert sind.*
Wobei das Personal in den Bildungsbehörden meiner Kenntnis nach üblicherweise sehr gut bezahlt wird, von den zuständigen Ministern ganz zu schweigen - als besonders fähig ist mir da aber bisher noch kaum jemand aufgefallen, eher als ideologisch verbohrt

Zum Thema Bildung und deren aktuelle Misere kann ich wärmstens die Bücher von Konrad Paul Liessmann empfehlen!

Genug OT, sorry, aber das musste ich in diesem Zusammenhang einfach mal los werden.


*) Für mich ist es eine Tragödie, dass im Zuge der Einführung der Inklusion das bestehende hervorragende System der Förderschulen so stark abgebaut wurde und weiter wird. Dort konnten die Kinder mit speziellem Förderbedarf wirklich intensiv, kompetent und umfassend gefördert werden

manjak
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Re: GEZ

Beitragvon manjak » 19.05.2018, 18:12

LoboMixx hat geschrieben:
aseptisch hat geschrieben:Die Gehälter (ich meine jetzt die normalen Gehälter aus der Tabelle) müssen halt so hoch sein, dass die Fähigen da auch angelockt werden, sonst sind es nur die Durchschnittlichen. In dieser Hinsicht würde ich mir wünschen, dass man auch Lehrer deutlich besser bezahlen könnte.

Ich stimme zu, dass fähige und kompetente Leute, die eine gute Arbeit machen, gut bezahlt werden sollten, zumal, wenn sie dazu auch noch viel Verantwortung tragen. Dass aber umgekehrt hohe Gehälter die Fähigen anlocken, diese Aussage möchte ich aber stark relativieren. Nach meiner Lebenserfahrung locken hohe Gehälter (aber noch mehr hohe Provisionen, hohe Boni usw.) oft nur die Gierigen, die Bluffer die Aufschneider, die Skrupellosen an.
Aber Idealisten? Wohl kaum, denn diese werden üblicherweise durch die Ellenbogen-Typen und "Raffkes" ausgestochen.

(Schul-)Lehrer, jedenfalls spätestens, wenn sie beim Oberstudienrat angekommen sind, werden im übrigen gut, wenn nicht sogar sehr gut bezahlt. Dass sie in Deutschland oft nur "durchschnittlich" sind, liegt an der Ausbildung, die in Deutschland in vielerlei Hinsicht unzureichend ist und auf den Schulalltag allenfalls oberflächlich vorbereitet. In Finnland z.B. muss vor dem Lehramts-Studium ein längeres Praktikum an einer Schule absolviert werden, und danach wird ´gesiebt´, wobei Leuten, die dort als überfordert erlebt werden, vom Lehramt-Studium abgeraten wird, bzw. nicht dazu zugelassen werden.
In Deutschland wird im Rahmen dieser Ausbildung weder auf die Persönlichkeit geschaut noch wird an der Persönlichkeitsbildung tiefer gearbeitet, was im späteren Berufsleben Schülern gegenüber zu großen Defiziten führt. Wer sich näher für dieses Thema interessiert, dem kann ich das Buch "Bildung braucht Persönlichkeit - wie Lernen gelingt" von Gerhard Roth, Verlag Klett-Cotta empfehlen.

In dem Zusammenhang darf man auch nicht übersehen, dass in den letzten Jahren u.a. durch die äußerst mangelhafte Einführung der Inklusion und durch unübersehbare Defizite in der häuslichen Erziehung den Lehrern immer mehr Belastungen aufgebürdet wurden, die den Schulalltag immer stressiger gemacht haben. Die völlig planlose und praktisch unorganisierte Integration von Kindern mit Migrationshintergrund, für die dann keinerlei Personal und auch ansonsten kaum Ressourcen bereit stehen, um sie gezielt zu fördern, z.B. beim Spracherwerb, ist auch nicht geeignet, den Schulalltag effektiver und für alle Beteiligten angenehmer zu machen.
Die Schulen und der Unterricht werden/wird jedenfalls nicht besser, wenn die Lehrer (noch) besser bezahlt werden, sondern, wenn endlich das notwendige Mehr an Personal bereit gestellt wird (also mehr Lehrer, aber auch mehr Sozialarbeiter, Betreuer, Ergotherapeuten ...), das einfach notwendig ist, um all die zusätzlichen Aufgaben und Belastungen aufzufangen, mit denen die Schulen ´dank´ einer konsequent inkompetenten Schulpolitik in immer weiter steigendem Maße konfrontiert sind.*
Wobei das Personal in den Bildungsbehörden meiner Kenntnis nach üblicherweise sehr gut bezahlt wird, von den zuständigen Ministern ganz zu schweigen - als besonders fähig ist mir da aber bisher noch kaum jemand aufgefallen, eher als ideologisch verbohrt

Zum Thema Bildung und deren aktuelle Misere kann ich wärmstens die Bücher von Konrad Paul Liessmann empfehlen!

Genug OT, sorry, aber das musste ich in diesem Zusammenhang einfach mal los werden.


*) Für mich ist es eine Tragödie, dass im Zuge der Einführung der Inklusion das bestehende hervorragende System der Förderschulen so stark abgebaut wurde und weiter wird. Dort konnten die Kinder mit speziellem Förderbedarf wirklich intensiv, kompetent und umfassend gefördert werden



Der These, dass man durch viel Geld die qualifizierten Leute anlockt, würde ich auch nicht zustimmen. Als ich in den 80er Jahren studiert habe, berichtete einer der Professoren, dass man in den Niederlanden die höheren Stellen in der Justiz relativ schlecht bezahlt. Hintergrund dafür war ganz klar, dass man dafür genau die Leute wollte, die den job aus Überzeugung machen und nicht wegen des Geldes. Und gut dotierte posten gehen u.A. auch häufig über entsprechende Verbindungen über die bühne. Wer das richtige Parteibuch hat, wer ind er richtigen Verbindung ist usw. Klingt nach verschwörungstheorie ist aber traurige Realität.

Bei den Lehrern sehe ich noch ein weiteres Problem. Wenn man erst mal seine Beamtenstelle hat, erfolgen so gut wie keinerlei Leistungskontrollen mehr, es sei denn, man will auf eine höhere Stelle, als oberstudienrat oder gar in Richtung Studiendirektor. Und auch da gibt es dann einen Besuch im Unterricht und noch einige Formalie, dann kann man wieder abtauchen und den Alltag einziehen lassen.

In der freien wirtschaft sind Leistungskontrollen viel mehr etabliert und es fällt sehr schnell auf, wenn man schlechte oder geringere Leistungen bringt. Wen interessiert das in einer schule. Da müssten dann schon entsprechende Beschwerden von Schülern und eltern eingehen und das passiert nur bei den Extremfällen. Das ist der ideale Nährboden um ein hohes Maß an Motivationslosigkeit entstehen zu lassen. Die leidtragenden sind die Kinder, die die Lehrer erdulden müssen.

Die Inklussion ist ein Desaster. Früher hies das ja Integration und ich war Anfang der 80-er Jahre einer der ersten Blinden der sein Abitur an einer Regelschule gemacht hat. Auch das Studium habe ich hier in Hannoverabsolviert.

Seit fast 25 Jahren betreue ich inzwischen sehgeschädigte Kinder und statte diese mit der notwendigen Technologie aus, damit die durch den Schulalltag kommen können. Aber anstatt für diese Kinder einen klaren Standard für die notwendigen hilfsmittel zu definieren und dafür einen angemessenen Etat zur Verfügung zu stellen, wälzt man die Kosten für die Technik auf die Krankenkassen ab. Und je nach Krankenkassen bekommen die Kinder dann eine excellente oder miserable Ausstattung. Teilweise erst, nachdem das ganze über umständliche Wege durch die Verwaltungen oder Gerichte gelaufen ist. Das kann dann Monate oder Jahre dauern.

VG Manfred
Viele Grüße
Manfred

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Re: GEZ

Beitragvon pkautzsch » 19.05.2018, 22:16

Ich sehe das Problem nicht nur in der teils sehr "wohlwollenden" Auslegung des Begriffs "Bildungsauftrag" (Beispiel: wieviele Krimiserien oder gar Daily Soaps haben wirklich bildenden Inhalt?), sondern vor allem auch in der Verteilung der Gelder.
400.000 für einen Intendanten mögen in Ordnung sein.
NICHT in Ordnung ist es, wenn sich ÖR Fernsehanstalten für Dumpingpreise Abschluß- und Debütfilme unter den Nagel reißen, bei denen die Filmschaffenden weit unter Tarif (z.T. gerade eben Mindestlohn!) bezahlt werden und dies dann noch als "Nachwuchsförderung" bezeichnet wird; oder wenn bei Auftragsproduktionen - selbst bei langjährig erfolgreichen Serien - untertarifliche Gagen gezahlt und manche Positionen gar nicht oder mit Praktikanten besetzt werden. Die Positionen auf Senderseite (Redaktion etc) hingegen sind natürlich regulär bezahlt...
Die ÖRs (und auch die Filmförderungen) wären hier in einer Machtposition, diesem Treiben ein Ende zu setzen.


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